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Heines Gedicht, "Es traeumte mir von einer Sommernacht" 1

 Åê¹Æ¼Ô¡§Namiki  Åê¹ÆÆü¡§2008ǯ12·î29Æü(·î)19»þ41ʬ3ÉÃ
          Heines Gedicht, „Es träumte mir von einer Sommernacht¡Ä¡É1)
                                                                                    NAMIKI Takeshi

1.0. Dieses Gedicht¡¤das als Heines „letztes¡É2¡Ëgelten¡¡und¡¡„nur zwei oder drei Wochen vor seinem Tode¡É3¡Ëgeschrieben worden sein soll¡¤ist¡¡wegen¡¡seiner Besonderheit der Entstehungszeit und seiner Problematik des Inhalts eines der wichtigsten Werke in Heines Spätzeit¡¤ja¡¤in seinem ganzen Leben. Die Entstehungszeit kann man nur ungefähr auf die Zeit zwischen dem November 1855 und dem Januar des folgenden Jahres begrenzen¡¤weil es keine andere überzeugenden Materialien außer denen Seldens und Meißners gibt. Das Gedicht wurde von Heine selbst der letzten Geliebten „Mouche¡É(Elise Krinitz 1828?¡Ý1896¡¤Pseudonym Cami11e Selden¡Ë¡¤übergeben. 4)
1.1. Die Geschichte der bisherigen Textkritik und der Untersuchungen zu den Handschriften5¡Ëdieses Gedichts kann man wie folgt zusammenfassen.
1.1.1. Die letzte Handschrift¡¤die in der Hand Elise Krlnitz gewesen sein und dann von dem Hamburger Heine-Verlager Hoffmann und Campe besessen worden sein soll¡¤ist¡¡später verlorengegangen. Nachdem A. Meißner den ersten Text aufgrund dieser Handschrift gedruckt hat, haben¡¡sich¡¡verschiedene¡¤ungenaue Texte indessen weit verbreitet. Erst nach der langen¡¡textkritischen¡¡Arbeit von Lachmann¡¤Elster¡¤Loewenthal6¡Ëu.a. entstand unser heutiger Text. Noch heute gibt es zwar mehrere Unterschiede und Varianten zwischen den Ausgaben nach
dem zweiten Weltkrieg. Im folgenden Aufsatz aber werden solche Versionen eine nicht so große Rolle spielen.
1.1.2. Die Handschnft¡¤die die Universität Harvard heute besitzt, kann man wegen der äußeren Form und vieler Unterschiede zu dem heutigen Text nicht als die letzte ansehen. Sie soll vielmehr als die erste gelten¡Êim folgenden „EH¡É¡Ë.
1.1.3. In der französischen Übersetzung¡¡von¡¡C. Selden¡ÊIm¡¡folgenden „FܡɡË7¡Ëgibt es zwei Strophen¡¤die im deutschen Text nicht enthalten sind. Aber es ist fast unmöglich zu entscheiden¡¤ob diese Strophen¡¡zu Heines Original gehören oder nicht.
l.2. Nach dem Bericht Seldens soll ein Traum¡¤den Heine hatte¡¤ihm den Stoff zu diesem Gedicht gegeben haben.

¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Er war tot¡¤lag starr und unbeweglich in einem prachtvollen Mausoleum¡¤
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡das der Meißel in vollendet schöner Form aus dem kostbarsten Marmor
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡gebildet hatte, und dessen wundervolle Reliefbilder abwechselnd
¡¡¡¡¡¡¡¡  großartige und groteske Szenen¡¤heilige und lächerliche Personen
¡¡¡¡¡¡¡¡  darstellten.¡Ì¡Ä¡ÍWas die Merkwürdigkeit der Szene erhöhte¡¤war eine
¡¡¡¡¡¡¡¡  Blume von dunkler Farbe¡¤die am Fuße des Sarkophags wuchs¡¤mit einzigen
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Blüte¡¡zwischen den lanzenförmig geschnittenen B1ättern, in deren
¡¡¡¡¡¡¡¡  blassem Kelche man deutlich alle Marterwerkzeuge aus der Passionszeit
¡¡¡¡¡¡¡¡  erkannte. Plötzlich belebt sich die Blume und nimmt menschliche Züge
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡an. Ein süßes¡¤trauriges Antlitz beugt sich liebevoll aber den toten
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Mann¡¤und dieser erkennt sogleich die wohlbekannten Züge.8¡Ë

Dieser Bericht bildet einen einigermaßen genauen Umriß dieses Gedichts bis zur Mitte. Selden konnte ihr Gedächtnis nach dem gedruckten Text korrigieren und ergänzen. Heine hat¡¤wie gut bekannt¡¤seit seiner frühesten Zeit viele Träume gehabt und viele Traumgedichte gedichtet. Die Rahmenstruktur des Traums wie in diesem Gedicht kann man schon in dem Gedicht „Seegespenst¡Éim Nordsee-Zyklus des „Buch der Lieder¡É9¡Ëfinden. Deshalb kann der Leser dieses Gedichtes auch diesmal in die Welt Heines ganz einfach hineinkommen. Diese Reaktion scheint Heie selbst umgekehrt vom Leser zu erwarten. Die häufige Verwendung des Traums hat dem Dichter Heine die Möglichkeit gegeben¡¤seine¡¡poetischen Phantasien ganz frei entwickeln zu lassen. So geht es auch diesem Gedicht „Es träumte mir von einer Sommernacht¡É, ¡Ýder erste Traum¡Ý, ein toter Mann(¡á „Ich¡Éselbst) hegt im Sarg eines offenen Marmorsarkophags¡¤an dem eine Passionsblume steht. Die Blume verwandelt sich in ein Frauenbildnis(¡ádie Liebste), ¡Ýder zweite Traum¡Ý. „Wir¡É1ieben einander¡¤ aber „ich¡É erwacht aus dem zweiten Traum vom Lärm des Wettstreites zwischen den Figuren des Altertums und der Bibelwelt¡¤die auf dem Sarkophag gemeißelt sind. Am Ende erwacht „ich¡Éschließlich aus dem ersten Traum von dem Geschrei eines Esels.

2.0. Der Hintergrund des Gedichts ist dem Leser¡¡auch¡¡schon bekannt und vertraut aus den „Ruinen aus der Zeit Renaissance¡É(Str. 1). Man hat ähnliche Szene in seinen Werken schon oft gesehen.10¡ËDie Idee¡¤daß die Figuren aus dem Altertum und der Bibel nach- oder nebeneiander auftreten¡¤gehört allerdings zu Heines  Originalität¡¤wie man in diesem Aufsatz später sehen wird.
2.1. A. Meißner hat die Str. 4¡¤die die Verse „Die Zeit¡¤die schlimmste Syphilis¡¤hat ihr/ Geraubt ein Stück der edlen Nymphennase¡Éenthält¡¤aus Sensibilität11¡Ëaus dem Erstdruck willkürlich ausgeschlossen. Außerdem aber muß man auch das Problem der Zensur berücksichtigen. Damals hat die Polizeidirektion in München die Zeitschrift „Deutscher Musenalmanach¡Éwegen unzüchtiger Darstellungen in Heines Gedichten „Lied der Marketenderin¡Éund „Das Hohelied¡Ébeschlagnahmt.12¡Ë Später(1884) hat Selden diese Strophe in Deutschland auch nicht gedruckt,13¡Ëobgleich sie sie in die FÜ aufgenommen hat. Bei der Abfassung dieser Strophe wird Heine solche „schulmäßigen oder ästhethaften¡É14¡ËReaktionen schon vorhergesehen haben. Er hat hier vielmehr die bürgerliche Moral und den Ästhetizismus bewußt provoziert.
2.2. In den Str. 6-15 sind die Figuren des Altertums und der Bibel dem Anschein nach objektiv geschildert. Wenn man sie aber noch genauer untersucht¡¤wird man bemerken¡¤daß er um die beste Metrik bemüht ist und jede Figur mit feinster Aufmerksamkeit gestaltet. Über den Ese1 Balaams(eigentlich die Eselin Bi1eams in „Das vierte Buch Moses 22¡É) schreibt Heine ausführlich: „Der Esel war zum Sprechen gut getroffen¡É(Str. 10). Heine scheint hier dem Esel gegenüber neutral zu sein. Er läßt hier den Leser bloß erwarten: der Esel solle etwas sprechen. Darum ist der Wiederauftritt des Esels am Ende des Gedichts sehr effektvoll.
2.3. Selden hat den zweiten Vers der Str. 14 so übersetzt: „au pied de la montagne¡¤Israël¡¡adore¡¡le¡¡veau¡¡d¡Çor¡É¡¤ d.i. sie hat „0chsen¡Émit¡¡dem¡¡goldnen  Kalb verwechselt. Sie scheint sich an dem Gedicht „Das goldne Kalb¡É, in dem das ein goldnes Kalb verehrende Volk Israel kritisch dargestellt ist,l5¡Ëerinnert zu haben. In den ersten zwei Versen ist das Volk Israel mit seiner Viehherde am Berg Sinai ganz einfach dargestellt. 16¡ËDavon kann man sich mit einem Blick auf einen der Entwürfe der EH überzeugen.

¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Dann wieder ist Sinai zu sehn
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Die Kinder Israel die Orthodoxen
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Mit offnem Munde dort am Berge stehn
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Mit ihren Lammerherden¡¤Kuhen¡¤Ochsen

Aus diesem Entwurf hat Heine nur das Wort „0chsen¡É beibehalten und das Wort „die Orthodoxen¡É¡¤das sich mit „0chsen¡É reimt¡¤von der Zeit Moses in die Zelt Jesus geschoben.
2.3.1¡¡„Das Evangelium nach Lukas II¡Éberichtet, daß der zwölfjährige Jesus unter den jüdischen Lehrern fleißig gelernt haben soll. Hier kann man auch eine Verschiebung des Inhalts von der Bibel zu Heine erkennen: die Lehrer¢ªdie Orthodoxen und lernen¢ªdisputieren. Dann ist diese Str. 14 eine Anspielung auf die folgende Strophe des Gedichts „Disputation¡Éin „Romanzero¡É.

¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Thomas von Aquino sagt es¡¤
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Den man nennt den großen Ochsen
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Der Gelehrsamkeit¡¤er ist
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Licht und Lust der Orthodoxen.17¡Ë

In diesem Gedicht streiten sich ein Kapuziner und ein Rabbiner heftig um die Souveränität ihrer eigenen Lehre über die der anderen. Am Ende wird es klar¡¤daß die beiden Disputierenden „stinken¡Éund ihre Disputation selbst verdächtig ist. Thomas von Aquino und seinen Spiritualismus hat Heine in „Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland¡Éstreng kritisiert.18)
2.3.2. Das Wort „0chs¡É benutzt Heine auch in dieser Periode oft als ein Schimpfwort wie in den Gedichten „Im Oktober 1849¡É, „König Langohr I.¡Éund „Duelle¡É.19¡ËIn dieser Str. 14 kritisiert er die Orthodoxen¡¤ indem er diese sich mit „0chsen¡Éreimen läßt, obgleich das Wort „0chsen¡Éselbst innerhalb der ersten zwei Verse eigentllch keine ironischen Töne gehabt hat. In¡¡dem¡¡oben genannten Entwurf wird das Volk Israel auch als die strenggläubigen Orthodoxen und dann die Kirche als ein Symbol der Autorität ironisch kritisiert.

3.0.  In der Str. 16 bemerkt „ich¡É¡¤daß der tote Mann im Sarg „ich¡Éselber sei. Nach der gestrichenen Nummerierung in den Blättern der EH sollten die Str. 30ff der Str. 16 sofort folgen und die Strophen von 17 bis 29 etwas später oder früher geschrieben worden sein.
3.1. In den Strophen 17 bis 20 wird die Herkunft der Benennung der Passionsblume ausführlicher als in „Die Romantische Schule¡É20¡Ëerklärt¡¤damit die Sympathie des Lesers mit dem mit den verschiedenen Instrumenten gefolterten Jesus stark erregt wird. Dann wird hier die Täuschung verursacht¡¤daß der tote Mann(¡á„ich¡É¡Ëder Märtyrer Jesus selbst ist. Die „Über meinem Leichnam niederbeugende¡É(Str. 21¡ËPassionsblume¡¤die sich in der Str. 22 in ein Frauenbildnis verwandelt, sei die Gottesmutter Maria. Hier kann man das Wort Frauentrauer¡Éleicht auf die trauernde Frau Maria beziehen.21¡ËHeine scheint diese Täuschung des Lesers zu erwarten und sich selbst mit dem Märtyrer Jesus¡¤wenigstens in diesem Augenblick¡¤ganz flüchtig Identifizieren zu wollen. Er hat eine besondere Neigung zu dem Heiland Jesus sein ganzes Leben verspürt. Das gemischte Gefühl von Innigkeit, Mitleid und Verehrung hat zu dieser Neigung gehört¡¤wie man es z. B. in dem Gedicht „Frieden¡Édes „Buch der Lieder¡É, im Kapitel VI der „Stadt Lucca¡É¡¤ im Caput XII im „Deutschland. Ein Wintermärchen¡É¡¤in den „Geständnissen¡Éu. a.22¡Ëfinden kann. Aber diese Täuschung wird nicht so lange dauern¡¤weil das Frauenbildnis sich als „die Liebste¡Éschon in der Str. 22 ankündigt und das Wort „Frauentrauer¡Énur einen allgemeinen Sinn als Substantiv hat, wie man einen gestrichenen Ausdruck „wie mit Frauentrauer¡Éin der EH findet.
3.1.1. Außerdem nennt Heine in der Str. 20 alle Folterinstrumente sachlich der Reihe nach und bezeichnet¡¡er¡¡das¡¡Folterkammer¡¡als „Requisiten der Passion¡É. Bei¡¡dieser¡¡Darstellung handelt es sich um eine Szene in einem verdächtigen Passionsspiel. Dies ist eine strenge Kritik an denjenigen¡¤die solche Spiele erdichtet haben und ausnutzen wollen.
3.1.2. Nach Selden soll die Passionsblume bei Heine „das ferne Vaterland¡É23), Deutschland¡¤bedeuten. Die Blume steht zwar bei Heine flüchtig für Deutschland mit schönen Erinnerungen¡¤oder seine Mutter Betty¡¤die über sein frühes Versterben klagen wird, oder die Gottesmutter Maria, die um den gekreuzigten Jesus „trauert¡É. Aber sie bedeutet eigentlich Mouche, Heines letztes Geliebte¡¤wie die meisten Interpreten festgestellt haben.
3.2. In den Strophen nach 23 ist die Beziehung zwischen dem in der Matratzengruft liegenden Heine und Mouche aufs extremste idealisiert dargestellt. In dem Gedicht „Worte! Worte! keine Taten!¡Éund in einem Brief an Mouche24¡Ëist ein dringendes Bedürfnis nach der Liebe mit Tat ausgedruckt. Hier aber werden die Schamlosigkeit und Unfähigkeit des Wortes und die Wichtigkeit des Gedankens betont und die Stärke der Liebe zwischen „ich¡Éund¡¡der Liebste wiederholt behauptet. In den zwei hinzugefügten Strophen der FÜ nach der Str. 26 wird dieses Motiv weiter entwickelt. Es ist heute nur schwer klar zu machen, warum Meißner die Str. 26 beim Erstdruck ausgestoßen hat. Es hatte vielleicht mit dem Wort „Feigenblätter¡Ézu tun¡¤weil dieser Ausdruck für die Atmosphäre dieser Szene unpassend sein würde.
3.2.1. In der Str. 28 und 29 ist geschildert, daß die Welt im „lautlosen Zwiegespräch¡Éausschließlich dem Liebespaar gehört und dem Dritten kein Raum mehr bleibt¡¤sich darin einzumischen. Dazu trägt das siebenmal wiederholte Wort¡Èfrag(-e)¡Ébei¡¤das wirkungsvolle Reime bildet. So verbinden sich „ich¡Éund die Liebste¡¤gewinnen „die Seligkeit¡Éund genießen „die beste Wollust¡É. Diese Verbindung des toten Mannes¡á„ich¡É¡áHeine und der Passionsblume¡áder Liebsten¡áMouche symbolisiert die Versöhnung des Todes und des Lebens(¡áder Liebe) und dann¡¤wie man später in diesem Aufsatz noch ausführlicher lesen wird¡¤die der Wahrheit und der Schönheit und auch die der Nazarener und der Hellenen.
3.3. Heine hofft in der Mitte dieses Gedichts, in den Str. 23-31¡¤auf die Verwirklichung seines persönlichen Bedürfnisses und seiner gedanklichen Ideal. Man kann diesen Teil als einer der schönsten Teile der Lyrik in der deutschen Dichtung schätzen.25) Andererseits aber behält Heine auch hier einen objektiven und ironischen Standpunkt bei, ohne von der lyrischen Atmosphäre gelähmt zu werden. Indem er den Ausdruck wiederholt, daß die Episode mit der Passionsblume „im Traum¡Égeschieht, muß er zugestehen, daß das Bedürfnis und das Ideal ganz schwer zu verwirklichen sind.
 


Heines Gedicht, "Es traeumte mir von einer Sommernacht" 2

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  4.0. Dann wird „der schöne Freudentraum¡É(¡áder zweite Traum) unterbrochen. Das verursacht der Lärm¡¤der von dem Streit zwischen den Barbaren und den Hellenen kommt(Str. 32¡¤33). Das Schema von der Kontroverse zwischen Barbaren¡áNazarenern¡áJuden und Hellenen¡áGriechen kann man in der Schrift „Ludwig Börne. Ein Denkschrift¡Énoch ausführlicher sehen. Dort ist so konstatiert: die bisherlige Geschichte der Menschheit ist von dem Gegensatz zwischen Nazarenern-Spiritualismus-Wahrheit-Antikunst und Hellenen-Sensualismus-Schönheit-Kunst bestimmt worden und die harmonische Vermischung der beiden Elemente ist die Aufgabe der ganzen europäischen Zivilisation.26)
4.1. Heine ist unterdessen anläßlich der Februarrevolution „zu einem persönlichen Gott"27) zurückgekehrt¡¤er hat im rechtsgültigen „Testament" so geschrieben: „ich sterbe im Glauben an einen einzigen Gott¡¤den ewigen Schöpfer der Welt"28) und er hat gestanden, daß er „über das Werk, die Juden, nie mit hinlänglicher Ehrfurcht gesprochen¡Éhat, „und zwar gewiß wieder meines hellenischen Naturells wegen¡¤dem der judäische Asketismus zuwider war. Meine Vorliebe für Hellas hat seitdem abgenommen. Ich sehe jetzt, die Griechen waren nur schöne Jünglinge¡¤die Jude aber waren immer Männer¡¤gewaltige¡¤unbeugsame Männer¡¤nicht bloß ehemals¡¤sondern bis auf den heutigen Tag¡¤trotz¡¡achtzehn Jahrhunderten der Verfolgung und des Elends.Ich habe sie seitdem besser würdigen gelernt¡É.29) Trotz alledem ist ein Liebesfeuer in ihm heftig aufgeflammt, wenn Mouche an seinem Bett stand. Er sehnte sich noch einmal nach „dem Krampf der Leidenschaft, Lust ohne Ruh und dem albern rohen Leben¡É(Str. 31) und nach der Versöhnung und Verbindung der Nazarener und der Hellenen.
4.2. Die Kontroverse zwischen den Nazarenern und den Hellenen ist „langweilig" und scheint kein Ende zu nehmen. Aber der Esel Balaams überschreit die Figuren des Altertums und der Bibel und „ich" erwacht schließlich von dem ersten Traum(Str. 36¡¤37). Heine hat persönlich eine¡¡große¡¡Abscheu¡¡vor¡¡dem¡¡Geschrei¡¡des Esels¡¡gehabt30) und den Esel im negativen Sinne in seinen Werken wie den nachgelesenen Gedichten „Die Wahlesel¡É und „Pferd und Esel¡É31) oft wirkungsvoll gestaltet. Hier spielt der EseI Balaams auch die negative Rolle und dessen Geschichte in der Bibel wird ironisch kritisiert. In Heine treten die Nazarener etwas in den Hintergrund. Er scheint seine Rückkehr zum Gottesglauben vergessen zu haben.32)
4.3. Das Geschrei des Esels bedeutet zwar in gewissem Maße eine Kritik an der fast hoffnungslosen Bemühung um die Versöhnung der Nazarener und der Hellenen. Aber Heine hat die Bemühung nie aufgehört und seinem Ideal nachgestrebt. Dabei hat er der Wirklichkelt streng und klar ins Auge gesehen, obgleich er manchmal in Verzweiflung geraten ist. Deshalb konnte er trotz der langjährigen Krankheiten im Ausland Mouche lieben¡¡und mehrere schöne Gedichte und Briefe an sie schreiben.
4.4. Die Darstellung des Geschrel des Esels in unmittelbarer Zitat „I-A¡¤I-A¡Éund der Ausdruck „dem schluchzend eckelhaften Mißlaut¡É bilden zusammen mit dem Ausdruck „die schlimmste Syphilis¡Éin der Str. 4 und der wilden und sachlichen Schilderung des Streits zwischen den beiden Figuren eine gewältige Provokation der damaligen bürgerlichen Moral und des Ästhetizismus und einen künstlerischen und theoretischen Angriff auf die dichterische Synthese der traditionellen klassischen Dichtung.33¡ËSo hat Heine den Weg der neuen realistischen Lyrik gebahnt.


¡¡Anmerkungen
l) Dieses Gedicht ist bis heute in fast allen Ausgaben mit dem Tite1 „Für die Mouche¡Éoder „Die Passionsblume¡É gedruckt worden. In der ersten Handschrift und in einer Reinschrift¡¤die wahrscheinlich in Anwesenheit Heines¡¡geschrieben wurde, kann man aber keinen Titel finden. In einem solchen Fall benutzt man üblicherweise den Textanfang als den Titel. Dem Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf danke ich für die Erlaubnis¡¤die Fotokopien der oben genannten Handschrift und Reinschrift einzusehen und für andere Materialien. Ich benutze in diesem Aufsatz die Aufbau Ausgabe¡ÊHeine¡¤Heinrich, „Werke und Briefe in zehn Bänden¡É. Hrsg. von Hans Kaufmann. Berlin 1961-1964. Im folgenden: „Kaufmann¡É).
2¡ËSelden¡¤Camilla, „Heinrich Heine¡Çs letzte Tage¡É. Jena¡¡1884. Im folgenden¡¡„Seldan¡É. Hier S. 69.
3¡ËMeißner¡¤Alfred, „Heinrlch Heine. Erinnerungen¡É. Hamburg 1856. Im folgenden „Meißner¡É.  S. 249. In  anderer Stelle hat Meißner aber die Entstehungszeit dieses Gedichts als November 1855 angegeben. Vgl. Melßner¡¤A. „Schattentanz¡É. Zürich 1881. Bd. 2¡¤S. 302f.
4¡ËVgl. Meißner¡¤S. 244ff und Mauthner¡¤Frltz, „Gespräch im Himmel und andere Ketzereien¡É. Berlin 1914. In Heine¡¤Heinrich, „Briefe¡É. Hrsg. von Friedrich Hirth. Mainz 1949-1950. Bd. 2¡¤3. Tei1¡¤S. 232f.
5¡ËAtkins¡¤Stuart¡¤„The First Draft of Heine¡Çs ≻Für die Mouche≺. In „Harvard Library Bulletin¡É.  Cambridge/Mass. 1959. vol. 13¡¤ p. 415-443. Noetlich, Werner, „Heines letzte Gedichte. Vorarbeiten zu einer historisch-kritischen Ausgabe¡É(Diss. Köln¡ËDüsseldorf 1963. S. 143-160. Diesen beiden Arbeiten verdankt dieser Aufsatz viel.
6¡ËVgl. Heine, H., „Sämtliche Werke¡É. Hrsg. von Otto F. Lachmann. Leipzig 1887¡¤Heines Werke¡É. Hrsg. von Ernst Elster. Leipzig 1924 und „Der lyrische Nachlass von H. Heine¡É. Gesichtet von Erlch Loewenthal. Hamburg und Berlin 1925.
7¡ËSelden¡¤Cam111e¡¤„Les derniers jours de Henri Heine¡É. Paris 1884. S.110-119.
8¡ËSelden¡¤S.69f.
9¡ËKaufmann¡¤Bd. 1, S. 191ff.
10¡ËVgl. den letzten Tei1¡¡„Der Götter im Exil¡É(Kaufmann¡¤Bd.7¡¤S. 78f¡Ëund das erste und zweite Tableau des Tanzpoems „Der Göttin Diana¡É (A.a.0.¡¤S. 86ff).
11) Vgl.¡¡Atkins¡¤a.a O¡¤S 418 und Prawer¡¤S. S.¡¤„Heine. The tragic Satirist¡É. Cambridge 1961. S 261.
12) Vgl. Schad¡¤Christian¡¤Brief an H. Heine¡¤den 21. August 1854. In: Heine, Heinrich. Säkularausgabe. „Werke∙Briefwechsel∙Lebenszeugnisse¡É. Hrsg. von den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar und dem Centre National de la Recherche Scientifique in Paris. Berlin und Paris 1970ff. Im folgenden: „HSA¡É. Hier Bd. 27¡¤S. 212.
13) Selden¡¤S. 94.
14) Fischer¡¤0tokar, „Heine Studien. ≻Für die Mouche≺. In: „Prager Presse¡É. Jg. 1923. den 20. Mai.
15) Kaufmann¡¤Bd. 2¡¤S. 38f.
16) Vgl. „Das zweite Buch Mose 16f¡É.
17) Kaufmann¡¤a.a.0.¡¤S. 168.
18) Vgl. a.a.0.¡¤Bd. 5¡¤S. 182.
19) Vgl. a.a.0.¡¤Bd. 2¡¤S. 119¡¤S. 383ff und S. 394.
20) A.a.0.¡¤Bd. 5¡¤S. 15.
21) Vgl. Weidekampf¡¤Ilse, „Traum und Wirklichkeit in der Romantik und bei Heine¡É. Leipzig 1932. S. 124.
22) Vgl. Kaufmann¡¤Bd. 1¡¤S. 194f und S. 465¡¤Bd. 3¡¤S. 383f und Bd. 7¡¤S. 141.
23) Selden¡¤S. 70.
24) Kaufmann¡¤Bd. 2, S. 443f und Brief, den 1. Januar 1856(HSA¡¤Bd. 23¡¤S. 476).
25) Vgl. Kraft¡¤Werner, „Heine. Der Dichter¡É. München 1983. S. 149.
26) Kaufmann¡¤Bd.6¡¤S..94ff und S.126.
27) A.a.0.¡¤Bd. 2¡¤S. 189.
28) A.a.0.¡¤Bd. 7¡¤S. 450.
29) A.a.0.¡¤S. 135.
30) Vgl. Brief an Alexander Dumas (père), den 8. Februar 1855(HSA¡¤Bd.23¡¤S.409f) u.a.
31) Kaufmann¡¤Bd. 2¡¤S. 387ff und S. 398ff.
32) Vgl. Rosenthal, Ludwig, „Heinrich Heine als Jude¡É. Frankfurt/Main und Berlin 1973. S. 60.¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡33) Vgl. Kaufmann¡¤Hans, „Heinrich Heine. Geistige Entwicklung und künstlerische Werke¡É. Berlin und Weimar 1967. S. 178 und Sammons, Jeffrey L.¡¤¡ÈHeinrich Heine. A modern Biography¡É. Princeton 1979. S. 334.


* Der Liga für Vö1kerfreundschaft der DDR und den DAAD der BRD möchte ich an dieser Stelle für die Finanzierung der Studienaufenthalte herzlich danken: vom 1. 8. 1983 bis 30. 6. 1984 in Weimar und Leipzig und vom l. bis 30. 7. 1984 in Düsseldorf.


·ÇºÜ(Veröffentlicht):
¥É¥¤¥Äʸ³ØÏÀ½¸(ÆüËÜÆÈʸ³Ø²ñÃæ¹ñ»Í¹ñ»ÙÉôÊÔ), No. 18. 72¡Á78 pp. Nov. 1985ǯ(In: Doitsu Bungaku Ronshu. Die Deutsche Literatur. Hrsg. von dem Zweigbezirk Chugoku-Shikoku der Japanischen Gesellschaft für Germanistik) Kouchi (Asahi-Verlag Tokio)
²þÄêÁýÊä(Korrigiert und ergänzt):¡¡2008ǯ12·î29Æü¡¡¡¡ÊÂÌÚ¡¡Éð(Namiki Takeshi)
 

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¡¡¡¡¡¡Georg Weerths ausgewählte Gedichte.   Übersetzung: NAMIKI Takeshi

¡¡¡¡¡Ö¥É¥¤¥Ä¥×¥í¥ì¥¿¥ê¥¢¡¼¥È¤ÎºÇ½é¤Î¡¢ºÇ¤â½ÅÍפʻí¿Í¡×(Friedrich Engels, Georg Weerth: der erste und bedeutendste Dichter des deutschen Proletariats. In: Der Sozialdemokrat. Nr. 24 vom 7. Juni 1883 Zürich¡Ë¤È¥¨¥ó¥²¥ë¥¹¤Ë¤è¤Ã¤ÆÈó¾ï¤Ë¹â¤¯É¾²Á¤µ¤ì¤Æ¤¤¤¿¥²¥ª¥ë¥¯¡¦¥ô¥§¡¼¥ë¥È¤Î¥É¥¤¥Äʸ³Ø»Ë¾å¤Î°ÌÃ֤ϡ¢ÀïÁ°¤Þ¤Ç¤Ï¤½¤ì¤Û¤É¹â¤¤¤â¤Î¤Ç¤Ï¤Ê¤«¤Ã¤¿¡¢¤È¤¤¤¦¤è¤ê¤Ï¤à¤·¤í̵¤­¤ËÅù¤·¤«¤Ã¤¿¤È¸À¤Ã¤Æ¤è¤¤¤Ç¤¢¤í¤¦¡£Èà¤Î»í¿Í¤È¤·¤Æ¤Î³èư¤Î´ü´Ö¤¬Ã»¤¯¡¢À¸Á°¤ËËܤηÁ¤ÇÀ¤¤Ë½Ð¤¿¤Î¤¬Ä¹ÊÔÉ÷»É¾®Àâ¡Ø¹â̾¤Ê¤ëµ³»Î¥·¥å¥Ê¥Ã¥×¥Ï¡¼¥ó¥¹¥­¡¼¤ÎÀ¸³è¤È¹Ô°Ù¡Ù¡ÊLeben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski. Hamburg 1849¡Ë¤¿¤À°ìºý¤Ç¤¢¤Ã¤¿¤³¤È¡¢¥ô¥§¡¼¥ë¥È¼«¿È¤â»í¿Í¤È¤·¤Æ¤Î°Õ¼±¤¬É¬¤º¤·¤â¶¯¤¯¤Ê¤¯¡¢ºîÉʤνÐÈǤˤ½¤ì¤Û¤É¤³¤À¤ï¤é¤Ê¤«¤Ã¤¿¤³¤È¤Ê¤É¤¬¤½¤ÎÍ×°ø¤Î°ìÉô¤ò¹½À®¤·¤Æ¤­¤¿¤Î¤Ç¤¢¤í¤¦¡£¤¢¤ë¤¤¤Ï¡¢Èà¤Î̾Á°¤¬¥Þ¥ë¥¯¥¹¤ä¥¨¥ó¥°¥ë¥¹¤Ë¤¢¤Þ¤ê¤Ë¤âʬ¤«¤Á¤¬¤¿¤¯·ë¤ÓÉÕ¤¤¤Æ¤¤¤¿¤«¤é¤«¤âÃΤì¤Ê¤¤¡£
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¥«¡¼¥Ë¥Ð¥ë¤Î²Î(Karnevalslied) 1842ǯ¤Î¥±¥ë¥ó¤Î¥«¡¼¥Ë¥Ð¥ë²Î½¸¤Ë·ÇºÜ¡£¥ô¥§¡¼¥ë¥È¤ÎºÇ½é¤Î°õºþ¤µ¤ì¤¿»í¡£
¤ªÁ°¤Ï¤è¤½¤«¤éÍ褿(lch weiß¡¤du bist ein fremdes Kind) À¸Á°Ì¤È¯É½¡£
¥ª¥é¥ó¥Àι¹Ô¡ÊHolländische Reisen¡Ë¡Ø¿·¥é¥¤¥½¿·Ê¹¡Ù(Neue Rheinische Zeitung¡Ë1848ǯ6·î5ÆüÉÕÂè5¹æ¤Ë·ÇºÜ¡£1846ǯ¤Î¥ª¥é¥ó¥À¾¦ÍÑι¹Ô¤ÎºÝ¤ËÀ®Î©¡£
¡¡¡¡¥Ü¥ó¤Î¥Ï¡¦¡¦¡¦¶µ¼ø Åö»þ̾¤ÎÃΤé¤ì¤¿°å³Ø¼Ô¥Ï¥ë¥ì¥¹¡ÊJohann¡¡Christian Friedrich Harleß¡¤1773-1853¡Ë¤ò»Ø¤¹¡£
ÀÖÍ硹¡ÊDas Nackte¡ËÀ¸Á°Ì¤È¯É½¡£1846ǯ¤Ë¥ô¥§¡¼¥ë¥È¼«¿È¤¬194¥Ú¡¼¥¸¤Î¼ê¹Æ¤Ë¤Þ¤È¤á¤¿¤Ê¤«¤Î°ìÊÔ¡£
µ²¤Î²Î¡ÊDas Hungerlied¡ËÀ¸Á°Ì¤È¯É½¡£Æ±Á°¡£
¹©¶È(Die Industrie) ¡Ø¥É¥¤¥Ä»Ô̱ǯ´Ö¡Ù(Deutsches Bürgerbuch für 1845¡Ë½ê¼ý¡£Åö»þÆÉ¤ó¤Ç´¶Æ°¤·¤Æ¤¤¤¿¥Õ¥©¥¤¥¨¥ë¥Ð¥Ã¥Ï¤ÎÃøºî¤ä¥·¥é¡¼¤È¥Ï¥¤¥Í¤ÎƱ°ì¤ÎÂê̾¤Î»í¡Ø¥®¥ê¥·¥ã¤Î¿À¡¹¡Ù¡ÊDie Götter Griechenlandes/-£ó¡Ë¤ò²¼Éߤ­¤Ë¤·¤Æ¤¤¤ë¡£
¡¡¡¡¥Ñ¥ê¥¢¡¡¥¢¡¼¥ê¥¢¿Í¿ÊÆþ°ÊÁ°¤Î¥¤¥ó¥É¤ÎÀ轻̱¡£ºÇ²¼ÁØ¥«¡¼¥¹¥È¤È¤µ¤ì¤Æ¤¤¤ë¤â°ÛÀ⤢¤ê¡£»²¾È¡§ ¥²¡¼¥Æ¤Î»í¡¢¡ÉParia¡È
¥Ö¥É¥¦ÇÀ̱(Die Winzer) À¸Á°Ì¤È¯É½¡£Æ±Á°¡£¥Á¥å¡¼¥ê¥Ã¥Ò¤Çȯ¹Ô¤µ¤ì¤Æ¤¤¤¿¡Ø¼Ò²ṉ̃¼ç¼çµÁ¼Ô¡Ù(Der Sozialdemokrat)1883ǯ7·î12ÆüÉÕÂè29¹æ¤Ç¤ÏÂê̾¤Ï¡Ö¥é¥¤¥ó¤Î¥Ö¥É¥¦ÇÀ̱¡×(Die rheinischen Weinbauern)¤È¤Ê¤Ã¤Æ¤¤¤ë¡£
¤«¤ï¤¤¤½¤¦¤Ê¥È¥à¡ÊDer arme Tom¡ËÀ¸Á°Ì¤È¯É½¡£Æ±Á°¡£
¥é¥ó¥«¥·¥¢¤Î²Î¡ÊLieder aus Lancashire¡Ë°Ê²¼¤Î6ÊÔ¤Ï1845ǯ¤³¤Î¥¿¥¤¥È¥ë¤Ç¡Ø¼Ò²ñ¤Î´Õ¡Ù¡ÊGesellschaftsspiegel¡Ë¤ª¤è¤Ó1847ǯ¤Ë¡Ø¥¢¥ë¥Ö¥à¡Ù(Album¡Ë¤Ë·ÇºÜ¤µ¤ì¤¿¡£
¤«¤ï¤¤¤½¤¦¤Ê»ÅΩ²°¡ÊEs war ein armer Schneider¡Ë¡Ø¼Ò²ñ¤Î´Õ¡ÙÂè°ì´¬¡£
¥Ï¥º¥¦¥§¥ë¹Û»³¤ÎÉ´¿Í¤ÎÃˤ¿¤Á¡ÊDie hundert Männervon Haswell¡Ë¡¡Æ±Á°¡£
¡¡¡¡¡Ê¸¶Ãø¼ÔÃí¡Ë¥Ï¥º¥¦¥§¥ëú¹£¤ÇÁ°Ç¯¤Î9·î100¿Í¤ÎÀ¸Ì¿¤¬¼º¤ï¤ì¤¿¡£»ö¸Î¿³È½¤Ç¤Ï¡Ö¿À¤Î¸æ¾¤¤·¡×(visitation of God)¤È¤µ¤ì¤Æ¤¤¤¿¤¬¡¢¤³¤Î»ö¸Î¤¬¹Û»³½êÍ­¼Ô¤Î¼êÈ´¤­¤Ë¤è¤Ã¤Æµ¯¤³¤Ã¤¿¤³¤È¤Ï¡¢Ã¯¤·¤âǧ¤á¤ë¤È¤³¤í¤Ç¤¢¤ë¡£
¥é¥ó¥«¥·¥¢¤Î¼ò²°¤Î¤ª¤ä¤¸¡ÊDer alte Wirt in Lankashire¡ËƱÁ°¡£
Âçˤ¤òÃò¤ëϫƯ¼Ô¡ÊDer Kanonengießer¡ËƱÁ°¡£
Èà¤é¤Ï¥Ù¥ó¥Á¤ËºÂ¤Ã¤Æ¤¤¤¿¡ÊSie saßen auf den Bänken¡Ë¡Ø¥¢¥ë¥Ö¥à¡Ù¡£
¡¡¡¡¥·¥ì¥¸¥¢¤Î¿¥¹©°ìÙä 1844ǯ6·î¸½¥Ý¡¼¥é¥ó¥ÉÎΤΥ·¥ì¥¸¥¢ÃÏÊý¤Ç¿¦¹©¤¬Ëªµ¯¤·¤ÆÏ«Ä¤ΰú¾å¤²¤Ê¤É¤òÍ׵ᤷ¤ÆÆ®Á褷¤¿¤¬¡¢¿ôÆü¸å¥×¥í¥¤¥»¥½À¯Éܤη³Ââ¤Ë¤è¤Ã¤ÆÄ𵤵¤ì¤¿¡£
°ÇÌ뤬¤ä¤Ã¤ÆÍ褿¡ÊHerüber zog eine schwarze Nacht¡ËƱÁ°¡£
¹õ¤¤¾Â¤Î²È¡ÊDas Haus am schwarzen Moor¡Ë¡Ø¥É¥¤¥Ä¡¦¥Ö¥ê¥å¥Ã¥»¥ë¿·Ê¹¡Ù(Deutsche-Brüsseler-Zeitung)1847ǯ1·î31ÆüÉÕÂè9¹æ¤Ë·ÇºÜ¡£
¥á¥¢¥ê¡ÊMary¡ËÀ¸Á°Ì¤È¯É½¡£Á°½Ð¤Î1846ǯ¤Ë¤Þ¤È¤á¤é¤ì¤¿¼ê¹Æ¤è¤ê¡£
¡¡¡¡¥ª¥³¥ó¥Í¥ë Daniel O'Connel(1775-1824)¥¢¥¤¥ë¥é¥½¥É¤ÎÀ¯¼£²È¡¢ÆÈΩ±¿Æ°¤Î»ØÆ³¼Ô¤Î¤Ò¤È¤ê¡£
¼ã¤¤¿¦¿Í¤Î²Î (Handwerkersburschen-Lieder¡Ë°Ê²¼¤Î5ÊԤϤ³¤Î¥¿¥¤¥È¥ë¤ÇÁ°µ­¡Ø¥¢¥ë¥Ö¥à¡Ù¤Ë·ÇºÜ¤µ¤ì¤¿¡£Á°½Ð¤Î1846ǯ¤Î¼ê¹Æ¤Î¥¿¥¤¥È¥ë¤Ï¡Ö·»Ä亮¥å¥È¥é¥ª¥Ó¥ó¥¬¡¼¡×(Bruder Straubinger¡Ë¤È¤Ê¤Ã¤Æ¤¤¤ë¡£³Æ»í¤ÎÂê̾¤â¡Ø¥¢¥ë¥Ö¥à¡Ù¤Î¤â¤Î¤Ç¡¢¼ê¹Æ¤Ë¤Ï¤Ê¤¤¡£
Ê̤ì¡ÊDer Abschied¡Ë
»³¤Î¾å¤Ç¡ÊAuf hohem Berge¡Ë
ÎФο¹¤Ç¡ÊIm grünen Walde¡Ë
»°¿Í¤Î¼ã¤¤¿¦¿Í(Drei schöne Handwersburschen)
¤µ¤¯¤é¤ó¤Ü¤Î²Ö¤Îºé¤¯º¢(Um die Kirschblüte)
¥½¥í¥â¥ó¡ÊSalomo¡Ë¡Ø¥É¥¤¥Ä¡¦¥Ö¥ê¥å¥Ã¥»¥ë¿·Ê¹¡Ù(Deutsche-Brüsseler-Zeitung)1847ǯ10·î24ÆüÉÕÂè85¹æ¤Ëƿ̾¤Ç·ÇºÜ¡£¡ØµìÌóÀ»½ñ¡Ù¤ÎÎ󲦵­¾åÂè10¾Ï¤ò¤â¤¸¤Ã¤¿¤â¤Î¡£
À»Îî¹ßÎ׺פβÎ(Pfingstlied¡Ë¡Ø¿·¥é¥¤¥ó¿·Ê¹¡Ù1848ǯ6·î11ÆüÉÕÂè11¹æ¤Ë·ÇºÜ¡£
·Ù»ëÁí´Æ¤Ë¤Ê¤Ã¤¿¤Ê¤é(Ich wollt, ich wär Polizeiminister)ƱÁ°7·î9ÆüÉÕÂè39¹æ¡£
º£Ä«¤Ü¤¯¤Ï¥Ç¥å¥Ã¥»¥ë¥É¥ë¥Õ¥Ø¹Ô¤Ã¤¿¡ÊHeute Morgen fuhr ich nach Düsseldorf¡ËƱÁ°7·î14ÆüÉÕÂè44¹æ¡£
¡¡¡¡¸¡»öÀµ¥Ä¥ô¥¡¥¤¥Õ¥§¥ë ¥×¥í¥¤¥»¥óÎΥ饤¥óÃÏÊý¤ÎȿưÀªÎÏ¤Î»ØÆ³Åª¿Íʪ¡£
Ũ¤Ë¤«¤ß¤Ä¤¯¤Û¤ÉÌû²÷¤Ê¤³¤È¤Ï¤Ê¤¤(Kein schöner Ding ist auf der Welt, als sein Feind zu beißen) ƱÁ°10·î12Æü¡Á14ÆüÉÕÂè114¡Á116¹æ¡£
¡¡¡¡¥¨¥ó¥²¥ë¥¹»á 1848ǯ9·î16Æü¡Á10·î12Æü¤Î¥±¥ë¥ó¤Î·ÙÈ÷»ØÎá´±Carl Engels¤ò»Ø¤¹¡£
¡¡¡¡* ȯ¶Ø¤Ë¤µ¤ì: ¸¶Ê¸¤Ç¤Ï¡¢„geschoeffelt¡É »°·î³×Ì¿Åö»þ¥Ù¥ë¥ê¥ó¤Î³×̿Ū¤Ê»¨»ï¡Ø¿Í̱¤Îͧ¡Ù (Volksfreund¡Ë¤ÎÊÔ½¸¤òÅö¤·¡¢È¿Æ°À¯Éܦ¤ÎÃÆ°µ¤ÇÄÀÌÛ¤ËÄɤ¤¹þ¤Þ¤ì¤¿Gustav Adolf Schloeffel(1829-1849)¤ò¤¢¤Æ¤³¤¹¤Ã¤Æ¤¤¤ë¡£
¡¡¡¡¥è¡¼¥¼¥Õ¡¦¥Ç¥å¥â¥ó ¡Ø¥±¥ë¥ó¿·Ê¹¡Ù(Kölnische Zeitung¡Ë¤Îȯ¹Ô¼ÔJosepf DuMont(1811-1861)¡£¤³¤Î¿·Ê¹¤ÏÈ¿ÂÎÀ©Åª¡¦¼«Í³¼çµÁŪ¦ÌÌ¤È¿Æ¥×¥í¥¤¥»¥óŪ¡¦Î©·û¼çµÁŪ¦Ì̤Ȥò¤¢¤ï¤»¤â¤Ã¤Æ¤¤¤¿¡£
¡¡¡¡¥ì¡¼¥ô¥£ Levin Schiicking(1814-1883)¤ò»Ø¤¹¡£1845¡Á52ǯ¡Ø¥±¥ë¥ó¿·Ê¹¡Ù¤Îʸ·ÝÍó¤òôÅö¡£ÊݼéŪºî²È¡£
¡¡¡¡¥Ö¥ê¥å¥Ã¥²¥Þ¥ó Kar1 Heinrich Brüggemann(1810-1887)¡£1845-55ǯƱ»æ¤ÎÊÔ½¸¼ç´´¡£
¡¡¡¡Âè»°¤ÎÃË ¥·¥å¥ô¥¡¡¼¥ó¥Ù¥Ã¥¯(Eugen Alexis Schwanbeck 1821-1850)¤ò»Ø¤¹¡£1848/49ǯƱ»æ¤ÎÊÔ½¸°÷¡£
¡¡¡¡¥ô¥©¥ë¥Õ¥¡¡¼¥¹¡¡Franz Anton von Wolffers(1813¡¾¡©¡Ë¡£1847¡Á49ǯƱ»æ¤Î³°¹ñôÅöÊÔ½¸°Ñ°÷¡£¥Ù¥ë¥®¡¼´Ø·¸¤Îµ­»ö¤ò¤è¤¯½ñ¤¤¤¿¡£
¡¡¡¡¥³¡¼¥ë¥ê¥Ã¥¸ Samuel Taylor Coleridge(1772-1834¡Ë¡£¥¤¥®¥ê¥¹¤Î»í¿Í¡£¥É¥¤¥Äα³ØÃæ¤Ë¥É¥¤¥ÄÊó¹ð¤ò¿¤¯½ñ¤¤¤¿¡£
¡¡¡¡¥í¥ó¥¸¥å¥â¡¼¤ÎÍ¹ÊØÇÛã ¥Õ¥é¥ó¥¹¤Îºî¶Ê²È Adolphe Charles Adam(1803-1856)¤ÎƱÂê̾¤Î¥ª¥Ú¥é¤ÎÅоì¿Íʪ¡£
¡¡¡¡¡Ø²Î¤ÎËܡ٥ϥ¤¥Í(Heinrich Heine 1797-1856)¤Î½é´ü¤Î»í½¸¡£Á°½Ð¡Ê­¸¡Ë¤Î¥í¡¼¥ì¥é¥¤¤Î²Î¡Ê¡Ö¤Ê¤¸¤«¤ÏÃΤé¤Í¤É¡Ä¡×¡Ë¤Ï¤³¤ì¤Ë¼ý¤á¤é¤ì¤Æ¤¤¤ë¡£
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¡¡¡¡¥«¥ó¥Ç¥ë¥ó¤ÎÀ襤 1848ǯ4·î20Æü¡¢¸½ºß¤Î¥Ð¡¼¥Ç¥ó¡¦¥ô¥å¥ë¥Æ¥ó¥Ù¥ë¥¯½£¤Î¤³¤ÎÃϤǤζ¦Ï¼çµÁ¼Ô¤È¥ô¥å¥ë¥Ç¥ó¥Ù¥ë¥¯·³¤È¤Î´Ö¤ÎÀïÆ®¡£¤½¤ÎºÝ¥ô¥å¥ë¥Æ¥ó¥Ù¥ë¥¯·³¤Î¥¬¡¼¥²¥ë¥ó¾­·³¡ÊFriedrich von Gagern 1794-1848¡Ë¤¬Àï»à¤·¤¿¡£
¡¡¡¡¥ä¡¼¥ó¤È¥é¡¼¥É¥ô¥£¥Ã¥Ä ¡Ö¥È¥¤¥ÄÂÎÁà¤ÎÉã¡×¤È¤â¸À¤ï¤ì¤ëFriedrich Ludwig Jahn(1778-1852)¤È¥×¥í¥¤¥»¥ó¤Î¾­·³Joseph Maria von Radowitz(1797-1853)¤ò»Ø¤¹¡£¤È¤â¤Ë1848ǯ¤Î¥Õ¥é¥ó¥¯¥Õ¥ë¥È¤Î¹ṉ̃µÄ²ñ¤ÇºÇ±¦Íã¤Ë°¤·¤Æ¤¤¤¿¡£
½ª¶Ê¡ÊSchlußlied¡ËÀ¸Á°Ì¤È¯É½¡£Á°½Ð¤Î1846ǯ¤Ë¤Þ¤È¤á¤é¤ì¤¿¼ê¹Æ¤ÎºÇ¸å¤Ë·Ç¤²¤é¤ì¤Æ¤¤¤¿¡£

·ÇºÜ(Veröffentlicht):
¡¡¡¡°¦É²Âç³Ø¶µÍÜÉôµªÍ×, Nr. 23/24, pp. 118¡Á132, Dez. 1990/ pp. 133¡Á152, Dez. 1991 (In: Memoirs of the faculty of General Education, Ehime University)
²þÄêÁýÊä(Korrigiert und ergänzt):¡¡2008ǯ6·î26Æü¡¡¡¡ÊÂÌÚ¡¡Éð(Namiki Takeshi)
 
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 Åê¹Æ¼Ô¡§namiki  Åê¹ÆÆü¡§2008ǯ 6·î19Æü(ÌÚ)02»þ19ʬ0ÉÃ
  ¡¡¡¡¡¡¡¡¥Ï¥ó¥¹¡Ý¥²¥ª¥ë¥¯¡¦¥ô¥§¥ë¥Ê¡¼¡§¥ô¥§¡¼¥ë¥È¤Î»í¡Ø¥é¥ó¥«¥·¥¢¤Î²Î¡Ù¤Îʸ·Ý³Ø¾å¤ÎÆÃħ¤Ë¤Ä¤¤¤Æ
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Ìõ¡§ÊÂÌÚ¡¡Éð
¡¡¡¡¡¡¡¡Hans-Georg Werner: Zur ästhetischen Eigenart von Weerths ¡ÈLieder aus Lancashire¡É
                                                           ¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Übersetzung: NAMIKI Takeshi

¡¡¡¡¡¡Ìõ¼ÔÁ°½ñ¤­
¡¡¡¡°Ê²¼¤ËÌõ½Ð¤¹¤ë¤Î¤ÏµìÅìÆÈ¤Î¥¢¥«¥Ç¥ß¡¼ÈÇÁѽñ¡ÊKaufmann, Hans u.a.: Georg Weerth : Werk u. Wirkung.(Lit. u. Gesellschaft 20). Akademie der Wissenschaften d. DDR. Berlin : Akademie-Verlag 1974 193 S.¡Ë½ê¼ý¤ÎÏÀ¹Í¤«¤é¤Î¤â¤Î¤Ç¡¢¾å·Ç¤Î»í¤ÎÀÛÌõ¤ÎºÝ¤Ë»²¹Í¤È¤µ¤»¤Æ¤¤¤¿¤À¤¤¤¿¡£¤Á¤Ê¤ß¤ËƱ½ñ¤ÎÌܼ¡¤Ï¡¢
¡¡Hans Kaufmann: Vorbemerkung                                                               ¡¡Seite 7
  Werner Feudel: Georg Weerth und die sozialistische dt. Literatur                          ¡¡   ¡¡11
  Bruno Kaiser: Editorische Probleme bei denTexten von Georg Weerth                        ¡¡¡¡¡¡¡¡28
  Mary Kemp-Ashraf: Georg Weerth in Bradford                                                  ¡¡¡¡ 44
  Hans-Georg Werner: Zur ästhetischen Eigenart von Weerths „Liedern aus Lancashire¡È    ¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡ 60
  Silvia Schlenstedt: Gedanken zur Verwendung mythologischer Motive in der
¡¡¡¡sozialistischen Dichtung                                                                       73
  Frank. Wagner: Einige literarhistorische Beobachtungen an Weerths Romanfragment                  82
  Dieter Schiller: Das Erbe der Vergessenen ¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡ 92
  Ingrid Pepperle: Zu neuen Tendenzen der Auseinandersetzung mit der revolutionär-demokratischen
   und sozialistischen Literatur der bürgerlichen Aufstiegsphase                                  113
  Sergei Turajew: Georg Weerth und die Romantiktradition                                          125
  Reinhard Weisbach: Divergenz und Parallelität                                                   144

¤È¤Ê¤Ã¤Æ¤¤¤ë¡£¤³¤³¤Ç¡¢Ëܽñ¤ò³µ´Ñ¤¹¤ë¤â¤Î¤È¤â¤Ê¤Ã¤Æ¤¤¤ëKaufmann¤ÎVorbemerkung¡Ê½ø¸À¡Ë¤ò·Ç¤²¤Æ¤ª¤³¤¦¡£

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E. T. A. Hoffmann. Weimar : Arion Verl., 1962/Berlin, Weimar : Aufbau-Verlag, 1971, 2., durchges. Aufl.
Geschichte des politischen Gedichts in Deutschland von 1815 bis 1840. Berlin : Akademie-Verl., 1969/2. Aufl. 1972
Über Poesie und weiteres oder das Komma im Frack und anderes / [hrsg. von Hans-Georg Werner in Zusammenarbeit mit¡¡  ¡¡Dietrich Freydank ...]. Halle : Mitteldeutscher Verlag, 1981
Studien zu Georg Büchner. Berlin : Aufbau-Verl., 1988, 1. Aufl.
Literarische Strategien. Stuttgart : Metzler, 1993

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Weerth, Georg: Sämtliche Werke in 5 Bdn. Hrsg. von Bruno Kaiser, 1. Aufl., 1956-57 Berlin Aufbau-Verl. 320, 522, 519, 567, 575 S.: 1 Titelbild (Werke),
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Hermut Brandt: Georg Weerth „... der erste und bedeutendste Dichter des deutschen Proletariats ...¡È In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedlich-Schiller-Universität Jena 8 1958/59 2/3 S. 391-400; Gesellschfts- und Sprachwissenschftliche Reihe(Brandt)
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Karl Marx/Friedrich Engels: Werke. Inst. f. Marxismus-Leninismus beim ZK d. SED. Die dt. Ausg. d. Werke von Marx u. Engels fusst auf d. vom Inst. f. Marxismus-Leninismus beim ZK d. KPdSU Berlin : Dietz 1968 ff. 44 Bände.(MEW)
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Heine, ¡ÈDie Soehne des Glueckes beneide ich nicht¡É 1

 Åê¹Æ¼Ô¡§namiki  Åê¹ÆÆü¡§2008ǯ 6·î18Æü(¿å)13»þ26ʬ32ÉÃ
  ¡¡      Heines nachgelassenes Gedicht, ¡ÈDie Söhne des Glückes beneide ich nicht¡É

¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡                                                       ¡¡Namiki Takeshi

0. Inhalt
¡¡  0. Einführung
¡¡  l. Der Titel
¡¡  2. Die Entstehung
¡¡  3. Die Eingliederung
¡¡  4. Die Hiobsgeschichte
¡¡  5.¡ÈRomeo und Julia¡É
¡¡  6. Der Sensualismus
¡¡  7. Das Gelegenheitsgedicht
¡¡  8. Die Auseinandersetzung mit Gott
¡¡  9.¡ÈDer beste der Humoristen¡É
¡¡  10. Die ¡Èversifizierten¡ÉGeständnisse

0.¡¡Einführung
¡¡ Das Gedicht ¡ÈDie Söhne des Glückes¡Égehört mit vierzehn weiteren Gedichten zu dem Zyklus¡ÈZum Lazarus,¡É1) die in den späteren Jahren Heines gedichtet¡¤aber nicht veröffentlicht wurden. Man kann den Titel des Zyklus, ¡ÈZum Lazarus,¡É schon in der 1854 veröffentlichten Gedichtsammlung ¡ÈGedichte. 1853 und 1854¡Éfinden. A11e diese Gedichte¡¤zusammen mit mehreren Texten aus ¡ÈRomanzero,¡Éin denen Heine sich mit der seiner töd1ichen Krankheit konfrontiert¡¤gehören zu den wichtigsten Werken für die Untersuchung der Leistung und des Lebens Heines in dieser Periode.
¡¡ Es erscheint daher lohnenswert, sich mit diesem Gedicht, in dem Heine sich mit der Krankheit, dem Tod und Gott am schärfsten konfrontiert, noch genauer zu beschäftigen, um die Problematik des späten Heines zu präzisieren und verständlicher zu machen.

         Die Söhne des Glückes beneide ich nicht
         Ob ihren Leben, beneiden
         Will ich sie nur ob ihrem Tod¡¤
         Dem schmerzlos raschen Verscheiden.

         Im Prachtgewand¡¤das Haupt bekränzt
         Und Lachen auf der Lippe
         Sitzen sie froh beim Lebensbanquett ¡Ý
         Da trifft sie jählings die Hippe.

         Im Festkleid u mit Rosen geschmückt¡¤
         Die noch wie lebend blühten
         Gelangen in das Schattenreich
         Fortunas Favoriten.

         Nie hatte Siechtum sie entstellt¡¤
         Sind Todten sind von guter Miene
         und huldreich empfängt sie an ihrem Hof
         Zarewna Proserpine.

         Wie sehr muß ich beneiden ihr Loos!
         Schon sieben Jahr mit herben
         Qualvollen Gebresten walz¡Çich mich
         Am Boden u kann nicht sterben!

         O Gott¡¤verkürze meine Qual
         Damit man mich bald begrabe;
         Du weißt ja¡¤daß ich kein Talent
         Zum Martyrthume habe.

         Ob Deiner Inkonsequenz¡¤O Herr¡¤
         Erlaube daß ich staune:
         Du schufest den fröhlichsten Dichter u raubst
         Ihm jetzt seine gute Laune

         Der Schmerz verdumpft den heitern Sinn
         Und macht mich melancholisch;
         Nimm nicht der traurige Spas¡Çein End¡¤
         So werd¡Çich am Ende katholisch.

        Ich heule dir dann die Ohren voll
        Wie andre gute Christen ¡Ý
        O Miserere! verloren geht
        Der beste der Humoristen!(HSA Bd. 3 S. 218 f)

1. Der Titel
¡¡ Der Erstdruck dieses Gedichts erschien im ¡ÈDeutschen Musenalmanach¡É(Würzburg 1857) unter dem Titel¡ÈMiserere.¡É  Auch in den meisten folgenden Ausgaben ist es so benannt worden. In der Handschrift aber trägt es mit den anderen vierzehn Gedichten¡¤wie schon oben erwähnt¡¤die gemeinsame Überschtift¡ÈZum Lazarus.¡É2) Deshalb kann man das Gedicht mit einer entsprechenden Nummer der Stellung in diesem Gedichtzyklus¡¤wie ¡ÈZum Lazarus Nr. 1¡É benennen. Aber diesen Titel trägt schon ein Zyklus in ¡ÈGedichte. 1853 und 1854.¡É Daher wäre diese Benennung nicht so praktisch¡¤weil man die beiden Zyklen auf diese Weise leicht miteinander verwechseln könnte. In solchem Fall benutzt man üb1icherweise den Versanfang¡¤hier: ¡ÈDie Söhne des Glückes beneide ich nicht.¡É
¡¡ Die Formulierung ¡ÈDie Söhne des Glückes¡É kann man schon im ¡ÈRabbi von Bacherach¡É finden¡¤wo Heine sie als die allgemeine Bezeichnung der „Christen¡É gegenüber den verfolgten ¡ÈJuden¡É benutzt 3). Im Zusammenhang mit dem Vers der 9. Strophe,¡ÈWie andre gute Christen... ¡É wird diese Bezeichnung im 9. Teil ausführlicher behandelt werden.

2¡¥ Die Entstehung
2. 1.  Dieses Gedicht gehört¡¤wie schon oben erwähnt wurde¡¤mit den andern vierzehn Gedichten zu der Serie¡ÈZum Lazarus,¡É die von Heine selbst als zweiter Teil des gleichnamigen Zyklus aus ¡ÈGedichte. 1853 und 1854¡É angelegt und darum gleich betitelt wurde. Deshalb kann man davon ausgehen¡¤daß die meisten Gedichte der nachgelassenen Reihe ¡ÈZum Lazarus¡É 1854 und 1855 entstanden sind.
¡¡ Bezüglich der Entstehung dieses Gedichts lassen sich aber noch weitere Hinweise finden:
2. 2.  In der 5. Strophe klagt das dichterische ¡ÈIch,¡É daß es schon seit sieben Jahren schwerkrank sei. Heine selbst nennt als den Anfang der ¡ÈMatratzengruft¡É immer exakt das Jahr 1848 4). Dann kann man auf das Jahr 1854 bzw. 1855 einfach rückschließen¡¤wenn man diese sieben Jahre dem Jahr 1848 hinzu addiert. In jedem Fall muß man auch aber die Mög1ichkeit bedenken¡¤daß diese Zahl ¡Èsieben¡É bloß ¡Èlang¡É bedeutet¡¤d.i. ¡ÈIch bin schon sehr lang schwerkrank,¡É weil die Zahl sieben bekanntlich eine bedeutungsvo11e¡¤wichtige Zahl im alten Volksglauben und in der Bibel ist. Außerdem sollte man auch in Betracht ziehen¡¤daß Heine diese Zahl vielleicht nur wegen des Versmaßes 5) benutzt hat¡¤z.B. statt sechs oder acht bzw. neun¡¤weil¡Èsieben¡É zweisilbig ist und die anderen einsilbig sind.
2. 3.  Die zwei Verse der 6. Strophe,¡Èdaß ich kein Talent/ Zum Martyrthume habe¡É sind auch merkwürdig. Wie im 7. Teil noch ausführlicher behandelt wird¡¤gab es im September 1854 eine Debatte um Heines ¡ÈMärtyrtum.¡É Es ist gut mög1ich¡¤daß Heine mit diesem Gedicht seine Meinung bezüglich dieser Debatte äußern wollte. In dem Fall ließe sich die Entstehung des Gedichts frühestens auf den Herbst 1854 datieren.
2. 4.  Von diesem Gedicht gibt es eine Handschrift von Heines eigener Hand und zwei voneinander unabhängige Abschriften von der Hand dritter Personen. In der Handschrift¡¤deren Papier Heine meistens in der Zeit zwischen 1853 und 1855 benutzte und deren Schreibweisen auch zu dieser Zeit gehört 6), 1assen sich zahlreiche¡¤aber inhaltlich nicht so wesentliche Korrekturen finden.
2.5.  Man kann darüber hinaus annehmen, daß dieses Gedicht fast zeitgleich mit den ¡ÈGeständnisse¡Éentstanden ist¡¤die als erster Band der¡ÈVermischten Schriften¡Éim Oktober 1854 herausgegeben wurden¡¤weil in diesem Gedicht und im letzten Teil der¡ÈGeständnisse,¡É wie im 10. Teil noch eingehend behandelt wird¡¤zahlreiche, inhaltlich genau gleiche Wörter und Wortwendungen enthalten sind. Der letzte Teil der ¡ÈGeständnisse¡É und deren Vorwort wurden im März 1854 geschrieben und die französische Ausgabe ist schon im September 1854 veröffentlicht worden.
¡¡ Aufgrund dieser fünf Punkte an kann man zwar die wahrscheinliche Entstehungszeit des Gedichts auf die Jahreswende 1854 und 1855 einschränken. Mög1icherweise muß man den Zeitraum aber auch auf die Jahre 1853¡Ý1855 erweitern¡¤weil man bis heute keine anderen verläßlichen Materialien als die Tatsache¡¤daß die zweite Fassung dieses Gedichts zusammen mit den Gedichten ¡ÈDas Hohelied¡É und ¡ÈDie Libelle¡É aus dem gleichen Heft wie ein auf das Frühjahr 1853 datiertes Bruchstück der¡ÈGestandnisse¡É stammt 7¡Ë¡¤ finden kann.

3.¡¡Die Eingliederung
¡¡ Dieses neunstrophige Gedicht ist mehrschichtig. Daher ist es schon nötig¡¤daß man es exakt eingliedert¡¤um genauer zu interpretieren.
1. Einführung(Strophe 1): Das krankliegende ¡ÈIch¡É beneidet in Anspielung auf den Beginn der Hiobsgeschichte bzw. Shakespeares ¡ÈRomeo und Julia¡É die jungen Leute um ihren raschen Tod.
2. Gründe des Neids¡¤d.i. der Sensualismus¡ÊStro. 2¡Ý5): Weil sie in der Mitte der Jugendzeit p1özlich versterben¡¤gelangen sie noch ¡Èvon guter Miene¡È und blühend in das Schattenreich und werden von Proserpina auf huldreiche und beneidenswerte Weise empfangen. Dagegen ist das ¡ÈIch¡É schon sieben Jahre schwerkrank und kann noch nicht sterben.
3. Die Auseinandersetzung mit Gott(Stro. 6¡Ý9): Das ¡ÈIch¡È wirft Gott vor¡¤daß dieser¡¤der das ¡ÈIch,¡É den fröhlichsten Dichter¡¤erschuf¡¤ihm jetzt seine gute Laune geraubt habe¡¤und verlangt das Ende von Gottes Spaß¡¤d.i. die verkürzung der Qua1¡¤den Tod. Andernfalls werde das¡ÈIch¡É katholisch und das sei der Verlust des besten der Humoristen.
¡¡ Das ¡ÈIch¡É in diesem Gedicht kann man wohl schon mit dem Dichter¡¤Heine selbst¡¤gut identifizieren¡¤wie man auch aus anderen ¡ÈLazarus¡É bzw. ¡ÈZum Lazarus¡É Gedichten gut ersehen kann. Deshalb wird im folgenden als das dichterische ¡ÈIch¡É Heine direkt genannt. In diesem Zusammenhang lesen wir zuerst einen Brief Heines an seine Mutter¡¤der zeigen wird¡¤wie die Situation Heines in dieser Periode mit der des dichterischen ¡ÈIch¡É gut identisch ist.

     An meiner Krankheit selbst aber¡¤ist das allerschlimmste¡¤daß man so
     lange dabei am Leben bleibt¡¤was Dir freilich¡¤liebe Mutter¡¤nicht
     das schlimmste dankt¡¤ich aber der ich so viel physisch leiden muß und
     alle Hoffnung der Genesung verliere¡¤ich beneide die Menschen¡¤die von
     akuten Krankheiten rasch fortgerafft werden. Das fatale beim Sterben
     besteht nur darin¡¤daß wir unsere Lieben dadurch in Kummer versetzen.
     Wie gerne verließe ich die Welt.(am 15. 3. 1850¡¤HSA Bd. 23 S. 27)

4.¡¡Die Hiobsgeschichte
¡¡ Wie schon erwähnt¡¤kann man festhalten¡¤daß der Rahmen dieses Gedichts von der Hiobsgeschichte in der Bibel entliehen ist¡¤d.i. in den Strophen 1-5 wird größtenteils das Schicksal der Kinder Hiobs erzählt und in den Strophen 6-9 die Auseinandersetzung Hiobs mit Gott geschildert. Aber die Szene¡¤in der Hiob am letzten Teil der Geschichte die Gerechtigkeit Gottes wieder herstellt¡¤kann man in diesem Gedicht nicht finden.
   Im Folgenden vergleichen wir die Handlung des Gedichts mit der in der Bibe1.

Stro.   Die Söhne des Glückes                      Die Hiobsgeschichte in der Bibel 8¡Ë           Kap, ­¸.

2   Im Prachtgewand¡¤das Haupt bekränzt/¡Ä/      seine Söhne giengen hin und machten Wohlleben      1/4
       Sitzen sie froh beim Lebensbanquett         Sie aßen und trunken Wein                          13

2   Da trifft sie jählings die Hippe             da kam ein großer Wind von der Wüsten her ...     1/19
                                                   und warfs auf die Knaben¡¤daß sie starben

5   Schon sieben Jahre mit herben/ Qualvollen    er nahm einen Scherben¡¤und schabte sich¡¤         2/8
      Gebresten walz¡Çich am Boden                 und saß in der Asche
                                                  und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und      13
                                                   sieben Nächte

6   O Gott¡¤verkürze meine Qual/ Damit man       Warum bin ich nicht gestorben vom Mutterleib an?   3/11
      mich bald begrabe                            Die des Todes warten¡¤und kommt nicht               21

8   ob deiner Inconsequenz¡¤0 Herr,/ Erlaube     Merkt doch einst¡¤daß mir Gott unrecht thut        19/6
      daß ich staune:/ Du schufest den ...       ¡¡und hat mich mit seinem Jagestrick umgehen

9   Ich heule dir dann die Ohren voll            ich rufe¡¤und ist kein Recht da                    19/7
                                         (Erweitern Sie diese Seite, um richtig anzuschauen, bis hierhin!)

¡¡ Wie schon oben erwähnt wurde¡¤kann man zwar in diesem Gedicht keine konkreten Aussagen finden¡¤denen Heine eine Gerechtigkeit Gottes feststellt. Aber man kann an mehreren Stellen deutlich eine gewisse Annäherung an Gott von seiten Heines spüren. Daher läßt sich sagen¡¤daß dieses Gedicht auch inhaltlich¡¤d.i. in der Beziehung zu Gott¡¤ und im Verlauf der Handlung mehrere Gemeinsamkeiten mit der Hiobsgeschichte enthält. Das wird im 9. Teil noch weiter behandelt.

5¡¥¡ÈRomeo und Julia¡É
¡¡ Die ersten drei Verse der 2. Strophe¡¤die Schilderung der lebensfrohen jungen Leute¡¤vergegenwärtigt uns die Maskenball-Szene(Sz. 5) des 1. Aufzuges von Shakespeares ¡ÈRomeo und Julia.¡É Noch andeutungsvoller ist die Äußerung Romeos in der 1. Szene des 3. Aufzuges,¡ÈWeh mir¡¤ich Narr des Glücks,¡É9) weil diese Äußerung uns sofort an den Titel unseres Gedichts und an das Zitat derselben Äußerung im letzten Teil der ¡ÈGeständnisse¡Éerinnert. Davon wird im 10. Teil weiter die Rede sein. Darüber hinaus kann man sich leicht zusammen mit Heine an die Tatsache erinnern¡¤daß in der letzten Szene dieser Tragödie das Paar¡¤Romeo mit dem Schwert und Julia mit dem giftigen Getränk¡¤zum ¡Èraschen Verscheiden,¡É Selbstmord beging. Deshalb kann man feststellen¡¤daß Heine die oben erwähnten Szenen im Verlauf der Schöpfung dieses Gedichts mit großer Wahrscheinlichkeit oft in Betracht gezogen hat.

6. Der Sensualismus
¡¡ Die Schilderung der jungen Leute¡¤die froh beim Bankett sitzen und festlich gekleidet sowie mit Rosen geschmückt sind¡¤erinnert uns sofort an die folgenden Darstellungen der 1830er und -40er Jahre¡¤d.i. der vom Grundgedanken des Sensualismus geprägten Periode in Heines Schriften.

     Wir stiften eine Demokratie gleichherrlicher¡¤g1eichheiliger¡¤g1eichbeseligter
     Götter... verlangen Nektar und Ambrosia¡¤Purpurmantel¡¤kostbare Wohlgerüche¡¤Wollust
     und Pracht¡¤lachenden Nymphentanz¡¤Musik und Komödien.
      (Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. 2. Buch¡¤HSA Bd. 8 S. 175)

       Es wächst hienieden Brod genug
       Für alle Menschenkinder¡¤
       Auch Rosen und Myrthen¡¤Schönheit und Lust¡¤
       Und Zuckererbsen nicht minder.(Deutschland. Ein Wintermärchen. Caput 1¡¤a.a.0. Bd. 2 S. 298)

6. 1.  Zwar schildert Heine in unserem Gedicht den Sensualismus einigermaßen objektiv als eine für ihn jetzt fremde Erscheinung so¡¤als ob er sich mit diesem nicht mehr befaßte¡¤d.i. als ob die Zeit des Sensualismus vorbei sei. Aber die Tatsache¡¤daß Heine hier die fröhlichen¡¤jungen Leute¡¤die am Ende von Proserpina huldreich empfangen werden¡¤ausführlich beschreibt und die Verse bis zu unsrer letzten Fassung mehrmals verbessert hat, um z. B. das Wort ¡ÈRose(-n),¡É das als eines der wichtigsten Schlagworte des Sensualismus bekannt ist, inhaltlich und auch poetisch mög1ichst effektvo11 einzusetzen¡¤beweist noch immer seine starke Neigung zum Sensualismus bzw. seine Sehnsucht danach. Er ist vor die unvermeidliche Wahl gestellt¡¤entweder den Tod oder die langwierigen Krankheit zu wahlen¡¤weil er schon sicher gewußt hat¡¤ daß seine Krankheit unheilbar ist¡¤ wie man oben im 3. Teil gesehen hat. Gerade um diese tödliche Krankheit zu bewältigen¡¤hat er aber diese sensualistische Szene¡¤unser ganzes Gedicht und zuletzt sämtliche anderen Werke dieser letzten Phase geschaffen10).
6. 2.  Die Ankunft der jungen Toten im Schattenreich ist lustig und schön. Sie werden von der dortigen Königstochter Proserpina huldreich empfangen. Das ist schon kein Schattenreich mehr¡¤sondern eine neue Welt der neuen Generation¡¤des zukünftigen Menschengeschlechts¡¤wie es Heine früher oft erträumt und geschildert hat 11). Die Toten sind nicht mehr tot¡¤sondern ¡Èvon guter Miene.¡É Deshalb beneidet Heine ¡Èihr Loos¡É sehr. Man kann daher diese Szene von der 2. bis 4. Strophe als eine Rehabilitation¡¤oder besser¡¤als eine Wiederbestätigung des Sensualismus von Heine ansehen.
6. 3.  Proserpina bei Heine tritt schon in den ¡ÈNeuen Gedichten¡É und zwar im Gedicht ¡ÈUnterwelt¡É auf.

       Auf goldenem Stuhl, im Reich der Schatten¡¤
       Zur Seite des königlichen Gatten¡¤
       Sitzt Proserpine
 

Heine, ¡ÈDie Soehne des Glueckes beneide ich nicht¡É 2

 Åê¹Æ¼Ô¡§namiki  Åê¹ÆÆü¡§2008ǯ 6·î18Æü(¿å)13»þ20ʬ34ÉÃ
         Mit finstrer Miene¡¤
       Und im Herzen seufzet sie traurig:
       Ich lechze nach Rosen¡¤nach Sangesergüssen
       Der Nachtigall¡¤nach Sonnenküssen ¡Ý (HSA Bd. 2 S. 87 f)

So läßt sich deutlich zeigen, daß unser Gedicht¡ÈDie Söhne des Glückes¡É eine Anspielung auf ¡ÈUnterwelt¡É bzw. ein Gegenstück dazu ist. Heine hat die Änderung seiner eigenen Auffassung oft und gern so formuliert¡¤indem er auf frühere Äußerungen bzw. Werken poetisch anspielt bzw. Gegenstücke dazu entwirft. Daher empfängt Zarewna Proserpina die Toten nicht mehr ¡ÈMit finstrer Miene,¡É sondern wahrscheinlich ist sie auch ¡Èvon guter Miene.¡É
6. 4  Die Bezeichnung ¡ÈZarewna¡É ist einerseits so lustig¡¤daß sich beim ersten Blick auf dieses Wortes die Spannung etwas lösen läßt, indem man die hervorragende Technik der Heineschen Wortschöpfung¡¤die witzige Verbindung von Zarewna und Proserpina¡¤an sich bewundert. Aber diese Bezeichnng weist anderseits etwas auch auf Ernstes hin. Das ist der Schatten Rußlands. Proserpina ist hier nicht mehr die Tochter bzw. Gattin Plutos¡¤sondern die Tochter des russischen Kaisers. Heine hat sich schon immer kritisch zu Rußland und dessen absolutistischem Zarismus im Vergleich mit Frankreich geäußert.

      Allianz zwischen Rußland und Frankreich. Ihre Affinität ¡Ý in beiden Ländern
      der Geist der Revolution; hier in der Masse und hieß einst Konvent¡¤dort
      konzentriert in einer Person und heißt Zar; hier in republikanischer¡¤dort
      in absolutistischer Form; hier die Freiheit¡¤dort die Zivilisation in Auge
      haltend¡¤hier idealen Prinzipien¡¤dort der praktischen Notwendigkeit huldigend¡¤
      an beiden Orten aber revolutionär agierend gegen die Vergangenheit¡¤die sie
      verachten¡¤ja hassen.¡Êaus¡ÈAphorismen und Fragmente¡É HSA Bd. 12 S. 247¡Ë

       Ich denke mit Widerwillen noch
       An jenen schnöden¡¤verfluchten
       Vorspielgerüche¡¤das schien ein Gemisch
       Von altem Kohl und Juchten.(Deutschland. Ein Wintermärchen. Caput 26¡¤a.a.0. Bd. 2 S. 352)

So werden die jungen Toten zwar von Proserpine ¡Èhuldreich¡É empfangen, aber dort ist es gleichzeitig so kalt wie in Sibirien. Man kann hier also Heine als Sensualist und gleichzeitig als Realist erkennen¡¢d.i. die neue Welt des zukünftigen Geschlechts ist auch nicht immer rosig. Trotzdem ist Heine hier aber wegen des akuten Todes wirklich neidisch auf die Jungen.

7.  Das Gelegenheitsgedicht
¡¡ Ab Strophe 6 beginnt die Auseinandersetzung bzw. das Gespräch mit Gott. Heine betet für die Verkürzung seiner Qua1¡¤ den Tod. Als Grund dafür formuliert er¡¤daß er kein Talent zum Märtyrertum habe. Diese Formulierung selbst ist in solchem Fall ungewöhnlich und macht einen etwas komischen Eindruck¡¤weil man normalerweise um Heilung der Krankheit oder wenigstens um Linderung der Schmerzen betet.
7. 1.  Mit dem Wort Märtyrertum verbindet man zuerst das Bild von Jesus als Märtyrer¡¤das Heine schon im Caput 13 des ¡ÈDeutschland. Ein VVintermärchen¡É ziemlich ausführlich und sympatisch¡¤aber gleichzeitig kritisch-ironisch gezeichnet hat.

       Ach! hättest du nur einen andern Text
       Zu deiner Bergpredigt genommen¡¤
       Besaßest ja Geist und Talent genug¡¤
       Und konntest schonen die Frommen!

       Geldwechsler¡¤Banquièrs¡¤hast du sogar
       Mit der Peitsche gejagt aus dem Tempel ¡Ý
       Unglücklicher Schwärmer¡¤jetzt hingst du am Kreuz
       Als warnendes Exempel!(HSA Bd. 2 S. 322)

In unserem Gedicht dagegen ist die Beschreibung kurz und entscheidend¡¤d.i. eine deutliche Ablehnung des Märtyrertums. Im Zusammenhang mit der Bezeichnung ¡Èden fröhlichsten Dichter¡É in der nächsten Strophe erklärt Heine hier deutlich¡¤ daß er zwar nicht das Talent zum Märtyrer¡¤wohl aber das zum Dichter habe. Daher gilt diese Strophe schon als eine
Anspielung auf die Jesus-Verse im ¡ÈWintermärchen.¡É
7. 2.  Es ist auch mög1ich¡¤daß Heine sich an dieser Stelle bezüglich des Wortes ¡ÈTalent¡É an die Auseinandersetzung bzw. Meinungsaustausch mit mehreren Leuten und seine eigenen Betrachtungen gegen Ende der 1820er und in den 30er Jahren erinnert hat. Damals hat Heine bezüglich der Begriffe ¡ÈTalent¡É bzw. ¡ÈCharkter¡É häufigen schriftlichen Austausch mit K. A. Varnhagen von Ense u.a.12) und eine dauerhafte und heftige Debatte mit Wolfgang Menzel und den damaligen Republikernern 13) geführt, die anläßlch der Veröffentlichung des ¡ÈBörne-Buches¡Éin den 40er Jahren wieder angefeuert wurde.
¡¡ Die Debatte um Talent und Charakter wird auch in dieser Periode wiedergeholt. Im Gedicht ¡ÈKobes l.¡É aus ¡ÈGedichte. 1853 und 1854,¡É das eine satirische Kritik an Jakob Venedeys politischer Haltung enthält¡¤kann man die folgenden Verse lesen.

       Gleichfalls ein Geist, sein Denken blieb
       Ganz frei vom Einfluß abstracter
       Philosophie ¡Ý Er blieb Er selbst!
       Der Kobes ist ein Charakter.(HSA Bd. 3 S. 202)

Dagegen hat Venedey im November 1854 ein Gedicht mit dem Tite1 ¡ÈAn Heinrich Heine¡É veröffentlicht¡¤wo er an Heine genau so direkt kritisiert;

             ¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡IV.
       ¡¡Du weiß¡¤was Mannesart sonst schmücket¡¤
       Und auch¡¤wo¡¤Held¡¤der Schuh dich drücket.
       Darum rufst du aus: ¡äBin ein Talent¡¤
       Das seine ganze Würde kennt¡¤
       ¡¡Nichts abgeschmackter
         als ein Charakter¡ã

       ¡¡Den Stolz¡¤dem Fuchse angeboren¡¤
       Den Schwanz hatt¡Çeinst ein Fuchs verloren;
       Der rief wie du:¡äIn seinem Glanz
       Erscheint der Fuchs ¡Ý erst ohne Schwanz!
       ¡¡Nichts abgeschmackter¡¤
         Als ein Charakter¡ã

          ¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡V
         Warst ja auch ein Grieche sonst¡¤
       Zähltest dich zu den Hellenen.
       Lazarus¡¤ach! dazu fehlt
       Dir nur etwas auf den Zähnen.

         Fluchte doch dem Gotte selbst¡¤
       Der ihn hatte fesseln lassen¡¤
       Noch Prometheus¡¤als am Fels
       Adler ihm das Herz zerfraßen.

       ¡¡Keiner hörte winseln ihn¡¤
       Keiner ihn in Schmerzen stöhnen;
       Das war so der Griechen Art
       Lag im Blute der Hellenen.

       ¡¡Hast ja auch gelästert Gott ¡Ý
       Doch dein Hohn war eitel Lügen;
       Jetzt¡¤jetzt lügst du wieder nur¡¤
       Hoffst den Teufel zu betrügen.14)


Natürlich hat Heine darauf auch stark reagiert15). Man kann daher gut annehmen¡¤daß Heine sich bei dieser Debatte an die in der früheren Zeit erinnert hat.
7. 3.  Darüber hinaus sollte man hier noch einer anderen Debatte bzw. einem Zwist besondre Aufmerksamkeit schenken. Sie hatte die Veröffentlichung der vom Autor Heine nicht erlaubten¡¤unberechtigten Übersetzung der französischen Ausgabe der ¡ÈGeständnisse¡É im September 1854 zum Anlaß. Es ist nur zu natürlich¡¤daß Heine darauf sofort und sehr streng reagiert hat¡¤ weil diese Übersetzung in der Augsburger ¡ÈA11gemeinen Zeitung¡É nicht nur unberechtigt veröffentlicht wurde¡¤ sondern auch mit einer Nachbemerkung¡¤in der Heine so offen wie derb folgendes vorgeworfen wurde:

     Mit dem Vorstehenden schließen wir diese ,Bekenntnisse¡Ç; Wir haben sie gegeben wie wir
     sie fanden¡¤nichts weiter. Aber es drängt uns ihnen einige wenige Zeilen nachzusenden.
     Heine ist derselbe geblieben¡¤der er immer gewesen; es ist immer dasselbe Wetterleuchten
     einzelner Geistesblitze in der Einöde abgestandener Späße¡¤frivoler Paradoxa und blasirter
     Weltanschauung; er beutet sein Krankenlager aus wie einst sein wohlfeiles politisches
     Martyrerthum; nichts ist neu an ihm als ¡Ý wenn wir den Ausdruck gebrauchen dürfen ¡Ý die
     Coketterie der Impotenz. Wohl schimmert uns lockend manch' pragende Blume entgegen¡¤aber
     sie duftet nicht und erfreut nicht; Gift ist der Boden auf dem sie großgewuchert, Gift die
     Atmosphäre die sie ausströmt. Die ,Limburger Chronik¡Çmag eine furchtbare Krankheit geschildert
     haben¡¤aber die furchtbarste von allen¡¤den Aussatz des Geistes¡¤hat sie nicht gekannt¡¤und
     noch soll sie ,Klapper des heiligen Lazarus¡Çgefunden werden die gegen sie die Geister und
     die Herzen schützt.16)

Heine hat sich ¡Èüber den Artikel der A11gemeinen Zeitung zu Tode¡É17¡Ë geärgert und wollte am Anfang seinen Freundeskreis und den Verlager Campe dazu bringen¡¤gegen die Zeitung und den Verfasser eine gesetzliche Klage zu führen. Aber am Ende hat Heine schon im November dieses Jahres die Affäre von sich aus beendet¡¤ohne in eine konkrete Aktion gegen die Zeitung und den Verfasser zu treten.18)
   Hier könnte man noch hinzufügen¡¤daß in einer Göttingischen Zeitung vom Januar 1855 dieses Problem um Heines ¡ÈMärtyrtum¡É ernst und neutral behandelt wurde.19)
7. 4.  Außerdem kann auf andere Werke in dieser Periode hingewiesen werden¡¤wo Heine das Wort ¡ÈTalent¡É bewußt benutzt hat.

    ¡ÈSpätere Note¡É zum ¡ÈLudwig Marcus. Denkwort¡É; Aber warum muß der Gerechte so viel leiden
     auf Erden? Warum muß Talent und Ehrlichkeit zu Grund gehen¡¤während der schwadronierende
     Hanswurst¡¤der gewiß seine Augen niemals durch arabische Manuscripte trüben mochte; sich
     räkelt auf den Pfühlen des Glücks und fast stinkt vor Wohlbehagen?(HSA Bd. 12 S. 124¡Ë

       ¡ÈDie Menge thut es¡É(aus den ungedruckten Gedichten);
¡¡     Ich habe ein foible für diesen König
       Ich glaube¡¤wir sind uns ähnlich ein wenig.
       Ein vornehmer Geist¡¤hat vie1 Talent.
       Auch ich¡¤ich wäre ein schlechter Regent.(A.a.0. Bd. 3 S. 243)

      ¡ÈMemoiren¡É(Fragment);Ein berühmter Kaufmann¡¤bey welchem ich ein apprenti minionaire
      werden wollte¡¤meinte ich hätte kein Talent zum Erwerb u lachend gestand ich ihm daß er
      woh1 Recht haben mochte (A.a.0. Bd. 12 S. 149)

        Testament(Entwurf zur rechtsgü1tigen Fassung vom 13.11.1851¡Ë; Mein ganzes literarisches
      Vermögen¡¤hatte ich zu Gunsten meines hamburger Buchhandlers allieniert¡¤um durch solches
      Opfer Prozesse zu vermeiden deren Skandal besonders meinem damals noch lebenden Oheim Salomon
      unmuthig gemacht hätte¡¤indem derselbe¡¤welcher durch letztwillige Verfügungen mir eine
      glänzende Zukunft zu bereiten versprach¡¤wohl von mir erwarten konnte¡¤daß ich wie bisher
      meine Talente nicht als Handelsmann zum bloßen Gelderwerb sondern als Dichter zur Verherrlichung
      unseres Namens anwenden würde.(DHA Bd. 15 S. 212)

¡¡ Die Verwendung dieser Äußerungen bzw. Verse ist nicht zufällig¡¤sondern beweist¡¤daß Heine sich in dieser Periode auf die Begriffe ¡ÈTalent¡É bzw. ¡ÈCharakter¡É wie in den früheren Jahren nochmals konzentriert und anläß1ich der oben genannten
 

Heine, ¡ÈDie Soehne des Glueckes beneide ich nicht¡É 3

 Åê¹Æ¼Ô¡§namiki  Åê¹ÆÆü¡§2008ǯ 6·î18Æü(¿å)13»þ15ʬ24ÉÃ
  Affäre seine eigene Stellungnahme dazu in verschiedenen Formulierungen geäußert hat. In diesem Sinne kann man unser Gedicht auch als ein persönliche Gelegenheitsdichtung anläßlich eines aktuellen Zeitgeschehens formulieren¡¤wie es Heine in den 40er Jahren als ¡ÈZeitgedicht¡É sehr gern und treffend geschaffen hat. Gleichzeitig kann man auch sehen¡¤daß diese Formulierung für die Feststellung der Entstehungszeit des Gedichts eine gewisse Bedeutung hat¡¤wie schon ja im 2. Teil erwähnt wurde.

8.¡¡Die doppelte Parodie
   Die Anreden in den folgenden Strophen erinnern uns auch an die biblische Auseinandersetzung zwischen Satan und Gott(Kap. 1¡¤Vers 6¡Ý12). Es war auch schon bekannt¡¤daß Goethe dieser Geschichte Mephistos Gespräch mit Gott in ¡ÈProlog im Himmel¡É im ¡ÈFaust¡É nachgebildet hat 20¡Ë¡¤indem Goethe seinen Mephisto so reden läßt¡¤daß ¡Èder Sprachton ... an den frivolen¡¤anbiedernden Ton ... eine unterlegene Position¡¤die doch nicht aufgibt¡¤Mephisto in der Rolle des Schalks¡É21) erinnert. Auch Heine war diese Tatsache ungefähr seit 1850 bekannt und so konnte er den Sprachton Mephistos von Goethe in unserem Gedicht auch nachbilden.

    ¡¡ Apropos Göthe: Ich habe vor einiger Zeit wieder Eckermanns Gespräche mit Göthe gelesen
     und ein wahrhaft pommadiges¡¤beschäftigendes Vergnügen daran gefunden. Lesen Sie doch¡¤
     diese 2 Bände(an G. Weerth vom 5. 11. 1851¡¤HSA Bd. 23 S. 148)

       In der ersten Fragment-Ausgabe des Goethe'schen Faustes ist dieses am sichtbarsten;
     diese entbehrt noch die der Sakontala entnommene Einleitung und einen dem Hiob
     nachgebildeten Prolog¡¤sie weicht noch nicht ab von der schlichten Puppenspielform und
     es ist kein wesentliches Motiv darin enthalten, welches auf eine Kenntniß der älteren
     Originalbücher von Spieß und Widman schließen läßt.(Einleitende Bemerkung zu ¡ÈDer
     Doktor Faust¡É(HSA Bd. 12 S. 9)

Somit könnte man auch sagen¡¤daß Heine in diesem Gedicht auf die Hiobsgeschichte doppelt angespielt bzw. auf Goethes Anspielung auf die Hiobsgeschichte(¡ÈProlog im Himmel¡É) angespielt hat. Und der Satan in der Hiobsgeschichte wie auf Mephisto bei Goethe sind beide bloß ¡ÈTeufel¡É bzw. ¡ÈSchalk¡É für Gott¡¤der ihnen eine Erlaubnis zum Handeln erteilt. Dagegen sind unser Hiob und Faust sind selbstverständlich ¡ÈKnecht¡É Gottes. Deshalb kann man schon sagen¡¤daß das Gott zugewandte ¡Èich, ¡É Heine selbst¡¤sich auch der Macht des Gottes unterordnet¡¤ wie im folgenden Teil ausführlicher behandelt wird.

9. ¡ÈDer beste der Humoristen¡É
Heines Bestimmung seiner selbst als ¡Èder fröhlichste Dichter¡É bzw. ¡Èder Beste de Humoristen¡É hat¡¡auch¡¡schon¡¡eine¡¡lange¡¡Geschichte¡¤wie¡¡man¡¡aus¡¡seinen¡¡frühere Äußerungen und Versen oft ersehen kann.22) Dabei soll man besonders ¡ÈDeutschland. Ein Wintermärchen¡È nochmals beachten¡¤wei1 Heine selbst dieses als ¡Èein höchs humoristisches Reise-Epos¡¤meine Fahrt nach Deutschland¡É23) bezeichnet und man dazu noch in dessen Caput 27 die folgenden bemerkenswerten Verse lesen kann;

      Mein Herz ist liebend wie das Licht¡¤
      Und rein und keusch wie das Feuer;
      Die edelsten Grazien haben gestimmt
      Die Seiten meiner Leyer.

      Es ist dieselbe Leyer¡¤worauf er einst
      Mein Vater ließ ertönen
      Der selige Herr Aristophanes¡¤
      Der Liebling der Kamönen.(HAS Bd. 2 S. 354)

Hier kann man feststellen¡¤daß Heine sich selbst als Nachfolger des Aristophanes bezeichnet. Daher nimmt diese Figur auch im letzten Teil der ¡ÈGeständnisse¡É ein wichtige Position ein¡¤wie man im Folgenden genauer sehen wird.
9. 1  Die Bezeichnung ¡Èmelancholisch¡É in der 8. Strophe, die eigentlich mit dem Wort ¡Èkatholisch¡É des 4. Vers einen deutlichen¡¤aber inhaltlich sehr starken und daher eindrucksvollen Reim bildet¡¤ist merkwürdig. Es ist gut mög1ich¡¤daß Heine hier auf das Zurückschleichen ¡Èin den Glaubensstall der Vergangenheit¡É(s.u.¡Ë¡¤d.i. die Bekehrung zum Katholizismus von Schelling anspielt. Im 3. Buch der¡ÈGeschichte der Religion und Philosophie in Deutschland¡É hat Heine die Bekehrung Schellings so kritisiert;

     Und Kant ist der Kritik der reinen Vernunft schon gleich untreu geworden¡¤indem er
     die Kritik der praktischen Vernunft schrieb. Der Iniziator stirbt ¡Ý oder abtrünnig.
     ¡¡Ich weiß nicht¡¤wie es kommt¡¤dieser letzte Satz wirkt so melancholisch zahmend auf
     mein Gemüth¡¤das ich in diesem Augenblick nicht im Sande bin¡¤die übrigen herben Wahr-
     heiten¡¤die den heutigen Herrn Schelling betreffen¡¤hier mitzutheilen.(HSA Bd. 8 S. 225¡Ë

Daran erinnert sich Heine hier selbst auch sicher. Und ¡ÈDieser letzte Satz¡Éist ja bekannt;¡ÈDer Initiator stirbt ¡Ý oder wird abtrünnig¡É(s.o.). Damit kann man auch annehmen¡¤daß Heine hiermit auch auf seine eigene Bekehrung ¡Èzu einem persönichen Gotte¡É(Nachwort zum¡ÈRomanzero¡É HSA Bd. 3 S. 156) anspielt oder sich wenigstens daran erinnert. Heines Ironie und Kritik fällt fast immer auf ihn selbst zurück ¡Ý so auch hier.
9. 2  Die Vorstellung; daß einen ¡ÈSpa᭐ Gott macht¡¤ist ebenso wichtig wie problematisch. Die genaue Bedeutung dieser Vorstellung hat Heine selber schon in einem Brief erklärt;

        Mein Zustand hat sich insofern verschlimmert¡¤daß meine Kontractionen stärker
     und dezidirter geworden. Ich liege zusammengekrümmt¡¤Tag und Nacht in Schmerzen¡¤
     und wenn ich auch an einen Gott glaube¡¤so glaube ich doch manchmal nicht an einen
     guten Gott. Die Hand dieses Tierquälers liegt schwer auf mir. Welch ein gutmüthiger
     und liebenswürdiger Gott war ich in meiner Jugend¡¤als ich mich durch Hegels Gnade
     zu dieser hohen Stellung emporgeschwungen!(an H. Laube vom 12. 10. 1850 HSA Bd. 23 S. 56¡Ë

Bei Heine bedeutet dies: die Ursache des Schmerzens¡¤der so schwer ist und ihn so dumpfund melancholisch macht¡¤ist ein Spaß Gottes¡¤weil dieser eigentlich ihn von der Krankheit genesen lassen oder durch den Tod seine Qual verkürzen könnte. Man kann sich zwar an verschiedene Vorstellungen im ähnlichen Sinne schon erinnern¡¤wie ¡ÈGotteswahnsinn,¡É¡ÈWie witzig ist Gott!¡É Aber das Wort ¡ÈSpaß(-)¡É selbst in diesem Sinne benutzt Heine in dieser Periode ganz selten. Deshalb kann man die Tatsache¡¤daß man das Wort im oben schon öfters erwähnten letzten Teil der ¡ÈGeständnisse¡É insgesamt 6 mal finden kann¡¤ als einen wichtigen Beweis für die gleichzeitige Entstehung der beiden Werke hervorheben. Die inhaltliche Ähnlichkeit¡¤oder besser¡¤die Identität der beiden Werke wird im folgenden Teil genauer behandelt.
9. 3  Da Gott den Spaß nimmer beendet¡¤ist die ¡Èultima ratio,¡É26) ihm zu drohen: wenn Gott den Spaß nicht beendet¡¤werde ich ¡Èkatholisch.¡É Dieser Vers ist eine Nachbildung des Sprichworts ¡ÈAus Ärger katholisch werden¡É bzw. ¡ÈDas ist zum Katholisch werden,¡É das selbst schon eine negative Nuance des Katholizismus impliziert. Bei Heine ist es noch negativer¡¤weil er hier eigentlich nicht sagen will¡¤daß er katholisch werden möchte¡¤sondern weil er diese Wortwendung nur als ein Mittel zur Drohung gegen Gott benutzt. Deshalb kann man annehmen¡¤daß Heine hier nicht nur eine allgemeine Kritik am Katholizismus 27¡Ë¡¤sondem auch die Verneinung der Allmächtigkeit des Gottes¡¤oder zumindest Skepsis gegenüber Gott äußert¡¤in dem Sinne¡¤wie Heine die Hiobsgeschichte ¡Èdas Hohelied der Skepsis¡É28) genannt hat. Trotzdem und gleichzeitig deshalb muß er zu diesem Gott um den Tod bedroht beten. Heine meint aber dennoch nicht¡¤daß er katholisch werden wi11¡¤sondern noch dem Evangelium¡¤nach dem er 1825 getauft wurde¡¤treu ist, obwohl es die nächste Strophe schon ziemlich ¡Èblasphemisch¡É29) klingt.
¡¡ Bezüglich des Sprichwortes ¡ÈAus Ärger ... ¡É könnte man noch einen Aspekt hinzufügen. Heine hat im oben erwähnten ¡ÈBörne¡ÝBuch¡É Börne so kritisiert;

       Ludwig Börne war ... seiner Natur nach ein geborner Christ¡¤und diese spiritua-
     listische Richtung mußte in den Katholizismus überschnappen¡¤als die verzweifelnden
     Republikaner¡¤nach den schmerzlichsten Niederlagen¡¤sich mit der katholischen
     Parthey verbanden ... Manche Republikaner mögen wirklich aus Ärger katholisch
     geworden seyn. Die meisten jedoch verabscheuen im Herzen ihre neuen Alliirten¡¤
     und es wird Comödie gespielt von beiden Seiten. Es gilt nur den gemeinschaftlichen
     Feind zu bekämpfen¡¤und in der That¡¤die Verbindung der beiden Fanatismen¡¤des
     religiösen und des politischen¡¤ist bedrohlich im höchsten Grade.(HSA Bd. 9 S. 364)

Noch deutlicher zitiert Heine das Sprichwort einen Parapraph vor dieser Stelle¡¨ ¡ÈAus Ärger katholisch werden¡É¡Ý so lautet ein deutsches Sprichwort¡¤dessen verflucht tiefe Bedeutung mir jetzt erst klar wird. (A. a.0.)
¡¡Es ist daher kein Wunder¡¤daß Heine sich bei der Debatte mit Jakob Venedey bzw. beim Zwist mit der ¡ÈAugsburger A11gemeinen Zeitung¡É im Herbst 1854 auch an diese Stelle erinnert und auch hier natürlicherweise auf das ¡ÈBörne-Buch¡É bzw. Börne selbst und seinen Übertritt zum Katholizimus angespielt hat.
¡¡In diesem Zusammenhang sollte man auch die Tatsache erwähnen¡¤daß Ludwig Tieck in seinem frühen Drama ¡ÈPrinz Zerbino¡¤oder die Reise nach dem guten Geschmack¡É dieses Sprichwort zitiert; ¡Èdarüber könnte man katholisch werden¡É30¡Ë und daß Heine im ¡ÈShakespeares Mädchen und Frauen¡É Tieck einerseits hochschätzt und dessen ¡Èfrühere(n) Schriften immer bewundert¡É(HSA Bd. 9 S. 164) hat¡¤andererseits aber den Übertritt Tiecks und der meisten Mitglieder von der ¡ÈRomantischen Schule¡É wie auch Schelling zur katholischen Kirche streng kritisiert¡¤obwohl Heine den Übertritt bei Tieck mißverstanden hat¡¤d.i. Tieck und Novalis auch sind nie zum Kathorizismus übertreten.31¡Ë

      Bei mehreren Anhängern der romantischen Schule bedurfte es keines formellen Uebergangs¡¤
      sie waren Kathoriken von Geburt¡¤z. B. Herr Görres und Herr Klemens Brentano¡¤und sie
      entsagten nur ihren bisherigen freigeistigen Ansichten. Andere aber waren im Schooße
      der protestantischen Kirche geboren und erzogen¡¤z. B. Friedrich Schlegel¡¤Herr Ludwig
      Tieck¡¤Novalis¡¤Werner ... und ihr Uebertritt zum Katholizismus bedurfte eines öffent-
      lichen Akts. Ich habe hier nur Schriftsteller erwähnt; die Zahl der Maler¡¤die schaaren-
      weis das evangelische Glaubensbekenntniß und die Vernunft abschworen¡¤war weit größer.
          ¡¡¡¡                              (I. Buch der ¡ÈRomantische Schule¡É HSA Bd. 8 S. 24 f)

Deshalb könnte man abschließend sagen, daß Heine den scharenweisen Übertritt der ¡ÈRomantischen Schule¡É zum Katholizismus¡¤ den ¡Ètierquälenden¡É Gott und sich selbst zusammenfassend kritisiert.
9. 4.  Die Bezeichnung ¡Ègute Christen¡É in der letzten Strophe klingt auch ironisch. Eine ähnliche Vorstellung kann man schon im Gedicht ¡ÈRückschau¡È des ¡ÈRomanzero¡É finden;

        Jetzt bin ich müd¡Çvom Rennen und Laufen¡¤
        Jetzt will ich mich im Grabe verschnaufen.
        Lebt wohl! Dort oben¡¤ihr christlichen Brüder¡¤
        Ja¡¤das versteht sich¡¤dort sehen wir uns wieder.(HSA Bd. 3 S. 91)

Heine hat¡¤wie schon im I. Teil erwähnt wurde, diese Wortwendung zusammen mit unsrer Bezeichnung ¡ÈDie Söhne des Glückes¡É auch im unvollendeten Prosawerk ¡ÈRabbi von Bacherach¡É als Gegensatzbegriff zu den von Christen verspotteten¡¤
 
µ¤¤Ë¤Ê¤ë¥Ë¥­¥Ó¤Î¼£ÎŤʤé
¥Ë¥­¥Ó¼£ÎŤʤ餪Ǥ¤»¡£ÀìÌç¤Î¥¯¥ê¥Ë¥Ã¥¯¤òŰÄìÈæ³Ó¡ª


¥·¥ß¤¬µ¤¤Ë¤Ê¤ê»Ï¤á¤¿¤é
Áá¤á¤ÎÂкö¤Ç¤­¤ì¤¤¤ÊÈ©¤ò¼é¤í¤¦¡£¤·¤ß¼£ÎŤΤª¤¹¤¹¤á¾ðÊó¤òÈæ³Ó¡£


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¥ª¥È¥¯¥Ê°ú±Û¤·²ñ¼Ò¤ò¸·ÁªÈæ³Ó¡£¼«Ê¬¤Ë¤Ô¤Ã¤¿¤ê¤Ê¤Î¤Ï¤É¤³¡©



Heine, ¡ÈDie Soehne des Glueckes beneide ich nicht¡É 4

 Åê¹Æ¼Ô¡§namiki  Åê¹ÆÆü¡§2008ǯ 6·î18Æü(¿å)13»þ10ʬ11ÉÃ
  drangsalierten Juden. Es ist klar¡¤daß Heine in unsrem Gedicht auch auf das Prosawerk anspielt. Außerdem könnte man auch annehmen¡¤daß Heine hier den schwerkrank liegenden Dichter¡¤sich selbst¡¤anstelle der Juden¡¤oder besser¡¤als Symbol des vertriebenen¡¤unter der Übermacht Gottes leidenden Volks zu den ¡Èguten Christen,¡É den ¡ÈSöhnen des Glückes,¡É sieht. Deshalb kann man feststellen¡¤daß Heine sich im Verlauf der Auseinandersetzung mit diesem Gott in den Strophen von 6 bis 9 an Hiob immer mehr annähert¡¤d.i. dem oben nicht verneinten Evangelium immer mehr zur Seite rückt und der Schatten des jüdischen Gottes¡¤Jehova¡¤immer größer wird. Daher kann man feststellen¡¤daß Heine hier in der Auseinandersetzung mit Gott¡¤einerseits zwar ¡Èsich Gott nicht aufgibt¡É und dann bei ihm¡ÈDistanz und geistige Freiheit trotz aller Auswegslosigkeit entstehen¡É32) bzw. ¡Èa God whom the poet acknowledges but before whom he cannot all will not abdicate the pride of his reason,¡É33) andererseits aber er ¡Èdie gräßlichste Form seiner Auflehnung gegen das Geschick¡¤gegen das Weltschicksal¡Ézeigt¡¤d.i. ¡Èselbst dieser Klageschrei des ans Bett gefesselten Prometheus34) ist blasphemisch¡¤denn er wendet sich doch wieder an einen geglaubten Weltlenker¡¤mit dem er verzweifelt rechnet.¡É35) 0der man kann auch sagen¡¨ Heine schmeichelt Gott hier nur wie ein Kind um, oder, er beklagt den tierquälenden Gott¡¤bloß seine eigenen Leiden zu lindern¡¤obwohl seine Äußerungen immer blasphemische Aspekte enthalten¡¤d.i. Heine führt hier nur eine große Rede gegen Gott. Und dieser Gott war für ihn ein guter Spiel- bzw. Gesprächspartner.36)
9. 5.  Die Vorstellung ¡ÈMiserere¡É kann man auch wieder im ¡ÈWintermärchen¡É und zwar im Caput 1 finden.

       Ein neues Lied¡¤ein besseres Lied¡¤
       Es klingt wie Flöten und Geigen!
       Das Miserere ist vobei¡¤
       Die Sterbeglocken schweigen.(HSA Bd. 2 S. 298)

Die Situation ist total verkehrt geworden. Heine ist sich schon sicher bewußt¡¤daß seine Krankheit sehr kritisch ist. Er hört nun den eigenen Bußpsalm ¡ÈMiserere¡É gesungen und die Sterbeglocken läuten. Trotzdem und deshalb konnte und mußte Heine weiterhin viele schöne Gedichte schaffen¡¤um mit der Todesangst zu kämpfen¡¤und zwar noch mit einer gewissen geistigen Gelassenheit¡¤mit vie1 ¡ÈHumor¡É und Ironie¡¤um mit verschiedenen Mythologien und mit seiner eigenen Vergangenheit zu spielen und den Schmerz des Leidens zu vergessen. Dazu gehört auch unser Gedicht¡¤das schon klar wieder eine Anspielung auf Caput 1 mit jenem schönen Manifest des Sensualismus¡¤den oben erwähnten Jesus-Caput 13 ¡Ý es wäre nicht von Zufa11¡¤daß der Jesus genau in der Mitte des Buches steht ¡Ý und jenen Aristophanes- und Schluß-Caput 27 aus ¡ÈDeutschland. Ein Wintermärchen¡Éist¡¤zu dem es schließlich ein Gegenstück geworden ist.

10.  Die ¡Èversifizierten¡É Geständnisse
Dieses Gedicht ist, wie man schon oben öfters gesehen hat, mit dem letzten Teil der ¡ÈGeständnisse¡É nicht nur thematisch¡¤ sondern auch in mehreren Wortwendungen eng und direkt verbunden. Davon kann man sich beim ersten Blick auf das folgende Zitat sofort überzeugen;

     Ich kann wie Romeo sagen: ich bin der <Narr des Glücks> ... Was nützt es mir¡¤daß bei
     <Festmahlen aus goldnen Pocalen> und mit den besten <Weinen> meine Gesundheit getrunken
     wird¡¤wenn ich selbst unterdessen¡¤abgesondert von aller Weltlust¡¤nur mit einer schalen
     Tisane meine Lippen netzen darf! Was nutzt es mir¡¤daß begeisterte <Jünglinge und Jung-
     frauen> meine marmorne Büste mit <Lorbeeren umkränzen>¡¤wenn derweilen meinem wirklichen
     Kopfe von den welken Händen einer alten Wärterin eine spanische Fliege hinter die Ohren
     gedrückt wird! Was nützt es mir¡¤daß alle <Rosen> von Schiras so zärtlich für mich glühen
     und duften ... Ach! Der <Spott Gottes> lastet schwer auf mir. Der große Autor des Weltalls¡¤
     der <Aristophanes> des Himmels¡¤wollte dem kleinen irdischen¡¤sogenannten deutschen
     <Aristophanes> recht grell darthun¡¤wie der witzigsten Sarcasmen desselben nur armselige
     <Spöttereien> gewesen im Vergleich mit den seinigen¡¤und wie kläglich ich ihm nachstehen
     muß im <Humor>¡¤in der colossalen <Spaßmacherei>.
     ¡¡Ja¡¤die Lauge der Verhöhnung¡¤die der Meister über mich herabgeußt, ist entsetzlich¡¤
     und schauerlich grausam ist sein <Spaß>. Demüthig bekenne ich seine Ueberlegenheit¡¤und
     ich beuge mich vor ihm <im Staube>. Aber wenn es mir auch an solche höchsten Schöpfungs-
     kraft fehlt¡¤so blitzt doch in meinem Geiste die ewige Vernunft¡¤und ich darf sogar den
     <Spaß Gottes> vor ihr Forum ziehen und einer ehrfurchtsvollen Kritik unterwerfen. Und da
     wage ich¡¡nun¡¡zunächst die unterthanigste Andeutung auszusprechen¡¤es wolle mich bedünken¡¤
     als zöge sich jener grausame <Spaß>¡¤womit der Meister den armen Schüler heimsucht¡¤etwas
     zu sehr in die Länge; er dauert schon <über sechs Jahre>¡¤was nachgerade langweilig wird...
          ¡¡¡¡                                         (HSA Bd. 12 S. 84 f, Betonung<>: Namiki)

Diese thematische und wortwörtliche Identität der beiden Texte ist nicht von Zufa11¡¤sondern beweist¡¤daß Heine diese¡¡beide gleichzeitig bzw. direkt nacheinander¡¤dann wahrscheinlich¡¤zuerst die Prosa und hernach unser Gedicht¡¤den Inhalt der Prosa zusammenfassend¡¤geschrieben hat. In diesem Sinne kann man das Gedicht als die ¡Èversifizierten¡É Geständnisse bezeichnen, wie Heine einst sein schon öfters behandelten ¡ÈDeutschland. Ein Wintermärchen¡É¡Èversifizierte Reisebilder¡É37) genannt hat. Außerdem sollte man seine Aufmerksamkeit darauf richten, daß gegen Ende dieses letzten Teils, d.i. am Ende der ¡ÈGeständnisse,¡É auch der Name ¡ÈLazarus¡É auftaucht¡¤mit dem Heine selber die Serie von fünfzehn Gedichten zusammen mit unsrem betitelt¡¤daß Heine in dieser Periode sich mit dieser Figur des auch schwer und lang leidenden Lazarus und auch mit der Hiobs öfters sich identifiziert hat 38) und daß er als Titel für die französische Ausgabe der Sammlung ¡ÈGedichte. 1853 und 1854¡É an ¡ÈDas Buch Lazarus¡É(Le livre de Lazare)39¡Ëgedacht hat. Daher kann man unser Gedicht nach dem Inhalt und der Stellung in seinem Leben und seinen Leistungen auch als ¡ÈGeständnisse eines Künstlers,¡É40¡Ë des Dichters Heines¡¤bezeichnen .

£Á£î£í£å£ò£ë£õ£î£ç£å£î

¡¡In diesem Aufsatz habe ich die folgenden Heines Texte benutzt.
1) Heinrich Heine Säkularausgabe. Werke¡¦Briefwechsel¡¦Lebenszeugnisse. Hrsg. von den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar und dem Centre National de la Recherche Scientifique in Paris 1970 ff. Im folgenden ¡ÈHSA¡É.
2¡ËHeinrich Heine. Historisch-kritische Gesmtausgabe der Werke. Hrsg. von M. Windfuhr. Hamburg 1975 ff. Im folgenden ¡ÈDHA¡É.
3¡ËHeinrich Heine. Sämtliche Schriften. Hrsg.von Kl. Briegleb. München 1976. Im folgenden ¡ÈBriegleb¡É.
Auch die folgenden habe ich teilweise und je nach Notwendigkeit nachgesehen.
1¡ËHeines sämtliche Werke. Hrsg. von E. Elster Leipzig 1890-1897.
2¡ËHeines Werke in zehn Bänden. Hrsg. von 0. Walzel. Leipzig 1911-1920.
3) Heinrich Heine. Werke und Briefe in zehn Bänden. Hrsg. von H. Kaufmann. Berlin 1961-1964.

1) Vgl. HSA Bd. 3 S. 314.
2) Vgl. Die Handschrift und eine Reinschrift dieses Gedichts im Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf¡¤dem ich für die Erlaubnis¡¤sie einzusehen¡¤und auch für andere Materialien herzlich danken möchte¡¤und eine andere Reinschrift in Harward College Library/Cambrige.
3) ¡ÈRabbi von Bacherach.¡É III. Capitel. HSA Bd. 9 S. 82.
4) Vgl. Briegleb Bd. 6/II S. 92.
5) Vgl. DHA Bd. 3/2 S. 1509.
6) Vgl. oben Anm. 2) und DHA a.a.0. S. 1169.
7) Vgl. DHA a.a.0. S. 1169 u. 1509.
8) D. Martin Luther: Die ganze Heilige Schrift Deudsch. Wittenberg 1545(Nachdruck: München 1972). S. 917¡Ý936.
9) Shakespeare's dramatische Werke. Übersetzt von Aug. Wilh. von Schlegel und Ludwig Tieck¡¤3. Aufl., Berlin l843¡¤3. Bd. S. 194.
10) Vgl. Namiki¡¤T.: Heines nachgelassenes Gedicht ¡ÈMorphine¡É¡Ý Eine Untersuchung zu seinen Quellen und seiner Stellung in Heines Spätzeit ¡Ý . In: Forschungsberichte der ¡ÈFreunde von Weimar¡É Gesellschaft zur Förderung des wissenschaftlichen Austausches der Germanistik Japan-DDR. Nr. 12¡¤Mai 1987 Tokio, S. 101 f.
11) Vgl. Vorwort zu Weils ¡ÈSittengemälden ... ¡É HSA Bd. 12 S. 127 f.
12) Vgl. Anonym(K. A. Varnhagen von Ense) In: Der Gesellschafter. Berlin 10(1826) Nr. 103(30. 6.) S. 520¡¤Heines Briefe an J. Fr. V. Cotta vom 14. 12. 1829(HSA Bd. 20 S. 370) und an K. A. Varnhagen v. Ense vom 4. 2. 1830(A.a.0. S. 384).
13) Anonym(Menze1¡¤W.) In: Morgenblatt für gebildete Stände. Stuttgart und Tübingen 25(1831) Beilage Literaturblatt¡¤Nr. 80(5. 8.) S. 318 f. ¡ÈHeinrich Heine über Ludwig Börne¡É 4. u. 5. Buch(HSA Bd. 9 S. 357 ff, 379 ff u.a.) und Heines Artikel in dgr ¡ÈAugsburger A11gemeinen Zeitung¡É vom 4. 2. 1840(HSA Bd. 10 S. 11).
14) Kölnische Zeitung vom 30. 11. 1854 Nr. 332(DHA Bd. 3/2 S. 1288 f).
15) Vgl. Heines Brief an A. Dumas vom 8. 2. 1855(HSA Bd. 23 S. 408 f).
16) A.a.0. Bd. 27K S. 195.
17) Heines Brief an J. Campe vom 24. 10. 1854 (A.a.0. Bd. 23 S. 386).
18) VgL Heines Brief an J. Campe vom 14. 11.1854(A.a.0 S. 396) und J. H. Detmolds Brief an Heine vom 24. 11. 1854(A.a.0. Bd. 27K S. 264 f).
19) ¡ÈGöttingische glehrte Anzeigen unter der Aufsicht der König1. Gesellschaft der Wissenschaften¡É vom 8-13. 1. 1855.
20) Vgl. Eckermanns Gespräch mit Goethe vom 18. 1. 1825(Biedermann, ¡ÈGoethes Gespräche¡É Leipzig 1891, Bd. 5 S. 133).
21) Gössmann¡¤W.: Die theologische Revision in Heines Spätzeit. In: Internationaler Heine Kongreß Düsseldorf 1972. Hamburg 1973¡¤S. 333.
22) Vgl. Heines Briefe an Fr. Robert vom 30. 5. 1829(A.a.0. Bd. 20 S. 358) und an J. G. V. Cotta vom 17. 10. 1842(A.a.0. Bd. 21 S. 33).
23) Heines Brief an J. Campe vom 20. 2. 1844(A.a.0. Bd. 22 S. 26).
24) A.a.0. vom 9. 2. 1848(A.a.0. S. 287).
25) Heines Brief an M. Heine vom 9. 1. 1850(A.a.0. Bd. 23 S. 20).
26) Vgl. Briegleb Bd. 6/II S. 92 und DHA Bd. 3/2 S. 1515.
27) Vgl. DHA A.a.0. S. 1515.
28) ¡ÈSpätere Note¡É zum ¡ÈLudwig Marcus. Denkwort.¡É HSA Bd. 12 S. 124.
29) Vgl. Meißner¡¤A.: Heinrich Heine Erinnerungen. Hamburg 1856(Nachdruck: Leipzig 1972). S. 198.
30) Ludwig Tieck's Schriften. Berlin 1828, Bd. 10 S. 274.
31) Heines Werke in zehn Bänden. Hrsg. von 0. Walzel. Leipzig 1911-1920, Bd. 7 S. 462.
32) Gössmann¡¤a.a.0. S. 334.
33) Prawer¡¤S. S.: Heine. The Tragic Satirist. Cambridge 1961, S. 238.
34) Vg1. Heines Brief an J. Campe vom 21. 8. 1851(HSA Bd. 23 S. 112).
35) Lehmann¡¤C. Ch.: Heinrich Heine. Kämpfer und Dichter. Bern 1957, S. 199.
36) Vg1. Marcuse¡¤L.: Heinrich Heine. 3. Aufl. Hamburg 1981, S. 154 u. Korell, D.: Heinrich Heines ¡äLetzte Gedichte¡ã als Spiegel seines Wesensbildes. Bonn 1972, S. 27.
37) Heines Brief an J. Campe vom 20. 2. 1844(A.a.0. Bd. 22 S. 96).
38) Vgl. ¡ÈSpätere Note¡É zum ¡ÈLudwig Marcus. Denkwort¡É und Lazarus-Gedichte in dieser Zeit. Und auch die ausführlichen Bemerkungen dazu von Kl. Briegleb(Briegleb Bd. 5 S. 921¡¤Bd. 6/II S. 217 ff, 224 ff u.a)
39) Heines Brief an J. Campe vom 9. 11. 1854(HSA Bd. 23 S. 390).
40) Trilse¡¤Ch.: Nachwort in: Heinrich Heine. Geständnisse und Memoiren. Hrsg. von Ch. Trilse. Leipzig 1966 S. 151¡¥

Danken möchte ich an dieser Stelle dem Deutschen Akademischen Austauschdienst für die Finanzierung des Aufentha1ts vom Juli bis Oktober 1992 in Düsseldorf und dem Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf¡¤ dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach¡¤ der Fachbereich Germanistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena¡¤der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf¡¤der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin sowie den zahlreichen Kolleginnen und Kollegen¡¤die mir bei meiner Arbeit geholfen haben.

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·ÇºÜ(Veröffentlicht):
°¦É²Âç³Ø¶µÍÜÉôµªÍ×, No. 26, pp. 91¡Á109, Dez. 1993ǯ(In: Memoirs of the faculty of General Education, Ehime University)
²þÄêÁýÊä(Korrigiert und ergänzt):¡¡2008ǯ6·î18Æü¡¡¡¡ÊÂÌÚ¡¡Éð(Namiki Takeshi)

http://231.teacup.com/doitsugoken/bbs

 
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Ilja Seifert¡§ Sieger lernen nicht.¡¡£Åin Wendebuch 1

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                    "Sieger lernen nicht.¡¡£Åin Wendebuch" von Ilja Seifert
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡         Übersetzt von NAMIKI Takeshi

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Ilja Seifert¡§ Sieger lernen nicht.¡¡£Åin Wendebuch 2

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Ilja Seifert¡§ Sieger lernen nicht.¡¡£Åin Wendebuch 3

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£³¡ËÎϤº¤¯¤Îɽ¸½  ¸¶¸ì¤Ï "Kraftausdruck" ¤Ç¡ÖÇ͸À¡×¤Î°Õ¤Ç¤¢¤ë¤¬¡¢Á°¤Î¡ÖÎϤΤҤȸÀ("Kraftwort")¡×¤Ë³Ý¤±¤Æ¤¤¤ë¤Î¤Ç¤³¤¦Ìõ¤·¤¿¡£
£´¡Ë¤Ò¤È¤ê¤ÎƱ»Ö¡¦¡¦¡¦  ¥Ö¥ì¥Ò¥È¤Î¶µ°é·à¡Ø½èÃÖ(Die Ma¦Ânahme)¡Ù(1930)¡¢ÆÃ¤Ë¤½¤ÎÃæ¤Î²Î¡¢¡ÖÅÞ¤ò¤¿¤¿¤¨¤ë("Lob der Partei")¡×µÚ¤Ó¡Ö¤·¤«¤·Ã¯¤ÀޤÅޤȤÏ("Wer aber ist die Partei?)¡×¤Ê¤É¤òǰƬ¤ËÃÖ¤¤¤Æ¤¤¤ë¤â¤Î¤È»×¤ï¤ì¤ë¡£

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Ilja Seifert:Sieger lernen nicht.¡¡Ein Wendebuch 5

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·ÇºÜ(Veröffentlicht):
°¦É²Âç³Ø¶µÍÜÉôµªÍ×, No. 27, pp. 191¡Á206, Dez. 1994ǯ(In: Memoirs of the faculty of General Education, Ehime University)
²þÄêÁýÊä(Korrigiert und ergänzt):¡¡2008ǯ4·î8Æü¡¡¡¡Namiki Takeshi

http://231.teacup.com/doitsugoken/bbs

 
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Heines "Morphine" und seine Quellen 1

 Åê¹Æ¼Ô¡§namiki  Åê¹ÆÆü¡§2007ǯ 6·î28Æü(ÌÚ)17»þ36ʬ38ÉÃ
  ¡¡Heines nachgelesenes Gedicht "Morphine¡È
¡¡        ¡ÝEine Untersuchung zu seinen Quellen und seiner Stellung in Heines Spaetzeit ¡Ý

NAMIKI¡¡Takeshi

Inhalt
0. Einleitung
1. Ausgaben
2. Struktur
3. Titel
4. Leserlenkung
5. Quellen der Gestalten Tod und Schlaf
6. Heines Verwendung der Quellen
7. Das Epigramm
8. "Morphine¡È als Heines Lebenslage
9. Verhaeltnis von "Morphine¡È zu "Romanzero¡È und "Gedichte. 1853 und l854¡È
10. Ende

0. Einleitung
¡¡      In den letzten Jahren wird der spaete Heine(1848-1856¡Ëhaeufig behandelt und dabei beruecksichtigen die meisten Interpreten noch immer die Prosawerke¡¡"Gestaendnisse¡È¡¡und¡¡die Vorrede zur franzoesischen
Ausgabe der "Lutetia¡È oder die Gedichtsammlungen "Romanzero¡È und !Gedichte. 1853 und 1854.¡È1¡Ë¡¡Diese Werke sind bei der Arbeit an den Problemen um seine Spaetzeit z. B. der "Rueckkehr¡È zum persoenlichen Gott und der Beziehung zum Kommunismus zwar unentbehrlich, aber auch in den nachgelesenen Gedichten, die zum groessten Teil nicht zu seinen Lebzeiten veroeffentlicht wurden, gibt es wichtige Anhaltspunkte fuer die Loesung dieser Probleme. In diesem Aufsatz werden die Quellen und die Stellung des Gedichts "Morphine¡È untersucht, das zu den sieben Gedichten gehoert, in denen der schwerkranke Heine sich mit dem Tod konfrontierte. Wir wollen einen Grund zur Erweiterung des Bildes vom spaeten Heine (vgl. Galley¡¤Kaufmann¡¤Mende¡¤Windfuhr¡¤Goessmann, Kruse u.a.)¡¡legen¡¤weil die oben genannten¡¤bei Heine sehr wichtigen Probleme¡¤besonders in seinen Lyriken¡¤noch nicht genau erklaert sind.

¡¡   Man kann die nachgelesenen Gedichte in dieser Periode wie folgt thematisch einteilen.

1. Zeitgedichte
2. Vermischte Gedichte
3. Lamentationen
4. "Bimini¡È

¡¡Die Lamentationsgedichte kann man thematisch ncch genauer untergliedern.

1. Onke1 Salomon und seine Familie
2. Konfrontation mit Krankheit und Tod
3. Rueckschau auf das Leben
4. Mathilde
5. "Mouche¡È

¡¡    Das Thema Krankheit bzw. Tod spielt, ausser in den Konfrontationen¡¤in denen es Hauptthema ist¡¤auch in fast allen anderen Gedichten in dieser Zeit eine wichtige Rolle. Der Schaffensprozess dieser Gedichte selber war dem leidenden Heine die schaerfste Konfrontation mit Krankheit und Tod.

¡¡    Die Entstehungszeit und der Erstdruck dieser sieben Gedichte der Konfrontationen waren wie folgt.

1. Morphine                                1851*2¡Ë       1863¡ÊOrion und EGA¡Ë3¡Ë
2. Wenn sich die Blutegel...               1854*          1869¡ÊLG¡Ë4¡Ë
3. Die Soehne des Glueckes...              1854           1857¡ÊDM¡Ë5¡Ë
4. Wie schoen er ist...                      ¡í           1924¡ÊElster II¡Ë6¡Ë
5. Mittelalterliche Roheit...              1855           1869¡ÊLG¡Ë
6. Ewigkeit¡¤wie bist du lang...             ¡í             ¡í   ¡í
7. Stunden¡¤Tage¡¤Ewigkeiten...              ¡í             ¡í   ¡í

Morphine

          Gross ist die Aehnlichkeit der beiden schoenen
          Juenglingsgestalten, ob der eine gleich
          Viel blaesser als der andre¡¤auch viel strenger¡¤
          Fast moecht ich sagen: viel vornehmer aussieht
          Als jener andre¡¤welcher mich vertraulich
          In seine Arme schloss - Wie lieblich sanft
          War dann sein Laecheln¡¤und sein Blick wie selig¡ª
          Dann mocht es wohl geschehn¡¤dass seine Hauptes
          Mohnblumenkranz auch meine Stirn beruehrte
          Und seltsam duftend allen Schmerz verscheuchte
          Aus meiner Seel¡Ç - Doch solche Linderung¡¤
          Sie dauert kurze Zeit; genesen gaenzlich
          Kann ich nur dann¡¤wenn seine Fackel senkt
          Der andre Bruder¡¤der so ernst und bleich.-
          Gut ist der Schlaf¡¤der Tod ist besser - freilich
          Das beste waere¡¤nie geboren sein.7¡Ë

1. Ausgaben
¡¡   Das¡¡Gedicht "Morphine¡È¡¡als¡¡dessen¡¡Entstehungszeit¡¡1851 vermutet wird,8¡Ëwar eigentlich in das¡¡zweite Buch "Lamentationen¡È des "Romanzero¡È - wahrscheinlich aus¡¡thematischen¡¡Gruenden¡¡im Lazarus-Zyklus - eingegliedert. Spaeter aber hat Heine es mit fuenf anderen Gedichten aus dieser Gedichtsammlung nicht als eine schoene Blume¡¤sondern¡¡als "das¡¡liebe¡¡Gras¡È9¡Ëherausgenommen¡¡und¡¡erst 1863 nach dem Tod des Dichters herausgegeben. Der Blankvers wie in diesem Gedicht ist bei Heine sehr selten. Man kann ihn in den fruehen Werken¡¤im Gedicht "Goetterdaemmerung¡È und in den Dramen "Almansor¡È und "William Ratcliff¡È u.a. nur wenig finden.10¡Ë A.Strodtmann¡¤der dieses Gedicht zum erstenmal druckte¡¤betitelte es nach der frueheren Fassung als "Fragment.¡È11¡Ë ln der Reinschrift aber¡¤die wahrscheinlich in Anwesenheit Heines mit zwei nicht wichtigen Abweichungen von der¡¡Strodtmanns¡¡geschrieben¡¡wurde,12¡Ë ist¡¡es¡¡als "Morphine¡È betitelt. Deshalb sollte man dieses Gedicht nicht als ein Fragment¡¤sondern als ein vollstaendiges ansehen und interpretieren.

2.Struktur
¡¡    Die Struktur dieses Gedicht ist folgendermassen: Zuerst kann man in einen vierzehnzeiligen Hauptteil und einen zweizeiligen¡¡epigrammatischen Moral-Teil,13) dann jenen in zwei siebenzeilige Abschnitte untergliedern. Die Zahl sieben ist bekanntlich eine bedeutungsvolle Zahl im alten Volksglauben und in der Bibel. Dann kann man dieses Gedicht auch wegen der fast epigrammatischen Konstruktion als "das volle Gelingen im lyrischen¡¡Bereich - keineswegs nur in¡¡19. Jahrhundert¡È14¡Ësehr¡¡hochschatzen. Trotz¡¡dieser¡¡Vorteile¡¡nahm¡¡Heine "Morphine¡È nicht in den "Romanzero¡È auf¡¤ weil er wohl fuerchtete¡¤dass der Blankvers die vollstaendigkeit der Gedichtsammlung¡¤wo alle
Gedichte Endreim haben¡¤stoeren koennte. Der inhaltliche Grund fuer den Ausschluss wird im 9. Teil dargelegt.

3. Titel
¡¡Die Bezeichnung "Morphine¡È ist eigentlich franzoesisch oder englisch. Im Deutschen sagt man ueblicherweise "Morphium¡È oder "Morphin.¡È Heine aber benutzte damals die Bezeichnung Morphine und Morphium. Das hat wahrscheinlich mit den Aerzten zu tun¡¤die er damals konsultierte¡¤und mit der sprachlichen Umgebung um ihn herum. In den meisten Faellen benutzte er jedoch das Wort Opium anstatt Morphium oder Morphine.15)

Bei Heine war es¡¤besonders in seiner Spaetzeit¡¤nicht selten¡¤dass er ein Gedicht mit unkonventionellen¡¤seltsamen oder albernen Woertern betitelte¡¤wie "Simplicissimus I.,¡È "1649¡Ý1793¡Ý????,¡È "Der Wanzerich,¡È "Citronia¡È u.a.16) Heine schien zu erwarten, dass durch diesen "unaesthetischen¡È Titel die Neugierigkeit des Lesers immer mehr auf das entsprechende Gedicht gelenkt wird. Solche Titel galten als provokatorisch.17) Deshalb wollte er damit wohl auch den damaligen buerger1ichen schulmaessigen Aesthetizismus¡¡und¡¡die poetisch-harmonische Kunsttheorie der traditionellen klassischen Dichtung18) provozieren.

4. Leserlenkung
4. 1.  Das Anfangswort "Gross¡È wirkt sehr effektvo11: Es ist grammatisch zwar nur ein Adjektiv¡¤ das das Substantiv "die Aehnlichkeit¡È praedikativ bestimmt¡¤aber es entsteht der Eindruck¡¤ als ob es gleichzeitig eben das ganze Gedicht bestimmen wuerde¡¤indem es sich ganz am Anfang des Gedichts stellt. Dann wird beim Leser¡¤der durch den Titel schon in gewissem Masse schockiert war(die erste Stufe der Spannung¡á1. St. d. Spannung: im folgenden wird so abgekuerzt)¡¤grosse Aufmerksamkeit erregt werden¡¤ so dass im folgenden "etwas Grosses¡È oder "etwas Wichitiges¡È erwartet wird(2. St. d. Spannung).
¡¡  Die beiden "Juenglinge¡È sind einander sehr aehnlich. Dann wird man wohl annehmen¡¤dass es sich hier um eine Geschichte von Doppelgaengern handelt(3. St. d. Spannung). Diese liess Heine manchmal in seinen Werken auftreten¡¤wie im beruehmten Gedicht "Still in die Nacht...¡È des "Buch der Lieder,¡È in der Tragaedie "William Ratcliff,¡È im nachgelesenen Gedicht "Halleluja¡È u.a.19) Daher scheinen die Juenglinge dem Leser schon gut vertraut.

4. 2.  Wenn man aber weiter liest¡¤wird klar¡¤dass es hier nicht auf die Doppelgaenger kommt¡¤weil die beiden trotz der grossen Aehnlichkeit andererseits reichlich verschieden sind. "Der eine¡È ist blaesser¡¤viel strenger und noch vornehmer als "der andre.¡È¡¡Dann wird die Aufmerksamkeit des Lesers¡¤ der wegen des Verlusts der Doppelgaenger ein bisschen enttaeuscht war¡¤wieder erregt(4. St. d. Spannung)¡¤ weil die Woerter "blass¡È und "streng¡È bei der Beschreibung des Gesichts vielmehr eine negative Vorstellung bewirken und mit dem Wort "vornehm,¡È das eher eine positive Vorstellung erweckt¡¤nicht leicht zu verbinden sind. Der Leser kann annehmen¡¤dass die beiden zu einer unalltaeglichen Welt gehoeren¡¤der Welt des Traums¡¤die ihm bei Heine auch gut vertraut ist.

4. 3.  Die¡¡Schilderung¡¡der¡¡Beziehung¡¡zwischen¡¡"ich¡È¡¡und¡¡"jener andre¡È in den Zeilen 5-7 ist merkwuerdig. Auf den ersten Blick wird man leicht getaeuscht¡¤ als ob es sich hier um eine Szene von Gottesmutter Maria und dem heiligen Jesuskind handelt. Aber das ist unmoeglich¡¤weil "der andre¡È ja ein Juengling war. Dann taucht hier eine weitere Frage auf: Wer ist „ich¡È?¡¡So wird der Leser aufs extremste gespannt(die fuenfte und letzte Stufe der Spannung).

4. 4.  Ploetzlich kommt die ueberraschende Loesung: "Der eine¡È ist die Gestalt des Todes und "der andre¡È die des¡¡Schlafs in der antiken Mythologie und "ich¡È ist der gegenwartige Dichter=Heine selbst. Heine stellt in diesem Gedicht seine eigene Situation ganz deutlich dar. Er lechzt hier¡¤wie man aus den zwei letzten epigrammatischen Zeilen entnehmen kann¡¤nach der ewigen Ruhe durch den Tod. Den moechte er lieber als durch Morphium, den¡¡Schmerz¡¡zu¡¡lindern¡¤weil¡¡seine¡¡Krankheit¡¡dadurch¡¡nur¡¡noch schwerer zu ertragen war. Die Beziehung Heines zum Morphium als Arznei wird unten im 7. und 8. Teil erwaehnt.

5.¡¡Quellen der Gestalten Tod und Schlaf
5. 1.  Heine nahm in seinen Werken viel verschiedene Gestalten aus der Mythologie auf.  Sie spielten am meisten eine bedeutende Rolle wie in diesem Gedicht. Darum ist es sehr wichtig zu erlaeutern¡¤ welche Quellen er benutzt und wie er diese bearbeitet hat. Die Quellen der beiden mythologischen Gestalten Tod und Schlaf sind schon viel interpretiert worden.
    Elster z. B. wies auf zwei Moe1ichkeiten hin:

1. Lessings Abhandlung "Wie die Alten den Tod gebildet¡È
2. Herders Gedicht "Der Tod. Ein Gespraech an Lessings Grabe¡È 20)
 
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Heines "Morphine" und seine Quellen 2

 Åê¹Æ¼Ô¡§namiki  Åê¹ÆÆü¡§2007ǯ 6·î28Æü(ÌÚ)15»þ05ʬ19ÉÃ
      Rena Schlein fuegte noch drei Moeglichkeiten hinzu:

3. Eine Fussnote in Lessings "Laokoon¡È
4. Die Zeichnung "Die Nacht mit ihren Soehnen Schlaf und Tod¡È in der Schrift "Goetterlehre oder mythologische Dichtung der Alten¡È von Kar1 Philipp Moritz
5. Schillers beruehmtes Gedicht "Die Goetter Griechenlandes.¡È21¡Ë

Diese Untersuchungen sind sehr inhaltreich und nuetzlich. Aber um den spaeten Heine besser zu verstehen¡¤lohnt es sich¡¤die Problematik noch weiter zu verfolgen.

5. 2. ¡¡Die folgenden Quellen der Gestalten Tod und Schlaf sind bei Heine gut moeg1ich, weil man aus unten erklaerten Gruenden annehmen kann¡¤dass er die meisten von ihnen gekannt hat. Lessing schreibt in der Abhandlung "Wie die Alten den Tod gebildet¡È(Berlin 1769):

    Die alten Artisten stellten den Tod nicht als ein Skelet vor: denn
    sie stellten ihn¡¤nach der Homerischen ldee, als den Zwillingsbruder
    des Schlafes vor¡¤und stellten beide¡¤den Tod und den Schlaf¡¤mit
    der Aehnliehkeit unter sich vor¡¤die wir an Zwillingen so natuerlich
    erwarten. Auf einer Kiste von Cedernholz¡¤in dem Tempel der Juno
    zu Elis¡¤ruhten sie beide als Knaben in den Armen der Nacht. Nur
    war der eine weiss, der andere schwarz; jener schlief, dieser schien
    zu schlafen; beide mit ueber einander geschlagenen Fuessen.22)

¡¡ Zwei weitere Stellen aus der gleichen Abhandlung sind noch wichtig:

1. Lessing behauptet¡¤dass die Gestalt mit der gesenkten Fackel in der hier beigefuegten Abbildung der Tod ist¡¤obwohl die Kunsthistoriker bis dahin diese Gestalt auf Amor oder etwas anders bezogen haben.23) Diese Abbildung entspricht in gewissem Masse der Darstellung des Todes in "Morphine.¡È
2. Lessing erwaehnt sich die Gestalt des Schlafs auch mit Mohnblumen.24)

     * Abbildung des Titelblatts von dem Erstdruck: Wie die Alte den Tod gebildet... u. a.
    http://www.fantom-online.de/seiten/12d7.htm
    http://home.arcor.de/norbert.siegel/paulus/bruecke925.htm

¡¡  In der oben genannten Fussnote in "Laokoon¡È(Berlin 1766) kann man zwar fast dieselbe Beschreibung von Nacht mit Tod und Schlaf finden¡¤aber hier ist der Schlaf noch nicht mit Mohnblumen¡¤sondern
nur mit "Blumen¡È erwaehnt.25) Man kann jedoch nicht sicher annehmen¡¤dass Heine die Abhandlung "Wie die Alten...¡È gelesen hat. Den Namen Laokoon aber erwaehnt er in einem nachgelesenen Gedicht.26¡ËJedoch kann man Lessing zu einer der Quellen der Gestalten Tod und Schlaf rechnen¡¤weil Heine Lessing als den "Stifter der neuern deutschen Originallteratur¡È27) sehr hoch schaetzte und sehr gern las.

5. 3.  Asmus Jakob Carstens zeichnete die auch hier beigefuegte Abbildung "Die Nacht mit ihren Kindern¡È 1794 in Rom. Diese Kreidezeichnung kam 1804 in die Hand von Herzog Karl August von Sachsen-Weimar und wurde zu seinen Kunstsammlungen hinzugefuegt.28) Diese Kunstasammlungen konnte man

    * Abbildung Carstens: Die Nacht mit ihren Kindern u. a.
   http://www.fak09.uni-muenchen.de/Kunstgeschichte/sds_malerei/dt_frz_malerei/41-dt-franz-malerei/bilder/1780_1789_d/1a/b_popup_nacht.jpg
  http://www.uni-leipzig.de/~prtheol/naumann/nacht/nacht_im_bild.htm

woechentlich zwei Tage oeffentlich ansehen,29) als Heine im Herbst 1824 Goethe in Weimar besuchte. Heine erwaehnt diese Zeichnung nirgendwo in seinen Werken¡¤aber es ist doch moeg1ich¡¤dass er sie in Weimar gesehen hat¡¤weil er Galerien sehr gern besuchte und mehrere Berichte ueber Kunstsammlungen und-ausstellungen wie in "Franzoesische Maler¡È30) schrieb.

5. 4.¡¡In "Goetterlehre oder mythologische Dichtung der Alten¡È(Berlin 1795¡Ëberichtet Kar1 Philipp Moritz von der Zeichnung "Die Nacht mit ihren Soehnen Schlaf und Tod¡È:¡¡Hier "ist der Tod durch eine umgekehrte¡¡Fackel¡¡und¡¡der¡¡Schlaf¡¡durch¡¡einen¡¡Mohnstengel¡¡bezeichnet.¡È31) Es ist auch schwer festzustellen¡¤ob¡¡Heine diese Abhandlung mit der Zeichnung gekannt hat¡¤obwohl er seit langem die Abhandlung "Aussichten zu einer Experimentalseelenlehre¡È und den Roman "Anton Reiser¡È von Moritz sehr gern las.32) Carstens und Moritz waren miteinander befreundet¡¤arbeiteten manchmal zusammen und bekamen das Motiv "Die Nacht mit Tod und Schlaf¡È auch gemeinsam von Hesiod und Pausanias,33) die Heine doch wenig oder¡¤wenigstens in Bezug auf dieses Motiv¡¤gar nicht erwaehnt.

5. 5.  Die¡¡Gestalten¡¡Tod¡¡und¡¡Schlaf¡¡treten¡¡oft¡¡in¡¡der deutschen Dichtung auf. Die Geschwisterlichkeit der beiden hat ihre Quelle in Homers "Ilias,¡È34) wie man aus der oben zitierten Stelle der Abhandlung¡¡Lessings¡¡entnehmen¡¡kann. In¡¡Herders¡¡Gedichten¡¡"Der Schlaf¡È und "Der Tod. Ein Gespraech an Lessings Grabe¡È35) sind sie als Brueder und in Schillers "Die Raeuber¡È36) als Zwillinge dargestellt. In Daniel Casper Lohensteins Trauerspiel "Ibrahim Bassa¡È37) und in Brockes¡Ç Gedicht "Die Mah-Blume¡È38) kann man die Gestalt des Schlafs mit Mohnblumen und die einschlaefernde und den Schmerz lindernde Wirkung des Mohns sehen. Die Mohnblume¡¤die dem Gott Schlaf das Haupt kraenzt¡¤ist aus Goethes "Euphrosyne¡È39) in "Elegien II¡È und Uhlands "Der Mohn¡È40¡Ëgut bekannt und der Tod mit Fackel ist in Herders "Der Tod¡È ausfuehrlich dargestellt¡¤obwohl dieser die Mohnblume gar nicht erwaehnt.

5. 6.  Die Beschreibung bei Schiller ist besonders bemerkenswert. Er Iaesst in Gedicht "Resignation. Eine Phantasie¡È41) schon die Gestalt des Todes auftreten und bildet im beruehmten Gedicht „Die Goetter Griechenlandes¡È den Tod in fast derselben Weise wie in Lessings Abhandlung "Wie die Alten...¡È(s.o.):

¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡ Damals trat kein graessliches Gerippe
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡    Vor das Bett des Sterbenden. Ein Kuss
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡    Nahm das letzte Leben von der Lippe¡¤
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡    Still und traurig senkt¡Ç ein Genius
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡    Seine Facke1... 42)

Ausserdem hat Schiller ein Epigramm genau mit dem Tite1 "Der Genius mit der umgekehrten Fackel¡È43) geschrieben. Darueber hinaus ist die folgende Aeusserung aus einem seiner Briefe sehr wichtig: "die Alten¡¤die den Tod bildeten¡¤stellten ihn als einen Juengling vor¡¤der¡¡eben¡¡so schoen ist als sein Bruder¡¤das Leben¡¤aber sie gaben ihm eine umgestuerzte Fackel.¡È44) Es scheint¡¤als ob er diese Darstellung des Todes direkt aus der oben genannten Abhandlung Lessings zitiert¡¤obwohl er dabei den Schlaf mit dem Leben verwechselt. Man kann zwar keine Erwaehnung Heines bezueglich der oben genannten Stelle Schillers finden. Aber es ist sicher¡¤dass Heine sich sehr fuer Schiller interessiert hat
und dessen Werke sehr genau las¡¤wie man z. B. im ersten Buch der "Die Romantische Schule¡È45) sehen kann.
Hier sollte man noch auf die Tatsache hinweisen, dass Heine das Gedicht "Die Goetter Griechenlands¡È46) bewusst als eine Parodie auf Schillers oben genanntes Gedicht mit gleicher Ueberschrift schrieb,47) obwohl bei Heine weder Tod noch Schlaf auftreten.

6.¡¡Heines Verwendung der Quellen
¡¡  Es ist nur schwer festzustellen¡¤ob¡¡jeder¡¡der oben¡¡untersuchten Punkte bei Lessing¡¤ Carstens Moritz¡¤Herder¡¤Schiller u.a. zu den Quellen der beiden Gestalten Tod und Schlaf in "Morphine¡È zu rechnen ist. Es ist aber moeg1ich¡¤dass Heine bei der Bearbeitung dieser Mythologie mehrere der Quellen miteinander vermischt und eine neue Vorstellung entwickelt hat. Heines Originaltaet liegt darin¡¤dass¡¡er die Gestalten Tod und Schlaf viel lebendiger und gegenwaertiger als seine¡¡Vorlaeufer gestaltete¡¤ indem er dieses Motiv mit seiner eigenen Lebenserfahrung eng verband und beiden Gestalten einen deutlichen Charakter und eine passende Unterschiedlichkeit erteilte. Dabei¡¡haben wohl¡¡die¡¡folgenden¡¡Beschreibungen ihm einen Hinweis gegeben:

1.  Lessing, "weil er48) sich von der Aehnlichkeit beider Figuren nie etwas traeumen lassen¡¨ weil er den Schlaf als einen sanften Genius¡¤und den Tod als ein eckles Ungeheuer sich dachte. Haette er gewusst¡¤dass der Tod ein eben so sanfter Genius seyn koenne.¡È49)
2.  Moritz, "Der Brueder Schlaf und Tod¡¤wovon der eine die Menschen sanft und milde besucht¡¤der andere aber ein eisernes Herz im Busen traegt.¡È50)

7.  Das Epigramm
¡¡Die lezten zwei epigrammatischen Zeilen dieses Gedichts haben ihre Quelle im beruehmten Oedipus-Mythos:

        Der Loose hoechstes ist¡¤nicht geboren seyn¡ª
        Und sind wir¡Çs¡¤dann mit schlagenden Fittigen
¡¡¡¡¡¡         Zuruekzueilen¡¤hin¡¤woher wir
¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡        Wanderten¡¤das ist der Loose zweites! 51)

Ausserdem muss man noch  "Das Buch Hiob¡È als eine Moeg1ichkeit52) in Betracht ziehen: "Warum bin ich nicht gestorben von Mutterleib an? Warum bin ich nicht umkommen¡¤da ich aus dem Leibe kam?¡È53) In der Spaetzeit soll Heine seine  "Erleuchtung ganz einfach der Lektuere¡È der Bibel verdankt haben.54) Er identifizierte sich auch mit den zwei schwer leidenden Figuren,  Hiob und Lazarus55) Er nahm schon damals taeglich Morphium ein¡¤ um die Schmerzen zu lindern.56) Dann ist es auch kein Wunder¡¤dass¡¡er in den schlaflosen¡¡Naechten¡¡gelegentlich nach der ewigen Ruhe durch den Tod lechzte.

An meiner Krankheit selbst aber¡¤ist das allerschlimmste¡¤dass man
so lange dabei am Leben bleibt¡¤was Dir freilich¡¤liebe Mutter¡¤
nicht das sehlimmste duenkt¡¤ich aber¡¤der ich so viel physisch leiden
muss und alle Hoffnung der Genesung verliere¡¤ich beneide die¡¡Menschen¡¤
die von akuten Krankheiten rasch fortgerafft werden.57)

8.  "Morphine¡È als Heines Lebenslage
¡¡  Man kann annehmen¡¤dass das Gedicht  "Morphine¡È einerseits die koerperliche und geistige Situation Heines genau widerspiegelt und dass er andererseits dem Tod¡¤der ihn¡¡bedrohte¡¤ins¡¡Angesicht¡¡schaute
und sich mit diesem bis zum letzten Ende auseinandersetzte¡¤ohne durch die Krankheit ueberwaeltigt zu werden. Unter diesen Umstaenden wurden viele wertvolle Gedichte¡¤ wie die am Anfang genannten Konfrontationen¡¤der groesste Teil des  "Romanzero,¡È die Sammlung  "Gedichte. 1853 und 1854,¡È der Zyklus an die "Mouche¡È u.a. geschaffen. Man wird also dieses Gedicht als eines der ersten Gedichte¡¤ in denen er sich mit dem Tod und der Krankheit direkt und ernst konfrontierte, hoch schaetzen muessen.

9. Verhaeltnis von "Morphine¡È zu "Romanzero¡È und "Gedichte. 1853 und 1854¡È
Von diesen Hintergruenden(von 4. bis 8.) muessen wir noch einmal auf die Beziehung zwischen "Morphine¡È und "Romanzero¡È und "Gedichte. 1853 und 1854¡È eingehen. Das erste Gedicht in "Gedichte. 1853 und 1854,¡È "Ruhelechzend,¡È endet:

           O Grab¡¤du bist das Paradies
           Fuer poebelscheue¡¤zarte Ohren ¡Ý
           Der Tod ist gut¡¤doch besser war¡Çs,
           Die Mutter haett uns nie geboren. 58)

Diese Strophe hat gerade denselben Ton wie den in "Morphine,¡È die Sehnsucht nach dem Tod. Der letzte Teil des Gedichts "Epilog¡È am Ende der Sammlung aber lautet(wieder mit Mythologie!) 59):

           Der Pelide sprach mit Recht:
           "Leben wie der aermste Knecht
           In der Oberwelt ist besser¡¤
           Als am stygischen Gewaesser
           Schattenfuehrer sein¡¤ein Heros¡¤
           Den besungen selbst Homeros.¡È 60)

Hier klingt ganz umgekehrt die Verneinung des Todes¡¤die Bejahung des Lebens oder die Begierde nach dem Leben an. Heine wollte wahrscheinlich in dieser Gedichtsammlung zum Ausdruck bringen¡¤dass er ganz angesichts des Todes stand und in der Konfrontation damit nicht nach dem Tod, sondern nach dem Leben lechzte, indem er absichtlich "Ruhelechzend¡È an den Anfang und "Epilog¡È an das Ende der Sammlung setzte. Damals dachte er wahrscheinlich¡¤dass "Morphine¡È fuer "Romanzero¡È nicht geeignet ist, weil darin die Sehnsucht nach dem Tod zu stark zum Ausdruck kommt und man dann noch ein Gegenstueck dazu wie den "Epilog¡È braucht. Das kann man schon als einen der Gruende ansehen¡¤weswegen er "Morphine¡È aus dem Manuskript des "Romanzero¡È ausschloss.

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Heines "Morphine" und seine Quellen 3

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  0.Ende
¡¡  So konfrontierte sich Heine nicht nur mit dem nahen Tod, i.e. mit seiner Wirklichkeit. Trotz des schweren Leidens sah er sich selbst von einem hoeheren Standpunkt aus objektiv, obwohl er sich manchmal nach dem Tod sehnte. Davon kann man sich dadurch Ueberzeugen, dass er in dieser Periode zahlreiche¡¤ wertvolle Gedichte schaffe. Er aber wollte wahrscheinlich auch bei der Arbeit an Gedichten die Wirklichkeit vergessen und vor allem wollte er wohl seine Wirklichkeit in die Welt der Mythologie¡¤ in die Welt des Traums, verschieben, indem er sich selbst mit der Mythologie verband. Die Mythologie machte sich ihm nicht nur als eine dichterische Technik verdient, sondern auch als Lebensbewaeltigung oder besser als Todesbewaeltigung.


¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡¡Anmerkungen

1) Vgl. Der spaete Heine 1848-1856. Literatur-Politik-Religion. Hrsg. Von W. Goessmann und J. A. Kruse. Hamburg 1982.
2) Die unsichere oder nur vermutete Entstehungszeit ist durch ein Sternchen(*) gekennzeichnet.
3) Orion. Monatsschrift fuer Literatur und Kunst. Hrsg. von A. Strodtmann. Hamburg 1863. Bd.1¡¤Heft l und Heinrich Heines Saemtliche Werke. Rechtmaessige Original-Ausgabe(¡á1. Gesamtausgabe).¡¡Hrsg. von A. Strodtmann. Bd. 18. Hamburg 1863. Im folgenden: EGA.
4) Letzte Gedichte und Gedanken von Heinrich Heine. Hrsg. von A. Strodtmann. Hamburg 1869.
5) Deutscher Musenalmanach. Hrsg. von Chr. Schad. Wuerzburg 1857.
6) Heinrich Heine. Saemtliche Werke. Hrsg. von E. Elster. 2. Ausgage. Leipzig 1924. Bd. 2. Im folgenden: Elster II.
7) Heinrich Heine. Werke und Briefe in zehn Baenden. Hrsg. von H. Kaufmann. Berlin 1961/64. Im folgenden:¡¡Kaufmann. Hier: Bd. 2¡¤S. 433.
8) Vgl¡¤Fritz¡¡Mende:¡¡Heinrich¡¡Heine. Chronik¡¡seines¡¡Lebens¡¡und Werkes. 2. Ausgage.¡¡Berlin 1981. S. 275.
9) Vgl. Heines Brief an Julius Campe, den 10. 9. 1851. In: Heinrich Heine. Saekularausgabe. WerkeŽ¥BriefwechselŽ¥Lebenszeugnisse. Hrsg. von den Nationalen Forschungs- und Gedenkstaetten der klassischen deutschen Literatur in Weimar und dem Centre National de la Recherche Scientifique in Paris. Berlin und Paris 1970ff. Im folgenden: HSA. Hier: Bd. 23¡¤S. 121.
10) Vgl. Kaufmann, Bd. 1¡¤ S. 148ff und Bd. 2¡¤S. 481ff.
11) Vgl. EGA¡¤Bd. 18, S. 169.
12) Vgl. die¡¡Reinschrift¡¡dieses¡¡Gedichts¡¡im¡¡Heinrich-Heine-lnstitut Duesseldorf¡¤dem ich fuer die Erlaubnis, sie einzusehen¡¤und fuer andere Materialien herzlich danke.
13¡ËHeine hat seit langem in mehrere Gedichte Moral-Teile bzw. Moral-Strophen wirkungsvoll eingegliedert¡¤ um das Thema zu betonen oder die Folgerung des Gedichts zu deuten. Vgl. z. B. "Die Tendenz,¡È "Der tugendhafte Hund,¡È "Simplicissimus I.¡È¡¡und unten¡¡"Ruhelechzend¡È und "Epilog.¡È
14¡ËGerhard Storz: Heinrich Heines lyrische Dichtung. Stuttgart 1971. S. 245.
15) Vgl. Heines Briefe an Maximilian Heine(9. 1. 1850)¡¤an Leopold Wertheim(15.3.1850)¡¤an Julius Campe(15. 10. 1851). In: HSA¡¤Bd. 23¡¤S. 19¡¤29¡¤137 u.a.
16) Vgl. Kaufmann¡¤Bd. 2¡¤S. 372f.
17) Vgl. z. B. das Gedicht „Es traeumte mir von einer Sommernacht..., ¡È das als Heines letztes gilt. In seiner 4. Strophe lautet es: "Die Zeit¡¤die schlimmste Syphilis¡¤hat ihr/Geraubt ein Stueck der edlen Nymphennase(Kaufmann¡¤Bd. 2¡¤S. 445). Man kann annehmen¡¤dass¡¡Heine auch hier die buergerliche Moral und den Aesthetizismus bewusst provoziert und den Weg der neuen realistischen Lyrik bahnen wollte.
18) Vgl. Hans Kaufmann: Heinrieh Heine. Geistige Entwicklung und kuenstlerische Werke. Berlin und Weimar 1967. S. 178.
19) Kaufmann. Bd. 1¡¤ S. 115¡¤ Bd. 2¡¤S. 433¡¤586 und 594.
20¡ËElster II,  S. 381.
21) Rena Schlein: Ein Gedicht aus dem "Lazarus¡È und seine Quellen. In:¡¡Heine Jahrbuch. Hrsg. vom Heinrieh-Heine-Institut Duesseldorf. Hamburg 1974. 13. Jg., S. 50.
22) Gotthold Ephraim Lessings Saemtliche Schriften. Hrsg. von K. Lachmann. 3. Auflage. Bd. 1¡Ý27. Stuttgart¡¤Berlin und¡¡Leipzig¡¡1886-1924(Nachdruck: Stuttgart 1968).¡¡Im folgenden: Lessing. Hier: Bd. 11¡¤S. 7f.
23) A. a. 0., S. 10.
24) A. a. 0., S. 48.
25) A. a. 0., Bd. 9¡¤S. 76.
26) Kaufmann, Bd. 2, S. 262. "Du sollst mich liebend...¡È
27) A. a. 0., Bd. 5, S. 25.
28) Vgl. Karteikarte(nach dem Krieg) in Kunstsammlungen zu Weimar¡¤Nr. KK-568.
29) Vgl. Johann Wolfgang Goethe: Berichte an den Marscha11 Alexandre Bethier ueber die wissenschaftlichen und kuenstlerischen lnstitute in Weimar und Jena. In: Goethes Werke. Sophienausgabe. Weimar 1914. Abt. 1¡¤Bd. 53¡¤S.243ff.
30) Kaufmann¡¤Bd. 4¡¤ S. 297f.
31) Karl Philipp Moritz: Goetterlehre oder mythologische Dichtungen der Alten. Berlin 1795. Im¡¡folgenden:¡¡Moritz. Hier: S.33 und Abbildungsseite.
32) Vgl. Heine: Die Nordsee. 3. Abt., Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. 2. Buch und Brief an Julius Campe(28. 1. 1852).¡¡In: Kaufmann¡¤Bd. 3¡¤S. 94f¡¤Bd. 5¡¤S. 247f und HSA¡¤ Bd. 23¡¤S. 176.
33) Moritz¡¤S. IIf und Alfred Kamphausen:¡¡Asmus¡¡Jakob¡¡Carstens. Neumuenster in Holstein 1941. S. 107.
34) Vgl. 16. Ges. V. 663 u. 673. In:¡¡Chr. u. F. L. von Stolberg:¡¡Gesammelte Werke. Hamburg 1823 (Nachdruck: HildesheimŽ¥New York 1974).¡¡Im folgenden: Stolberg. Hier: Bd. 12, S. 150.
35) Herders Werke. Hrsg. von H. Lambel. 2. Teil(Deutsche National-Literatur. Hrsg. von J. Kuerschner. 75. Bd.). Berlin und Stuttgart o. J.(Nachdruck: Tokyo 1974). S. 162ff.
36) Vgl. 2. Akt. 2. Szene. In: Schiller. Saemtliche Werke. Berliner Ausgabe. Hrsg. von H.-G. Thalheim und einem Kollektiv von Mitarbeitern. Berlin und Weimar 1980f. Im folgenden: Schiller. Hier: Bd. 2¡¤S. 76.
37) D. C. v. Lohenstein: Tuerkische Trauerspiele. Hrsg. von K. G. Just. Stuttgart 1953. S. 54.
38) B. H. Brockes: Auszug der vornehmsten Gedichte aus dem lrdischen Vergnuegen in Gott.  Faksimldr. nach d. Ausg. v. 1738. Stuttgart 1965. S. 269.
39) Goethe. Berliner Ausgabe. Poetsche Werke. o. Hrsg. Berlin und Weimar 1965. Bd. 1¡¤S. 199.
40) Ludwig¡¡Uhland:¡¡DichtungŽ¥BriefŽ¥Reden. Hrsg. Von W. P. H. Scheffler. Stuttgart 1963. S. 220.
41) Schiller¡¤Bd. 1¡¤S. 156f.
42) A. a. 0., S. 187.
43) A. a. 0., S. 399.
44) Schillers Brief an Chr. G. Koerner¡¤ den 30. 3. 1789.¡¡In:¡¡Schillers Werke. Nationalausgabe. Hrsg. von E. Haufe. Weimar 1979. Bd. 25, S. 238.
45) Kaufmann¡¤Bd. 5, S. 46ff.
46) A. a. 0., Bd. 1¡¤S. 204ff.
47¡ËVg1. Walter A. Berendsohn: Die kUnstlerische Entwicklung Heines im Buch der Lieder. Struktur- und Stilstudien. Stockholm 1970. S.93.
48¡ËAnne-Claude-Philippe Graf von Caylus(1692¡Ý1765).
49¡ËLessing¡¤Bd. 11¡¤S.48f.
50¡ËMoritz¡¤S. 32.
51¡ËSophokles: Oedipus in Kolonus. V. 1279¡Ý1282. In: Stolberg¡¤Bd.13. S. 284.
52¡ËVgl. Heinrich Heine. Saemtliche Schriften. Hrsg. von K. Briegleb. Muenchen 1976. Bd. 6/II¡¤S. 93.
53¡ËDie Bibel oder die Heilige Schrift des Alten u. Neuen Testaments. Stuttgart u. Muenehen 1850. S. 684.
54¡ËKaufmann¡¤Bd. 5¡¤S. 172f.
55¡ËVgl. Heine: Gestaendnisse, Spaetere Note zu "Ludwig Markus. Denkwort.¡È¡¡ln: Kaufmann, Bd. 7¡¤S. 154ff¡¤ 299f u. a.
56¡ËVgl. Heines Briefe in Anmerkung 15) u. a.
57¡ËHeines Brief an Betty Heine, den 15. 3. 1850. In: HSA¡¤ Bd. 23¡¤S. 27.
58¡ËKaufmann Bd. 2¡¤S. 195.
59¡ËVgl. Homer: Odyssee. 11. Ges. 489¡Ý491. In:¡¡ders. Uebers. von R. Hampe. Stuttgart 1979. S. 187.
60¡ËKaufmann¡¤Bd. 2¡¤S. 249. Vgl. "Der Scheidende¡È("Erstorben ist in meiner Brust...¡È) S. 436 in diesem Band.


¡¡Den Kunstsammlungen zu Weimar, der Zentralbibliothek der Deutschen Klassik in Weimar und der Deutsehen Buecherei in Leipzig moechte ich an dieser Stelle fuer die Erlaubnis, die Abbildung von Carstens zu photographieren und andere Materialien zu benutzen, herzlich danken.

¡¡Éíµ­¡£ËܹƤϰ¦É²Âç³Ø³°¹ñ¿Í¶µ»ÕRudolf Reinelt»á¤Ë±¡±Ü¤ò¤·¤Æ¤¤¤¿¤À¤¤¤¿¤â¤Î¤Ç¤¢¤ë¡£¤¿¤À¤·¡¢¸À¤¦¤Þ¤Ç¤â¤Ê¤¯¡¢ËܹƤκǽªÀÕǤ¤ÏÃø¼Ô¡áÊÂÌڤ˵¢¤¹¤ë¡£

             ·ÇºÜ(Veroeffentlicht)¡§
¡¡¸¦µæÊó¹ð¡ÊForschungberichte der „Freunde von Weimar¡È Tokio¡ËNo. 12¡¡¥ï¥¤¥Þ¥ëͧ¤Î²ñ¡¡ÆüËÜ¡ÝDDR ¥²¥ë¥Þ¥Ë¥¹¥Æ¥£¥¯¸òή¥¿Ê¶¨²ñ¡¡1987.5.1
²þÄêÁýÊä(Korrigiert und ergaenzt):¡¡2007ǯ6·î28Æü¡¡¡¡ÊÂÌÚ¡¡Éð

http://8517.teacup.com/heinebooksbuecher/bbs

 
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Schroeder: alle sind alle(¤ß¤ó¤Ê¤Ð¤é¤Ð¤é)¡¡1

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  ËܹƤϡ¢»í½¸ "alle sind alle. ein Wendebuch" von Christian Schroder/"Sieger lernen nicht. ein Wendebuch" von Ilja Seifert, Berlin 1992¡Ê¥¯¥ê¥¹¥Æ¥£¥¢¥ó¡¦¥·¥å¥ì¡Ý¥À¡Ý¡Ø¤ß¤ó¤Ê¤Ð¤é¤Ð¤é  ¡½ ž´¹¤ÎËÜ ¡½ ¡Ù/¥¤¥ê¥¢¡¦¥¶¥¤¥Õ¥§¥ë¥È¡Ø¾¡¼Ô¤Ï³Ø¤Ð¤Ê¤¤  ¡½ ž´¹¤ÎËÜ ¡½ ¡Ù¤Î¤¦¤Á¡¢¥¶¥¤¥Õ¥§¥ë¥È»á¤Î¤â¤Î¤Ï´û¤ËËÝÌõ¡¦¾Ò²ð¤·¤Æ¤¤¤ë¤Î¤Ç1¡Ë¡¢¥·¥å¥ì¡Ý¥À¡Ý»á¤Îʬ¤ò¾Ò²ð¤·¤è¤¦¤È¤¹¤ë¤â¤Î¤Ç¤¢¤ë¡£
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                   mich zerreisst
                   wie geraedert
                   neudeutsches
                   biedermanngetrue
                   so ehrlich und
                   rechts ¡Ý treu
                   kann doch kein
                   halbes Volk sein       (cs94)


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1¡Ë¡Ø°¦É²Âç³Ø¶µÍÜÉôµªÍס١ʾ¾»³¡¡1994ǯ¡ËÂè27¹æ¡¡191¡Á206ÊÇ.
2¡Ë»²¾È¡¢Jiirgen Kuczynski: Die Geschichte der Lage der Arbeiter unter dem Kapita1ismus.Berlin 1961 . Bd.1¡¤S.152¡¤
3¡ËHeinrich Heine. Siikularausgabe. Berlin und Paris 1979. Bd.2¡¤S.137.
4¡ËMarx/Engels:Werke.Berlin 1961. Bd.1¡¤S.404.
5¡Ë»²¾È¡¢Åì¥É¥¤¥Ä¤Î̱¼ç²½¤òµ­Ï¿¤¹¤ë²ñÊԡإ٥ë¥ê¥½¡¡1989¡Ù¡Ê1990ǯ¡¡Âç·î½ñŹ¡Ë¤Îǯɽ£±¡Á£²ÊǵڤÓÀ±Çµ¼£É§¡ØÅì¥É¥¤¥Ä¤Î¶½Ë´¡Ù¡Ê1991ǯ¡¡ÀÄÌÚ½ñŹ¡Ë123¡Á124ÊÇ¡£


              ·ÇºÜ(Veroeffentlicht):

¡¡À¤³¦Ê¸³Ø¡ÊWeltliteratur. Tokio¡Ë¡¡Âè81¹æ¡¡1995ǯ7·î10Æü
²þÄêÁýÊä(Korrigiert und ergaenzt):¡¡2007ǯ6·î25Æü¡¡¡¡Namiki Takeshi

http://8517.teacup.com/heinebooksbuecher/bbs

 
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Heine in Japan 1

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         Germanistik in Japan   Ein Beispiel: Heinrich Heine

                                                             NAMIKI Takeshi

                  Inhalt
0. Einfuehrung - Ein Ueberblick ueber die Geschichte der Beziehung zwischen Japan und Deutschland
1. Der Anfang der Germanistik in Japan
2. Der Anfang der Rezeption der deutschen Literatur in der japanischen Literatur
3. Die Heine-Rezeption in der japanischen Literatur
4. Die Heine-Forschung in Japan

0. Einfuehrung - Ein Ueberblick ueber die Geschichte der Beziehung zwischen Japan und Deutschland
     Seit Marco Polo(1254-1323) seinen Gefaengniskollegen am Ende des 13. Jahrhunderts von einer im Fernost gelegenen Insel "Zipangu" als ein "von Gold ueberfuelltes Wunderland"1) erzaehlt hatte, war Japan bis zum 16. Jahrhundert (oder in einem anderen Sinne bis heute noch) ein Gegenstand der Neugier und Begierde von Europaeern nach Gold geblieben. Sie wiederholten die lange Fahrt nach dem Osten und entdeckten endlich eine neue Welt anstatt Zipangus. Erst im Jahr 1543, etwa ein halbes Jahrhundert spaeter als in Westindien, landeten portugiesische Seeleute, gezwungen durch einen Sturm, ganz zufaellig an der Kueste Japans.
     Japan befand sich damals in einem gewaltigen gesellschaftlichen Umwaelzungsprozess und war keine Goldinsel mehr, sondern ein neuer Gegenstand der christlichen Missionstaetigkeit und des Handels mit Seiden, Porzellan und ein wenigen Gold bzw. Silber. Am Anfang hatten die Missionstaetigkeit und der Handel betraechtliche Erfolge, weil die meisten von ueber hundert Feudalfuersten diese Taetigkeiten erlaubten oder sogar empfahlen, um mehr als andere Fuersten, Feuerwaffen importieren zu koennen.

     Dann schon im Jahr 1596 gab es ein Buch2) des ersten deutschen Verfassers, Thomas von Kempens(1379[80?]-1471), das zu den vielen religioesen Schriften, die schon in Japan uebersetzt wurden, gehoert, obwohl dieses Buch in Latein geschrieben war.
     Mit dem Fortschreiten der Vereinigung des Landes hatte die Missionstaetigkeit und der Handel bald groee Schwierigkeiten, weil die Herrscher Gesamt-Japans fuerchteten, da ihre Herrschaft, die sich auf den Shintoismus mit seinem Polytheismus und vom Buddismus gruendete, von dem monotheistischen Christentum erschuettert wuerde, und sie wollten verhindern, da die herausfordernden Fuersten Feuerwaffen importieren konnten. Daraufhin wurde im Jahr 1639 jeglicher Verkehr mit dem Ausland ausser China und Holland streng verboten.
     Von da ab konnte sich jeder damalige Eurropaeer nur als Hollaender in Japan aufhalten. Unter ihnen kann man einen Kanonenschiesser Hans Braun als einen der ersten Deutschen nennen. Und dann kam Engelbert Kaempfer(1651- 1716) und sang ein deutsches Lied3) vor dem  Herrscher Shogun. Spaeter schrieb er ein Japan-Buch4). Auch kann man wohl den Namen George Meister(1653-1713) aus dem Thueringischen nennen. Er kam im Jahr 1682 nach Nagasaki und untersuchte den japanischen Garten und starb als Spezialist des orientalischen Lustgartens in Dresden5).

      Unter diesen Deutschen war auch Franz von Siebold(1796-1866) aus Wuerzburg, der in hollaendischen Diensten stand und sich insgesamt neun Jahre lang in Japan aufhielt. Er bemuehte sich, nicht nur die europaeischen Wissenschaften in Japan einzufuehren, sondern auch Japan umfassend kennenzulernen und schrieb spaeter ein gros Buch "Nippon, Archiv zur Beschreibung von Japan und dessen Neben- und Schutzlaendern Jezo mit den suedlichen Kurilen, Sachalin, Korea und den Liukiu-Inseln,1832-51" (Leiden 1837-51), das das beste Japanbuch im damaligen Europa war, und andere Japanbuecher.
     Die erste Erwaehnung von Deutschland Japaners war Nishikawa Zyokens "Kaitsushoko" (Zum Handel zwischen Japan und den Barbaren. 2 Bde. Kioto1695). In diesem Buch kann man folgende Ausdruecke finden: "Toichirando"(Deutschland) oder "Toichikoku"--"-koku" bedeutet Staat oder Land. Und auch "Dort gibt es auch vier Jahreszeiten und es ist kalt. Ihre Gestalt ist gleich wie die von Hollaendern."6)
      Es ist merkwuerdig, da das Gedicht "Mailied" von Matthias Claudius die erste deutsche Schrift in Japan7) war. Es bleibt bis heute unklar,warum dieses Gedicht bedeutend frueher als andere Schriften uebersetzt wurde.

      Im Jahr 1853 oeffnete die Shogun-Regierung unter dem Druck des amerikanischen Kommandeurs Perry die Tuer zum Ausland, die ueber zweihundert Jahre lang geschlossen war. Gleichzeitig(1856) "Banshoshirabesho"(Institut fuer die Untersuchung der Schriften der Barbaren)8) gegruendet, um europaeischen Wissenschaften zu erforschen.
      Das erste Buch aus Deutschland war H. Weiffenbachs "Leitfaden zum Unterricht in der deutschen Sprache und Literatur"(2 Bde., 2. verb. Aufl., Breda 1851), das spaetestens bis 1861 in Japan importiert war, obwohl ein deutschsprachiges Buch aus Holland, "Alemania. Deutsches Lesebuch oder Sammlung einiger schoenen Stuecke aus den Werken der vorzueglichen Schriftsteller Deutschlands"(Hrsg. von Dr. Buddingh, Haag 1845), fuenfzehn Jahre davor schon importiert worden war. In diesem rein deutschen Buch Weiffenbachs waren neben den Werken von Lessing, Brueder Grimm, Hebel, Wieland, Jean-Paul, Goethe, Schiller, Boerne u.a. zwei Werke von Heine, ein Auszug aus der "Harzreise" und das Gedicht "Die Grenadiere" im "Buch der Lieder" enthalten.

     Deutschland oder Preussen, das damals nicht zu den hochentwickeltsten Laendern in Europa nicht gehoerte, gelang es erst 1861 mit der Unterstuetzung Perrys, einen Vertrag fuer Handel mit Japan zu schliessen. Gleichzeitig gruendete die japanische Seite eine deutsche Abteilung im Institut fuer die Untersuchung der Schriften der Barbaren. Zwei junge Japanner veroeffentlichten das erste deutsche Woerterbuch "Kanban Doitsutangohen"(Staatsdrkerei, Edo=Tokio 1862) mit zweitausend Woertern.
     Unter diesen riesigen Wellen von europaeischen Kultur musste Japan eine gewaltige Umwaelzung in allen Gebieten mitmachen.

1. Der Anfang der Germanistik in Japan
      Die Meizi-Reform im Jahr 1868 zeigte die entgueltige Entscheidung der damaligen herrschenden Klassen, Bourgeoisie und Adel, eine gewaltige politisch-gesellschaftliche Umwaelzung durchzufuehren und alle Gebiete der japanischen Gesellschaft schnell zu modernisieren oder zu europaeisieren. Auch die Literatur blieb von dieser Umwaelzung nicht unberuehrt.
     An der Universutaet Tokio, die 1877 gegruendet wurde, begann die Germanistik in Japan. Ihr folgte immer der grosse Einfluss von der deutschen Botschaft. Davon kann man sich schon hinreichend ueberzeugen, wenn man nur einen Blick auf die Namen der Schriftsteller wirft, die an der Universitaet vorgetragen wurden. Klopstock, Uhland, Lessing, Herder, Goethe, Schiller, Kleist, Novalis, Wagner, Nietzsche, Freytag, Hugo von Hofmannsthal, Dehmel und Arno Holz. Der Name Heines taucht gar nicht auf.

      Es ist auch kein Wunder, dass die damalige fuehrende literarische Zeitschrift "Teikokubungaku"(Litertur im Kaiserreich. Tokio 1895-1920) ganz dieselbe Tendenz besass, weil der Hauptautor eben der Professor an dieser Universitaet war. Die deutsche Klassik, Romantik und die zeitgenoessische Lieblingsschriftsteller, der Naturalismus, Expressionismus und die Neue Sachlichkeit u. dgl. waren und sind auch die Hauptstroemung der Germanistik in Japan.
      Die Germanistik mit dieser Tendenz lief immer Gefahr, zum Nationalismus zu tendieren. Sie verband sich eng mit der herrschenden Klasse, die sich immer mehr imperialistische Politik verfolgte.

2. Der Anfang der Rezeption der deutschen Literatur in der japanischen Literatur
     Bei der Rezeption in der Literatur war es etwas anders als bei dem Akademismus. Zuerst erschien im Jahr 1880  Schillers "Tell,"  der wie seine anderen Werke als ein Symbol der politischen Freiheit gegen die absolutistische Regierung und der Unabhaengigkeit von den europaeisch-amerikanischen Maechten in Japan begeistert aufgenommen wurde. Japaner lesen und hoeren Maerchen bzw. Erzaehlung sehr gern. Dazu gehoerten Goethes "Reineke Fuchs"(1885), Hauffs "Die Karawane"(1887), Eichendorfs "Taugenichts"(1894) und mehrere Geschichte von Brueder Grimm(1887ff). Lessings "Laokoon"(1903) und Goethes "Faust"(1904) wurden auch als solche uebersetzt und gelesen.
     Trotz alledem war es die deutsche Lyrik, die in Japan am liebsten gelesen wurden und die japanische Literatur beeinflusste. Bis 1904 wurden fuenf Gedichte-Anthologien veroeffentlicht. Im Jahr 1901 wurde das erste Gedicht-Buch eines einzelnen Autors publiziert, dessen Name Heinrich Heine war. Heine war schon damals der beliebteste deutsche Dichter in Japan.

3. Die Heine-Rezeption in der japanischen Literatur
      Es gibt eine Vorgeschichte von der Heine-Rezeption in Japan. Davon erzaehlt Heine selbst in seiner Schrift "Geataendnisse":

[...] Keiner meiner Landsleute hat in so fruehem Alter wie ich den Lorbeer errungen, wenn mein Kollege Wolfgang Goethe wohlgefaellig davon singt, "dass die Chinese mit zitternder Hand Werthern und Lotten auf Glas male", so kann ich, soll doch einmal geprahlt werden, dem chinesischen Ruhm einen noch weit fabelhaftern, nlich einen japanischen, entgegensetzen. Als ich mich vor etwa zwoelf Jahren hier im Hotel des Princes bei meinem Freunde H. Woehrmann aus Riga befand, stellte mir derselbe einen Hollaender vor, der eben aus Japan gekommen, dreissig Jahre dort in Nagasaki zugebracht und begierig wuenschte, meine Bekanntschaft zu machen. Es war der Dr. Buerger, der jetzt in Leiden mit dem gelehrten Seybold das grosse Werk ueber Japan herausgibt. Der Hollaender erzaehlte mir, dass er einen jungen Japanesen Deutsch gelehrt, der spaeter meine Gedichte in japanischer Uebersetzung drucken liess, und dieses sei das erste europaeische Buch gewesen, das in japanischer Sprache erschienen - uebrigens faende ich ueber diese kuriose Uebetragung einen weitlaeufigen Artikel in der englischen "Review" von Kalkutta.[...]9)

      Man kann sich jedoch auf diese Aussage nicht unbedingt verlassen. Mehrere Japaner haben vergebens diese Zeitschrift "Review" von Kalkutta in Kalkutta und London gesucht10). Also ist diese Aussage von Heine bis heute zwar noch nicht bestaetigt, aber auch nicht entgueltig widerlegt worden.
      Bis zum Jahr 1908, als Kondo Sakufu(1880-1915) das Lied "Lorelei," das damals in Japan stuermisch willkommen geheissen wurde und noch heute oft gesungen wird, mit der Melodie von Silcher vorstellte, waren die meisten Gedichte des "Buch der Lieder" und mehrere der "Neue Gedichte" uebersetzt worden. Bei diesen Uebersetzungen und in allen Heine-Buechern bzw. -aufsaetzen, die bis damals herausgegeben worden waren, war Heine als Liebesdichter vorgestellt worden.
Diese Tatsache weist deutlich auf die Tendenz der damals aufbluehenden Romantik in Japan hin. Heine wurde mit den Dichtern wie Carl Busse(1872-1918), die in Deutschland schon lange vergessen waren, hauptsaechlich als ein sentimentaler Dichter rezipiert. Hier ist ein Beispiel:

           Ueber den Bergen, weit zu wandern,
           Sagen die Leute, wohnt das Glueck.
           Ach, und ich ging im Schwarme der andern,
           Kam mit verweinten Augen zurueck,
           Ueber den Bergen, weit, weit drueben,
           Sagen die Leute, wohnt das Glueck....11)

     Dieses Gedicht Busses ist in Japan heute noch gut bekannt.
 
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Heine in Japan 2

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       Die japanische Romantik nahm gern nur diese Seite von Heine wahr, obwohl man bei dem jungen Heine schon eine nuechterne, satirische und ironische Kritik an der Wirklichkeit finden kann. Diese Richtung der einseitigen Heine-Rezeption spielte zwar eine gewisse fortschrittliche Rolle, indem sie in der damaligen patriarchisch-feudalen Gesellschaft die Erweiterung des modernen "Ichs," die Freiheit des Individiums und die Befreiung des Fleisches behauptete.
  ¡¡ Aber die japanische Romantik beging letzten Ende entweder eine Flucht aus der Wirklichkeit, indem sich die Dichtung selbst mehr und mehr von der Gesellschaft distanzierte und das Theme daher immer mehr an gesellschaftlichen Anspruch verlor, oder sie wandte sich nach der Richtung des agressiven Nationalismus, um die Expansionspolitik des japanischen Imperialismus einseitig zu preisen.
     Yosano Tekkan(1873-1937) z.B. kritisierte am Anfang an die absolutistische Regierung streng, indem er den Widerstand gegen die alten feudalen Gewohnheiten und die allseitige Befreiung des Ichs besang, obwohl er selber immer ausserhalb der Gesellschaft und Politik sein wollte. Aber er wurde mit der Zeit nationalistisch und lobte am Ende die Expansionspolitik mit seiner Dichtung.
Hier ist ein Gedicht in seiner Fruehzeit, "Hito o kouru uta"(Das die Menschen liebende Lied)12):

           Wenn man sich eine Frau nehmen will,
          Soll sie gescheit, hubsch und gemuetlich sein.
          Wenn man sich mit jemandem befreunden will,
          Soll der Freund viel lesen und vielen
          Gerechtigkeitssinn und auch Leidenschaft haben.

           Wenn man nach der Liebe gefragt wird,
          Soll man den Ruhm vorziehen.
          Wenn man nach dem Freund gefragt wird,
          Soll man fuer den Freund eben
          Durch das Feuer gehen.

             .  .  .  .  .  .

           Ach, obwohl ich weder talentvoll wie Dante,13)
          Noch leidenschaftlich wie Byron, Heine bin,
          Ziehe ich auch ungern die einsamen, ruhig-stillen
          Gesaenge von Basho vor, der Muehsal
          Durchwandernd gedichtet hat.14)

     Basho ist der groesste Dichter des japanischen Kurzfom-Gedicht mit siebzehn Silben, "Haiku", im 18. Jahrhundert.
     Bei dieser Gelegenheit uebersehen wir voraus noch ein gegenwaertiges Lied, das im Jahr 1972 vertont und auch heute noch sehr beliebt ist und gesungen wird.

                  Das Lied von vier Jahreszeiten

       Wer den Fruehling liebt, dessen Herz ist so rein,
       Wie die Bluete des Veilchens, der ist mein Freund.

       Wer den Sommer liebt, dessen Herz ist so stark,
       Wie die Welle, die eben Felsen bricht, der ist mein Vater.

       Wer den Herbst liebt, dessen Herz ist so tief,
       Wie Heine, der Liebe dichtet, das ist meine Geliebte.

       Wer den Winter liebt, dessen Herz ist so warm,
       Wie die Erde, die sogar tiefe Schnee verschmilzt, das ist meine Mutter.15)

     Dadurch kann man sich schon gut davon ueberzeugen, wie stark und weit Heine als ein leidenschaftlicher Liebesdichter geliebt worden ist
Heines Popularitaet wuchs damals nicht wenig durch die Kompositionen Heines Lieder. Seit im Jahr 1897 Schuberts "Doppelgaenger"(Heimkehr 20) bei einem Konzert der Musikhochschule Tokio gesungen wurde, wurden Heines Lieder, die bei den Komponisten der Romantik wie Schubert und Schumann sehr beliebt waren, gesungen und gehoert. Schuberts "Schwanengesang" und Schumanns "Dichterliebe" stehen noch heute mit Muellers "Die schoene Muellerin" oder "Winterreise" auf dem Programm der Liederabende am haeufigsten. Man sollte auch noch darauf hinweisen, daß zahlreiche Gedichte des jungen Heine von Japanern vertont wurden.16)
In diesem starken Strom der romantischen Heine-Rezeption versuchten einige Leute, gegen diesen Strom zu schwimmen und ein anderes Heine-Bild in Japan einzufuehren.
        Taoka Ryoun(1877-1912) z.B. schrieb schon 1894: "Heine ist ein fuer die Befreiung der Menschheit kaempfender Dichter."17) Aber man hat bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs warten muessen, um diese zu ihrer Zeit fortschrittliche Ansicht und auch seine ruecksichtslose Kritik an der Regierung wieder zu schaetzen.

     In der Taisho-Periode(1912-1926), wo unter der Verstaerkung der Widersprueche des Ersten Weltkriegs und einem gewissen Einfluss der sozialstischen Oktoberrevolution ein Aufschwung der demokratischen und sozialistischen Bewegung wie die Reis-Aufstaende(1918), die Gruendung der modernen klassenkaempferischen Gewerkschaft "Yuaikai"(Gesellschaft für die Fraternität, 1919) und die Gruendung der KPJ(1922) stattfand, begann die zwite Etappe der Heine-Rezeption in Japan.
     Schon im Jahr 1912 veroeffentlichte Nakazawa Rinsen(1878-1920) zwar einen Aufsatz mit dem Titel "Haine to Razari oyobi Maruku[su]"(Heine, Lassalle und Marx)18), in dem er darauf hingewiesen hat, dass Marx in seiner Pariser Zeit auf einige Gedichte von Heine einen betraechtlichen Einfluss ausgeuebt habe. Aber die wichtigste Leistung in dieser Periode war die von Ikuta Shungetsu(1892-1930). Er stellte Heine allseitig vor, nicht nur den jungen, romantischen, sondern auch den spaeten, sozialkritischen Heine, indem er zahlreiche Aufsaetze über Heine schrieb und von 1919 bis zu seinem Tod 1930 eine Uebersetzung von allen Gedichte ausser "Atta Troll" und "Wintermaerchen" veroeffentlichte. Obwohl er an seinem Lebensabend stark pessimistisch wurde und ueber Heine ebenso schrieb: "Heine hat gut bewusst, dass alle Streben des Menschen am Ende ins Nichts geraten werden, [....] Was bekam Heine vom Leben? [....] verlorene Liebe und verlorenes Leben."19) Und obwohl er Heine nicht bis zum letzten Ende richtig verstehen konnte, schrieb er in der Weise Heines so:

             Ein neues Lied, ein besseres Lied,
           O Freunde, will ich euch dichten!
           Wir wollen hier auf Erden schon
           Das Himmelreich errichten.

             So sang Heinrich Heine.
           Mein Freund, Heine, du hast recht.
           Wenn du auch so verflucht und gehasst wurdest,
           Warst du Dichter der Freiheit.

             Die sogenannte "Volksdichter" schimpften dich
           Als Liebesdichter, als Dichter der Traenen und
           Des sussen Seufzers, oder als sentimentalen Dichter.
           Sie haben unrecht.

             Ja, Heine ist Dichter der Freiheit,
           Sozialer Dichter mit Satire und fatalem Fluch,
           Feuerdichter, der ueber soziales Unrecht,
           Ueber menschliches Unrecht zuernt.

             Wo der soziale Dichter ist,
           Treten die "Volksdichter" von der Buehne zurueck.
           Freunde, singet mit Eisen,
           Mit Feuer, mit fatalem Pfeil!20)

     In dieser Periode gab es noch mehrere Uebersetzungen und Heine-Aufsaetze, die Heine in Japan weiter anerkannt werden liessen. Trotz alledem war nur Ikuta hervorragend.

   ¡¡ Die Showa-Periode(1926-1989) ist schon Gegenwart und sehr kompliziert. In der ersten Haelfte vor dem Zweiten Weltkrieg gab es eine Periode des Gegensatzes zwischen der demokratischen bzw. sozialistischen Bewegung und dem Faschismus.
       Die proletarische Literatur, die schon in Taischo-Periode begonnen hatte, erreichte da ihren Hohepunkt. Die KPJ, die im Jahr 1922 gegruendet und waehrend der Unruhe nach dem katasrophalen Erdbeben in Tokio schon 1923 aufgeloest worden war, wurde 1926 wieder aufgebaut und trug tatsaechlich alle Arten von kulturell-proletarischen Bewegung und die Arbeiterbewegung. Aber schon 1931, nach dem Ausbruch des fuenfzehnjaehrigen Kriegs gegen China, folgte eine gleichzeitig-landesbreite Verhaftungswelle nach der anderen und dann musste sich der ZK der KPJ unter diesen Umstaenden aufloesen.
    Nicht wenige Kommunisten, unter denen die zwei damalige obersten Leiter der KPJ, Sano Manabu(1892-1953) und Nabeyama Sadachika(1901-1979), zunennen sind, unterwarfen sich der Tennoistischen Macht aus Furcht vor dem polizeilichen Terror und mussten oeffentlich ihre Bekehrung erklaeren: das Kaisertum anerkennen und fuer die imperialistische Expansionspolitik eintreten.

     Nakano Shgeharu(1902-1978), der eine Diplomarbeit ueber Heine an der kaiserlichen Universitaet Tokio schrieb, hob die revolutionaere Seite Heines hervor, besonders die philosophische Einsicht, mit der Heine das Geheimnis der revolutionaeren Ansicht Hegels "verraten" hatte und ausser mehreren anderen bemerkenswerten Heine-Aufsaetze, schrieb er auch viele etwas pathetische Gedichte wie "Uta"(Das Lied, 1926), das grosse Aehnlichkeit mit Heines Zeitgedicht "Die Tendenz" hat. Er gehoerte auch zu den ersten grossen proletarischen Dichtern in Japan.
     Auch dieser Nakano wurde im Jahr 1934 unter dem Terror der Tennoistischen Polizei schliesslich gezwungen, seinen Rueckzug von der kommunistischen Bewegung zu erklaeren. Dann konnte er keine Gedichte mehr, sondern bloss eine Art von  apologetischer Prosa schreiben.
 
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Heine in Japan 3

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       Makimura Hiroshi(1912-1938), der durch sein Gedicht "Kanto-paruchizan no uta"(Das Lied der Kanto-Partisanen, 1931) bekannt war, schrieb 1935 ein grosses Gedicht "Bairon, Haine"(Byron, Heine), das den Untertitel "Ein fragmentarischer Gedanke im Gefaengnis" traegt. Der Inhalt des Gedichts lautet ungefaehr wie folgt21):

     Das dichterische "Ich" sitzt und liest ein Buch im Gefaengnis und findet
    dabei zwei Namen:Byron und Heine, die bald vor ihm in der gespensterhaften
    Figur erscheinen. Sie ruehmen sich ihrer romantischen und individualistischen
    Poesie. Dann fragt das "Ich" die beiden ungeduldig.

         "Was sagt ihr mit einem Wort, wenn ihr mir Rat geben wollt?"
         Byron schwingt jenen grossen Mantel hinter sich und sagte:
         "Ausbrechen! In die Phantasie und in den Faschismus!"
         Heine hockte aengstlich mit jener Kruecke und sagte:
         "Bekehrung! Ins Studierzimmer und ins Cafe!"22)

       Nachdem die beiden Figuren verschwunden sind, schreibt das "Ich" neben
      den Briefen an einen Genossen und seine Mutter: "Ich will weder unterwerfen
      noch beleidigt werden!"23)

    Dieses Gedicht weist schon auf zwei problematische Aspekte der Heine-Rezeption von der Meizi-Periode bis zum Anfang der Showa-Periode hin. Makimura setzt sich hier mit der romantischen Stroemung in der Meizi-Periode und mit der proletarischen Dichtung in der ersten Haelfte der Showa-Periode vor dem Zweiten Weltkrieg streng auseinander.
     Er kritisiert zuerst den schon oben genannten Yosano Tekkan als reaktionaeren Dichter, der mit seinen Gedichten die Expansionspolitik des japanischen Imperialismus gelobt hat. Diese gefaehrliche Tendenz der japanischen Romantik konnte Makimura nicht uebersehen.
     Er kritisiert auch die japanischen Heine- und Byron-Epigonen, die die proletarische Bewegung verliessen und im Studierzimmer oder im Cafe ueber die Literatur schwatzten. Makimura betrachtet den oben genannten Nakano, der seit einem Jahr bekehrt war, als einen der Heine-Epigonen in Japan. Er laesst ihn, Nakano, als seinen Feind auftreten und einen sinnlosen, apologetischen Schwank spielen.

      Heine schrieb schon in den 40er Jahren des 19. Jahrhundert zahlreiche Zeitgedichte nach dieser, satirischen Methode. Dann ist klar, daß Makimura diese satirische Methode Heines in seinen Gedichten genau anwendete und dann als echter Nachfolger Heines im Sinne der politisch-revolutionaeren Dichter am hervorragendsten und am weitesten fortgeschritten war.
      Nachdem er wegen der terroristischen Behandlung im Gefaengnis schwer erkrankt und geistig etwas behindert war, starb er 1938 mit nur sechsundzwanzig Jahren, ohne von dem Terror der Tennoistischen Polizei unterworfen und beleidigt zu werden, wie am Ende dieses Gedichts stolz besungen ist.
       Mit dem Tod Makimuras wurde die proletarische Literaturbewegung in Japan fast total erstickt.

4. Die Heine-Forschung in Japan
      Trotz alledem war die Situation der Heine-Forschung bemerkenswert. Man kann sagen, dass mit dem Aufsatz "Hainrihi Haine ni tsuite"(Über Heinrich Heine)24) von Funaki Shigenobu(1893-1975) die exakt-wissenschaftliche Heine-Forschung begann. Er, dessen Diplomarbeit ueber die Schicksalstragoedie in Deutschland war, studierte auch an der kaiserlichen Universitaet Tokio und nach dem Diplom war er als Schriftsteller taetig, aber mit nicht so grossem Erfolg. Dann wurde er Dozent an der privaten Universitaet Waseda in Tokio. Am Anfang interessierte sich er fuer das Drama, meistens Strindbery, Grabbe, Grillparzer, auch Goethe u.a., aber ploetzlich im Jahr 1937 schrieb er den oben genannten Aufsatz, dann veroeffentlichte er zahlreiche Heine-Aufsaetze Jahr fuer Jahr und setzte seine Heine-Vorlesung an der Universitaet bis zu deren Schliessung 1943 fort. Ausserdem trug er auch zu der Vorstellung der zeitgenoessischen demokratischen bzw. sozialistischen Schriftsteller wie Brecht, Fr. Wolf, Zuckmeyer, Heinrich Mann u.a. viel bei.

      Nach dem Krieg hatte er schon 1946 wieder angefangen zu schreiben und veroeffentlichte im Juni desselben Jahrs den wichtigen Aufsatz "Shizin Haine no seizishiso no suii"(Die Entwicklung des politischen Gedankens vom Dichter Heine)25). Funaki hat 1965 seine ueber dreissigjahrigen Studien unter dem Titel "Shizin Haine. Seikatsu to sakuhin" (Dichter Heine. Sein Leben und seine Werke, Tokio) mit ueber 800 Seiten, das bis heute groesste Heine-Buch in der Welt, zusammengestellt und herausgegeben. Der Schwerpunkt dieses Buchs besteht, kurz gesagt, darin, dass er sich mit dem Problem der Bekehrung zu einem persoenlichen Gott in Heines Spaetzeit energisch beschaeftigt und behauptet hat, Heine habe sich religioes und auch politisch bekehrt(S. 510).
      Die Schlussfolgerungen Funakis sind zwar nicht immer korrekt, aber seine wissenschaftlichen Leistungen trugen mit seiner Persoenlichkeit zur demokratischen Entwicklung der Germanistik und auch der verschiedenen Gebiete der Wissenschaft in Japan unschaetzbar bei, indem sie junge Forscher allseitig ermutigt haben. Darum wurde er vom herrschenden Kreis der Zeit manchmal ignoriert oder gehasst.
      Dann im Jahr1938 hat er die Ehre bekommen, von der Tennoistischen Polizei verhaftet zu werden, wegen der Taetigkeit als Generalsekretaer des Freiheitsbundes der Kunst und Wissenschaft Japans und wegen der Taetikeit im Institut fuer den Materialismus und in der Kooperativ-Genossenschaft fuer Lebensmittel.
     Nach dem Krieg, wie wir schon oben gesehen haben, griff er sofort zur Feder und gleichzeitig spielte er fuer den demokratischen Fortschritt in der verschiedenen wissenschaftlich-kulturellen Gebieten immer eine sehr grosse Rolle. Zwei Beispiele:: Funaki als einer der bedeutenden Leute bei der Gruendung der Freundschaftsgesellschaft Japan-DDR 1954 und auch bei der Gruendung der "Freunde von Weimar" Gesellschaft fuer die Foerderung des gegenseitigen Austausches der Germanistik Japan-DDR 1967.

      Wir haben noch zahlreiche bedeutende Heine-Forscher und deren Leistungen, die man unbedingt nennen sollte. Aber hiermit ist der Bericht aus technischen Gruenden zu schliessen. Wenn man trotzdem nur ein paar eminente Leistungen nennen darf: die zwei Uebersetzungen des "Deutschland. Ein Wintermaerchen" von Ikumi  Etsuzi(1937) und Kobori Zinzi(1938) und auch die Uebersetzung der "Lutezia"von Doi Yoshinobu(1938/39) vor dem Krieg. Und Inoue Shozos "Heinrich Heine. Der
Dichter der Liebe und Revolution"(1952) und seine Uebersetzung, "Heines saemtliche Gedichte" in fuenf Baenden(1972/73) nach dem Krieg.

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     Der vorliegende Bericht entsteht aus einem Vortrag am 14. 9. 1988 in Weimar. Dieser gehoerte zu Veranstaltungen unter dem Thema "Tage der japanischen Kultur" im Bezirk Erfurt vom 11. bis zum 21. 9. 1988. Auch moechte ich an dieser Stelle dem DAAD und der Liga fuer Voelkerfreundschaft der DDR fuer die Finanzierung der Studienaufenthalte herzlich danken: vom 1. 7. bis 30. 11. 1988 bei Prof. Klaus Briegleb in Hamburg und bei Prof. Helmut Brandt in Jena.
      Die hier zitierten japanischen Texte wurden von dem anwesenden Autor, d.i. von Namiki, uebersetzt, solange die anderen bestimmten Uebersetzer nicht genannt wurden.

1) Marco Polo: Von Venedig nach China. Deutsche Uebersetzung. Hrsg.von Th. A. Kunst. Tuebingen und Basel 1973.
2) Kontemutsusumunzi(Contemtus Mundi.In: Th. v. Kempen: De Imitatio Christi. O.O. o.J.). Der Verfasserschaft ist jedoch nicht unbestritten. Vgl. Tanaka Umekichi: Nichidoku gengobunka koryushi
dainenpyo(Synoptische Geschichtstabellen der wechselseitigen Stroemungen zwischen Japan und Deutschland) Tokio 1981. S. 119ff.
3) Vgl., Tanaka Umekichi: a.a.O., S. 214f.
4) Kaempfer: Geschichte und Beschreibung von Japan. London 1727/28, Lemgo 1777/79.
5) Hans Modrow u.a.: Die DDR und Japan. Berlin 1983. S. 23f.
6) Tanaka: a.a.O., S. 224.
7) Nakazima Hirotari: Goyumezinikki(Tagebuch des Traums. Zweiter Teil). Manuskript, Nagasaki 1823. S. 13.
8) Spaeter(1862), "Institut fuer die Untersuchung der europaeischen Schriften."
9) Heinrich Heine. Werke und Briefe in zehn Baenden. Hrsg. von Hans Kaufmann, Berlin 1961-64. Bd. 7, S. 153.
10) Vgl., Takeuchi Seiichi: H. Byuruga no shogai to Haine(Das Leben H. Buergers und Heine). In: Boeidaigakko kiyo(Wissenschaftliche Zeitschrift der Hochschule fuer die Staatsverteidigung) Tokio 1975. Heft 26, S. 523f.
11) Neue Lieder der besten neueren Dichter fuer's Volk. Hrsg. von L. Jakobowski. Berlin 1899. S. 15f.
12) Im ersten Druck war der Titel "Tomo o kouru uta"(Das den Freund liebende Lied). In: Karabunko(Kara-Archiv). Tokio 1899.
13) Eigentlich "Coleridge" statt "Dante".
14) In: Nihon no uta(Die japanischen Lieder). Tokio 1987. S. 688.
15) Gedichtet und komponiert von Araki Toyohisa, "Shiki no uta". In: Nihon no uta. A.a.O., S. 442.
16) Vgl., Shigi Tatsuki: Haine no shi ni sakkyokusareta uta no koto(Über Heines Gedichte, die vertont wurden). In: Haine kenkyu(Heine-Forschung). Tokio 1980. Bd. 3, S. 336ff.
17) Taoka: Hainrihi Haine(Heinrich Heine). In: Nihonzin(Japaner).Tokio 1894. Heft 12, S. 292f.
18) In: Bunshosekai(Die Literaturwelt). Tokio 1912. Bd. 7, Heft 6, S. 10ff.
19) Ikuta: Hainrihhi Haine(Heinrich Heine). In: Sekaibungakukoza 7 Doitsubungakuhen zyo(Die Vorlesung der Weltliteratur 7 Deutsche Literatur I.er Teil). Tokio 1930. S. 455.
20) Ikuta: Sekirazin no uta(Lieder eines echt Nackten). In: Zidaizin no shi(Gedichte eines Zeitgenossen)=Ikuta Shungetsu Zenshu(Ikuta Shungetsus Gesammelte Werke). Tokio 1931. Bd. 3, S. 263f.
21) Die folgende Beschreibung und Teil-Uebersetzung dieses Gedichts verdankt viel dem Buch von Usami Yukihiko: Japanische Dichter am Wendepunkt. Zur Geschichte der japanischen revolutionaeren und proletarischen Lyrik in der 20er und 30er Jahren. Frankfurt am Main Bern New York Paris 1987. S. 112ff.
22) In: Kanto paruchizan no uta(Das Lied der Kanto-Partisanen. Makimura Hiroshis Gedichtsammlung). Hrsg. von Kizi Yamazi. Tokio 1964. S. 71f.
23) A.a.O., S. 77.
24) In: Daiichwasedakotogakuin gakuyukai: Gakuyukai zasshi(Wissenschaftliche Zeitschrift der ersten Hochschule Waseda). Tokio 1937.
25) In: Shin Zen Bi(Wahrheit Gute Schoenheit). Tokio 1946. Neue Folge, Bd. 1.

·ÇºÜ(Veroeffentlicht)¡§¡¡°¦É²Âç³Ø¶µÍÜÉôµªÍסÊWissenschaftliche Zeitschrift der Ehime-Universitaet,¡¡Matsuyama¡Ë¡¡Âè22¹æ¡¡1989ǯ12·î20Æü
²þÄêÁýÊä(Korrigiert und ergaenzt):¡¡2006ǯ12·î1Æü¡¡¡¡ÊÂÌÚ¡¡Éð
 

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