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Heines Gedicht, "Es traeumte mir von einer Sommernacht" 2

 投稿者:Namiki  投稿日:2008年12月29日(月)19時31分32秒
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  4.0. Dann wird „der schöne Freudentraum”(=der zweite Traum) unterbrochen. Das verursacht der Lärm,der von dem Streit zwischen den Barbaren und den Hellenen kommt(Str. 32,33). Das Schema von der Kontroverse zwischen Barbaren=Nazarenern=Juden und Hellenen=Griechen kann man in der Schrift „Ludwig Börne. Ein Denkschrift”noch ausführlicher sehen. Dort ist so konstatiert: die bisherlige Geschichte der Menschheit ist von dem Gegensatz zwischen Nazarenern-Spiritualismus-Wahrheit-Antikunst und Hellenen-Sensualismus-Schönheit-Kunst bestimmt worden und die harmonische Vermischung der beiden Elemente ist die Aufgabe der ganzen europäischen Zivilisation.26)
4.1. Heine ist unterdessen anläßlich der Februarrevolution „zu einem persönlichen Gott"27) zurückgekehrt,er hat im rechtsgültigen „Testament" so geschrieben: „ich sterbe im Glauben an einen einzigen Gott,den ewigen Schöpfer der Welt"28) und er hat gestanden, daß er „über das Werk, die Juden, nie mit hinlänglicher Ehrfurcht gesprochen”hat, „und zwar gewiß wieder meines hellenischen Naturells wegen,dem der judäische Asketismus zuwider war. Meine Vorliebe für Hellas hat seitdem abgenommen. Ich sehe jetzt, die Griechen waren nur schöne Jünglinge,die Jude aber waren immer Männer,gewaltige,unbeugsame Männer,nicht bloß ehemals,sondern bis auf den heutigen Tag,trotz achtzehn Jahrhunderten der Verfolgung und des Elends.Ich habe sie seitdem besser würdigen gelernt”.29) Trotz alledem ist ein Liebesfeuer in ihm heftig aufgeflammt, wenn Mouche an seinem Bett stand. Er sehnte sich noch einmal nach „dem Krampf der Leidenschaft, Lust ohne Ruh und dem albern rohen Leben”(Str. 31) und nach der Versöhnung und Verbindung der Nazarener und der Hellenen.
4.2. Die Kontroverse zwischen den Nazarenern und den Hellenen ist „langweilig" und scheint kein Ende zu nehmen. Aber der Esel Balaams überschreit die Figuren des Altertums und der Bibel und „ich" erwacht schließlich von dem ersten Traum(Str. 36,37). Heine hat persönlich eine große Abscheu vor dem Geschrei des Esels gehabt30) und den Esel im negativen Sinne in seinen Werken wie den nachgelesenen Gedichten „Die Wahlesel” und „Pferd und Esel”31) oft wirkungsvoll gestaltet. Hier spielt der EseI Balaams auch die negative Rolle und dessen Geschichte in der Bibel wird ironisch kritisiert. In Heine treten die Nazarener etwas in den Hintergrund. Er scheint seine Rückkehr zum Gottesglauben vergessen zu haben.32)
4.3. Das Geschrei des Esels bedeutet zwar in gewissem Maße eine Kritik an der fast hoffnungslosen Bemühung um die Versöhnung der Nazarener und der Hellenen. Aber Heine hat die Bemühung nie aufgehört und seinem Ideal nachgestrebt. Dabei hat er der Wirklichkelt streng und klar ins Auge gesehen, obgleich er manchmal in Verzweiflung geraten ist. Deshalb konnte er trotz der langjährigen Krankheiten im Ausland Mouche lieben und mehrere schöne Gedichte und Briefe an sie schreiben.
4.4. Die Darstellung des Geschrel des Esels in unmittelbarer Zitat „I-A,I-A”und der Ausdruck „dem schluchzend eckelhaften Mißlaut” bilden zusammen mit dem Ausdruck „die schlimmste Syphilis”in der Str. 4 und der wilden und sachlichen Schilderung des Streits zwischen den beiden Figuren eine gewältige Provokation der damaligen bürgerlichen Moral und des Ästhetizismus und einen künstlerischen und theoretischen Angriff auf die dichterische Synthese der traditionellen klassischen Dichtung.33)So hat Heine den Weg der neuen realistischen Lyrik gebahnt.


 Anmerkungen
l) Dieses Gedicht ist bis heute in fast allen Ausgaben mit dem Tite1 „Für die Mouche”oder „Die Passionsblume” gedruckt worden. In der ersten Handschrift und in einer Reinschrift,die wahrscheinlich in Anwesenheit Heines geschrieben wurde, kann man aber keinen Titel finden. In einem solchen Fall benutzt man üblicherweise den Textanfang als den Titel. Dem Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf danke ich für die Erlaubnis,die Fotokopien der oben genannten Handschrift und Reinschrift einzusehen und für andere Materialien. Ich benutze in diesem Aufsatz die Aufbau Ausgabe(Heine,Heinrich, „Werke und Briefe in zehn Bänden”. Hrsg. von Hans Kaufmann. Berlin 1961-1964. Im folgenden: „Kaufmann”).
2)Selden,Camilla, „Heinrich Heine’s letzte Tage”. Jena 1884. Im folgenden „Seldan”. Hier S. 69.
3)Meißner,Alfred, „Heinrlch Heine. Erinnerungen”. Hamburg 1856. Im folgenden „Meißner”.  S. 249. In  anderer Stelle hat Meißner aber die Entstehungszeit dieses Gedichts als November 1855 angegeben. Vgl. Melßner,A. „Schattentanz”. Zürich 1881. Bd. 2,S. 302f.
4)Vgl. Meißner,S. 244ff und Mauthner,Frltz, „Gespräch im Himmel und andere Ketzereien”. Berlin 1914. In Heine,Heinrich, „Briefe”. Hrsg. von Friedrich Hirth. Mainz 1949-1950. Bd. 2,3. Tei1,S. 232f.
5)Atkins,Stuart,„The First Draft of Heine’s ≻Für die Mouche≺. In „Harvard Library Bulletin”.  Cambridge/Mass. 1959. vol. 13, p. 415-443. Noetlich, Werner, „Heines letzte Gedichte. Vorarbeiten zu einer historisch-kritischen Ausgabe”(Diss. Köln)Düsseldorf 1963. S. 143-160. Diesen beiden Arbeiten verdankt dieser Aufsatz viel.
6)Vgl. Heine, H., „Sämtliche Werke”. Hrsg. von Otto F. Lachmann. Leipzig 1887,Heines Werke”. Hrsg. von Ernst Elster. Leipzig 1924 und „Der lyrische Nachlass von H. Heine”. Gesichtet von Erlch Loewenthal. Hamburg und Berlin 1925.
7)Selden,Cam111e,„Les derniers jours de Henri Heine”. Paris 1884. S.110-119.
8)Selden,S.69f.
9)Kaufmann,Bd. 1, S. 191ff.
10)Vgl. den letzten Tei1 „Der Götter im Exil”(Kaufmann,Bd.7,S. 78f)und das erste und zweite Tableau des Tanzpoems „Der Göttin Diana” (A.a.0.,S. 86ff).
11) Vgl. Atkins,a.a O,S 418 und Prawer,S. S.,„Heine. The tragic Satirist”. Cambridge 1961. S 261.
12) Vgl. Schad,Christian,Brief an H. Heine,den 21. August 1854. In: Heine, Heinrich. Säkularausgabe. „Werke∙Briefwechsel∙Lebenszeugnisse”. Hrsg. von den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar und dem Centre National de la Recherche Scientifique in Paris. Berlin und Paris 1970ff. Im folgenden: „HSA”. Hier Bd. 27,S. 212.
13) Selden,S. 94.
14) Fischer,0tokar, „Heine Studien. ≻Für die Mouche≺. In: „Prager Presse”. Jg. 1923. den 20. Mai.
15) Kaufmann,Bd. 2,S. 38f.
16) Vgl. „Das zweite Buch Mose 16f”.
17) Kaufmann,a.a.0.,S. 168.
18) Vgl. a.a.0.,Bd. 5,S. 182.
19) Vgl. a.a.0.,Bd. 2,S. 119,S. 383ff und S. 394.
20) A.a.0.,Bd. 5,S. 15.
21) Vgl. Weidekampf,Ilse, „Traum und Wirklichkeit in der Romantik und bei Heine”. Leipzig 1932. S. 124.
22) Vgl. Kaufmann,Bd. 1,S. 194f und S. 465,Bd. 3,S. 383f und Bd. 7,S. 141.
23) Selden,S. 70.
24) Kaufmann,Bd. 2, S. 443f und Brief, den 1. Januar 1856(HSA,Bd. 23,S. 476).
25) Vgl. Kraft,Werner, „Heine. Der Dichter”. München 1983. S. 149.
26) Kaufmann,Bd.6,S..94ff und S.126.
27) A.a.0.,Bd. 2,S. 189.
28) A.a.0.,Bd. 7,S. 450.
29) A.a.0.,S. 135.
30) Vgl. Brief an Alexander Dumas (père), den 8. Februar 1855(HSA,Bd.23,S.409f) u.a.
31) Kaufmann,Bd. 2,S. 387ff und S. 398ff.
32) Vgl. Rosenthal, Ludwig, „Heinrich Heine als Jude”. Frankfurt/Main und Berlin 1973. S. 60.                               33) Vgl. Kaufmann,Hans, „Heinrich Heine. Geistige Entwicklung und künstlerische Werke”. Berlin und Weimar 1967. S. 178 und Sammons, Jeffrey L.,“Heinrich Heine. A modern Biography”. Princeton 1979. S. 334.


* Der Liga für Vö1kerfreundschaft der DDR und den DAAD der BRD möchte ich an dieser Stelle für die Finanzierung der Studienaufenthalte herzlich danken: vom 1. 8. 1983 bis 30. 6. 1984 in Weimar und Leipzig und vom l. bis 30. 7. 1984 in Düsseldorf.


掲載(Veröffentlicht):
ドイツ文学論集(日本独文学会中国四国支部編), No. 18. 72〜78 pp. Nov. 1985年(In: Doitsu Bungaku Ronshu. Die Deutsche Literatur. Hrsg. von dem Zweigbezirk Chugoku-Shikoku der Japanischen Gesellschaft für Germanistik) Kouchi (Asahi-Verlag Tokio)
改定増補(Korrigiert und ergänzt): 2008年12月29日  並木 武(Namiki Takeshi)
 

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